Was Banker von Daimler lernen können, um es auf das Thema Crowdfunding anzuwenden

Kommentar

Vor ein paar Tagen habe ich hier im Blog die Frage gestellt “Wie sollten Banken (rational) mit dem Thema Crowdfunding umgehen?”.

Bei einer kleinen Stichproben-Analyse habe ich mir (wenn auch nur mit der Methode des “scharfen Hinsehens” einmal ein gutes Dutzend Fundings und Kapitalerhöhungen von p2p-Marktplätzen angesehen. Dabei habe ich ausschließlich Fälle gefunden, wo Venture Capital-Firmen und Business Angel in solche Marktplätze investiert haben. Darüber hinaus stieß ich nur auf einen Fall, wo ein klassischer Finanzkonzern in diesem neuen Segment engagiert hat. Gemeint ist der Allfinanzkonzern CREDIT MUTUEL ARKEA aus Frankreich, der an der Plattform Prêt d’Union beteiligt ist. Sofern es weitere Beispiele gibt, bin ich für Hinweise dankbar. Hier in Deutschland kann man freilich noch die Beteiligung der Berliner Volksbank an Bergfürst mitzählen, wenngleich der Bereich der p2p-Kredite den Banken noch näher sein sollte. Auch wird es wichtiger sein, dass die Banken hier besonders wachsam sind.

Ich hatte ja bereits angedeutet, dass die Banken aus meiner Sicht anfangen sollten, sich in diesem disruptiven Marktsegment zu engagieren.

Als Vorbild können sie sich ganz sicher einmal das Investmentverhalten des Daimler-Konzerns ansehen. Dieser belegt nämlich auch durch in Relation zum eigenen Umsatz kleine Investments, dass man über den Tellerrand der Autoproduktion hinaus sieht und sich sehr zielstrebig in disruptive Bereiche einkauft, ohne dabei den Bezug zum Thema Mobilität aus dem Auge zu verlieren.

Beispiele sind:

  • Tiramizoo – Vermittlung von Stadtkurieren
  • Carpooling – Mitfahrnetzwerk
  • MyTaxi – Taxi-App
  • Flixbus – Fernbusanbieter

Über die Beteiligung hinaus, werden dabei die Angebote der Startups untereinander verzahnt. Beispiel Fernbus mit dem Carsharing-Angebot Car2go (Joint Venture mit Europcar).

Die genannten Beispiele sind sicher für einen Konzern wie Daimler eher klein. Aber in der Vergangenheit ist man auch substanzielle Beteiligungen in neuen, potentiell disruptiven Bereichen eingegangen wie z.B. beim kanadischen Brennstoffzellen-Hersteller Ballard.

Aus meiner Sicht hat das Investmentverhalten von Daimler durchaus Vorbild-Charakter. Banker können und sollten sich die Strategie einmal näher ansehen und für die eigene zukünftige Ausrichtung richtige Handlungsempfehlungen im Bereich Crowdfunding/p2p-Kredite ableiten.

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