Crowdfunding-Historie I: Myfootballclub.co.uk

History

Mein erster Anknüpfungspunkt mit dem Thema Crowdfunding – und damals wurde diese Vokabel noch nicht verwendet – war 2007 myfootballclub.co.uk.

Der ehemalige Fußballjournalist Will Brooks hatte sich in den Kopf gesetzt, via Internet 50.000 Mitstreiter zu finden, um einen Fußballclub zu kaufen. Als Fan des englischen Fußballs fand die Idee sehr cool und investierte, wenn ich mich recht entsinne, 50 britische Pfund, um einerseits Mitglied zu werden und um darüber hinaus noch das “owners shirt” zu bekommen. Das Besitzershirt trug das Logo von myfootballclub.co.uk auf dem Herzen und die Initialen des “Besitzers” auf der rechten Seite.

Myfootballclub.co.uk Ownershirt

Die Vokabel Besitzer war allerdings nicht ganz korrekt, denn für die 20 oder 25 GBP, die man zu zahlen hatte, wurde man lediglich für ein Jahr Mitglied in der Community. Im Gegenzug erhielt man Stimmrechte für bestimmte Abstimmungen bezüglich des Kaufs und später bei den Entscheidungen im gekauften Club Ebbsfleet United. Sicherlich war diese Konstruktion einer bloßen Mitgliedschaft für das “investierte” Geld einer der Geburtsfehler von myfootballclub.co.uk. Dennoch kann man sicherlich das eine oder andere von diesem frühen Crowdfunding-Beispiel lernen.

Keine Equity-Komponente einzubauen, war ein Geburtstsfehler

Zunächst wurde eines deutlich, nämlich, dass viele Menschen weltweit sowohl von Fußball als auch von dem Phänomen Crowdfunding begeistert waren. Es gelang über 50.000 Menschen für die Idee zu begeistern. Diese Menschen kamen mitnichten nur aus dem UK. Allein deutlich über 500 Mitglieder kamen aus Skandinavien und mehr als 1500 aus den USA. Die Statistik wies User aus 70 verschiedenen Ländern aus. Die Attraktivität des Modells führte zu zahlreichen Copy-Cats in aller Welt, u.a. sollte mit einem ähnlich gelagerten Modell Fortuna Köln zurück in den bezahlten Fußball befördert werden.

Als die Entscheidung über den Kauf eines Clubs bei myfootballclub.co.uk anstand bzw. als der Kauf erfolgt war, gab es auf der Plattform eine rege und funktionierende Community. Es machte Spaß die Diskussionen zu verfolgen. Wie bei vielen Dingen im Leben hält die erste Begeisterung aber nicht für immer. Die Zahl der zahlenden Mitglieder sank mit jedem jährlichen Renewable drastisch. Von einstmals über 50.000 registrierten Interessenten blieben nach dem ersten Zahltag 2008 immerhin noch über 31.000 Mitglieder übrig. Im März 2013 war die Community mit unter 1000 Usern aber durchaus nur noch überschaubar.

Für die einstige Crowd kann man feststellen, dass wohl das Motto gilt: “Außer Spesen nichts gewesen”

Der größte Kritikpunkt ist, dass es initial keine Equtiy-Komponente für die Crowd gab, diese hätte mit Sicherheit die Bindung zu myfootballclub.bo.uk drastisch erhöht, so dass die jährlichen Fees nicht so drastisch zurückgegangen wären. Auch hätte ein Equity-Anteil zu Beginn die Portemonnaies weiter aufgemacht, was mehr Spielraum für die Etablierung eines erfolgreichen Football-Ventures gelassen hätte.

Das beschriebene Modell erlaubte es nicht, den Fußballverein zu halten, man musste verkaufen. Die Initatoren der Community kauften später einen anderen Fußball-Club “a little lower down the pyramid”.

Das Community-Modell ließe sich aus meiner Sicht toll auf einen Crowdfunding-Fonds übertragen, der anschließend mit seinem Geld wie ein Angel Investor agiert. Die Community könnte dann gemeinschaftlich über Art und Höhe von Investment entscheiden und sich als Crowdangel auch für die Startups ins Zeug legen. Das wäre sicherlich ein interessanter und motivierender Ansatz.

Logo myfootballclub

Logo myfootballclub.co.uk

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