„Toll ist natürlich, dass dann Leute wie Marco Reus und Jürgen Klopp von sich aus auf uns zugekommen sind…“ – Jan-Henrik Gruszecki zum Funding für „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“

Am Borsingplatz geboren

Klaus-Martin Meyer: Jan-Henrik, Du zeichnest mitverantwortlich für das startnext-Projekt „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB„. Könntest Du dich und das Projekt bitte kurz vorstellen?

Jan-Henrik Gruszecki: Mein Name ist Jan-Henrik „Janni“ Gruszecki, bin 29 Jahre alt und halbwegs Aktiv als BVB-Fan. Borusse bin ich wahrscheinlich durch den Pokalsieg 1989 geworden und seit Anfang der 90er gehe ich sehr regelmäßig ins Stadion.

Klaus-Martin Meyer: Wie kam es zu der Idee, dass Crowdfunding ein guter Ansatz zur Finanzierung des Projektes sei?

Jan-Henrik Gruszecki: Wenn man einen Film machen möchte, hat man ja nicht ganz so viele Möglichkeiten: Du fragst einen TV-Sender. Das wollten wir nicht, weil der WDR natürlich einen Film für Millionen von Gebührenzahlern erstellen muss und wir dieses explizit nicht wollen. Eine andere Möglichkeit ist ihn von einem Sponsor finanzieren zu lassen – auch dies war für uns keine Alternative, da wir die Geschichte aufarbeiten wollen und es dann kein Platz für Product-Placement geben kann. Der BVB hötte den Film finanzieren können, dies wollten wir aus mehreren Gründen nicht. Zum einen muss der BVB als KGaAG eben auch zusehen, dass sich so eine Investition refinanziert und es ist nahezu unmöglich, so einen Film über den DVD-Verkauf beispielsweise zu finanzieren. Vielleicht hätte auch dann jemand inhaltlich intervenieren können, da man ja manchmal auch gerne die Historie der Aktualität anpasst. Wir wollten völlig unabhängig sein. Zumal: Ich sehe die Aufarbeitung und Bewahrung der Tradition eben auch als Aufgabe von uns BVB-Fans an. Man sich als Fan nicht zurücklegen und von den Geschäftsführern und Mitarbeiten des Vereins erwarten, dass ausschließlich sie für die Bewahrung verantwortlich sind – dafür ist jeder Fan, jeder Teil der Borussia verantwortlich. Auch deswegen haben wir uns für das Crowdfunding entschieden.

Klaus-Martin Meyer: Mitlerweile ist das Projekt ein Rekord auf startnext. Was hat aus Eurer Sicht vor allem dazu beigetragen, dass sich diese Dynamik entwickelt hat?

Jan-Henrik Gruszecki: Das hat sicherlich viele Faktoren. Zum einen haben wir da sicherlich auch den Zahn der Zeit getroffen. In einer immer hektischeren und durchrationalisierten Welt gibt es schon viele Leute, die sich auf Ursprünge und Herkunft besinnen und sich fragen: Woher kommt eigentlich dies? Wie ist jenes entstanden? Unter welchen Umständen haben die Menschen seinerzeit so gehandelt? Zum anderen haben wir drei auch ein relativ großes Vertrauen. Wir sind sind in der „Szene“ halbwegs bekannt, engagiert und haben dort auch schon das ein oder andere „gewippt“, so dass auch wir Filmemacher nicht erst vertrauensbildende Maßnahmen machen mussten. Zudem haben wir auch recht schnell viel Unterstätzung bekommen. Von bekannten BVB-Historikern, vom Aki Watzke, Geschäftsführer des BVB bis hin zu vielen Fangruppen und einzelnen Fans. Das Ganze ist eben ja auch kein Projekt von drei Außerirdischen, sondern wir versuchen schon gezielt möglichst viele Leute mitzunehmen, da wir diese Unterstützung brauchen und auch haben wollen.

Klaus-Martin Meyer: Wie schwierig (oder auch leicht?) war es prominente Untersützer wie z.B. Marco Reuss zu motivieren, sich einzubringen?

Jan-Henrik Gruszecki: Wir haben eigentlich Überhaupt keinen Gegenwind bekommen, wir wurden wirklich sehr breit Unterstützt. Auch der Verein hat sich ja sofort mit 50.000 Euro beteiligt – dieses Vertrauen ehrt uns wirklich! Toll ist natürlich, dass dann Leute wie Marco Reus und Jürgen Klopp von sich aus auf uns zugekommen sind und gesagt haben: geiles Projekt, ich will Euch helfen das Publik zu machen.

Klaus-Martin Meyer: Was werden die größten Herausforderungen sein, wenn das Geld auf dem Konto liegt. Was habt Ihr für Pläne in Bezug auf die Kommunikation mit der Crowd?

Jan-Henrik Gruszecki: Wir werden über unsere Internetseite so oft wie möglich über die Fortschritte informieren. Aber auch da brauchen „wir“ die Hilfe der Leute – die Arbeit kann unmöglich von uns dreien gestemmt werden. Es haben sich auch schon so viele Leute angeboten, die Musik produzieren, Kameramänner, die bei der Recherche helfen wollen etc.. Auch das hat schon eine tolle Dynamik bekommen. Auch bei der Umsetzung wird es also ein echtes Projekt von ganz vielen Borussen sein. Ich denke, da können wir auch sehr stolz auf uns sein. Andere Vereine beauftragen eine große Fernsehanstalt – wir Dortmunder organisieren uns selbst und packen das auch so.

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