„Die Idee ist nach den Olympischen Spielen 2012 in London entstanden.“ – Interview mit Mike Kurt (Co-Founder ibelieveinyou.ch)

ibelieveinyou

Klaus-Martin Meyer: Herr Kurt, Sie sind einer der Gründer der Plattform ibelieveinyou.ch. Könnten Sie sich und Ihre Plattform bitte kurz vorstellen?

Mike Kurt: Ganz nach dem Motto „von Sportlern – für den Sport“, habe ich als dreifacher Olympiateilnehmer (Kanu) zusammen mit dem Weltklasse-Fechter Fabian Kauter und dem sportaffinen Online-Spezialisten Philipp Furrer, die erste Crowdfunding-Plattform geschaffen, welche sich ganz auf die Finanzierung von Schweizer Sport-Projekten spezialisiert. „I believe in you“ deckt die ganze Breite des Sports ab und steht Spitzen- und Hobbysportlern genauso zu Verfügung, wie Vereinen und Veranstalter von Sportevents.

Klaus-Martin Meyer: Wie kam es zu der Idee, eine CF-Plattform an den Start zu bringen?

Mike Kurt: Die Idee ist nach den Olympischen Spielen 2012 in London entstanden. Nachdem die Schweizer Olympiadelegation unter den Erwartungen abgeschnitten hatte, haben wir uns überlegt, wie man Athleten wie uns künftig einen einfacheren Zugang zu finanziellen Mitteln verschaffen kann. Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass Crowdfunding und Sport sehr gut zusammen passen.

Klaus-Martin Meyer: Die Schweiz ist ein kleiner und sprachlich auch noch vergleichsweise fragmentierter Markt. Gibt es da überhaupt eine kritische Masse an Sportlern und Unterstützern?

Mike Kurt: Das Bedürfnis an finanziellen Mitteln im Sport ist hierzulande riesig und „I believe in you“ hat, trotz des sehr guten Starts, noch ein grosses Wachstumspotenzial. Es gibt in der Schweiz über 22’000 Sportvereine und der Spitzensport wird verhältnismäßig nur dürftig vom Staat unterstützt. Zudem werden wir bald auch noch die französischsprachige Schweiz erschliessen. In unserem Land herrscht erfreulicherweise eine starke „Kultur des Gebens“. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, wieso Crowdfunding im Kunst- und Kulturbereich so gut funktioniert.

Klaus-Martin Meyer: Welches Feedback haben Sie bisher von den Marktteilnehmern erhalten? Sind Sie auf dem richtigen Weg?

Mike Kurt: Die Rückmeldungen auf „I believe in you“ innerhalb unserer Hauptzielgruppe (der Schweizer Sportszene) sind überwältigend. Wir hatten erst kürzlich mit den Machern von wemakeit.ch, die mit Abstand erfolgreichste Plattform im Kunst- und Kulturbereich, einen sehr spannenden Austausch. So wie sie in ihrem Fachgebiet, sind auch wir in unserer (Sport-)Welt gut vernetzt und haben als aktive Athleten eine grosse Glaubwürdigkeit wenn es um Sportförderung geht. Ich bin davon überzeugt, dass das einer der Erfolgsfaktoren einer Crowdfunding-Plattform.

Klaus-Martin Meyer: Wird das Gebührenmodell ausreichen, um aus der Plattform auch ein Geschäftsmodell zu machen?

Mike Kurt: Unser Ziel ist es, dass wir die Gebühren tief halten können und somit ein möglichst hoher Anteil der Beiträge direkt an die Sportler fliessen. Unser Geschäftsmodell ist deshalb nur finanzierbar, wenn auch Unternehmen die Plattform kommunikativ nutzen und finanziell unterstützen. Mit Coop konnten wir bereits das grösste Schweizer Detailunternehmen als „Startpartner“ gewinnen.

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