Crowdfunding Historie II: Der erste Carrotmob

History

Manch einer wird sagen, ein Carrotmob ist eine ganz andere Baustelle, aber das Phänomen weist deutliche Parallelen zum Crowdfunding auf.

Laut Wikipedia wird ein Carrotmob folgendermaßen definiert:

“Über die Kommunikationswege, die Flash- und Smart Mobs ausnutzen, werden Unterstützer dazu aufgerufen, bei einem ausgesuchten Ladenbesitzer in einem fest umgrenzten Zeitraum einzukaufen. Dieser Ladenbesitzer hat zuvor seine Bereitschaft erklärt, einen festgesetzten Teil seines Umsatzes, den er im Rahmen des Carrotmobs erzielt, in eine klimagerechte Sanierung seines Ladens zu investieren.”

 

Es gibt also eine Zielsumme genau wie bei einem Crowdfunding und ebenfalls einen definierten Zeitraum. Genau wie beim reward based Crowdfunding gibt es anschließen eine Belohnung, wenngleich diese nicht dem Einkäufer (Unterstützer/Investor) zugute kommt sondern der Umwelt. Wie beim Crowdfunding wird offenbar auf Social Media-Kanäle gesetzt und die Veranstaltung hat eine Marketing-Komponente. Der Ladenbesitzer erzielt zusätzliche Umsätze, macht sich bekannt und gewinnt möglicherweise neue Stammkunden. Zudem werden durch das Umweltengagement möglicherweise Branding-Effekte realisiert.

Der erste Carrotmob fand im Jahr 2008

Der erste Carrotmob fand im Jahr 2008 statt als auch die Verwendung der Vokabel Crowdfunding langsam an Dynamik gewann. Beide Phänomene entsprangen also auch dem gleichen Zeitgeist. Der Initiator des ersten Carrotmob, Brent Schulkin, besuchte mehr als 20 Shopbetreiber und erzählte, dass er eine kritische Anzahl von Verbrauchern zusammentrommelt, die alle kommen würden, um in einem Geschäft des Viertels eine Menge Geld auszugeben. Welches dies sei, das hänge von der Frage ab: Wer ist bereit, am meisten für die Umwelt zu tun? Der Gewinner war ein kleines Lebensmittelgeschäft, der K & D Market. Der Inhaber David Lee bot 22 Prozent des Umsatzes. Schulkin organisiert über Internet, über Facebook, Twitter und MySpace (war damals noch relevant), per E-Mail und über einen Carrotmob-Videochannel Einkäufer für einen Samstagmorgen. Hunderte kamen und kauften Wein, Chips, Katzenstreu. An einem normalen Tag nahm Lee 2.000 US-Dollar ein, in nur vier Stunden Happening waren es laut Wikipedia 9.400 Dollar.

In der jüngeren Vergangenheit scheint mir die Begeisterung für Carrotmobs etwas nachgelassen zu haben. Man korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.

Das Crowdfunding-Konzept hat den Vorteil, dass man dieses auch anwenden kann auf Unternehmen, wo die Durchführung eines Carrotmob nicht so leicht möglich wäre. Als Beispiel könnte die erste Finanzierung von Bettervest für ein neues Beleuchtungskonzept für Body Street City West dienen. Fitnessstudios monetarisieren sich in der Regel über Abos. Da ist es einfacher man sucht Unterstützer für eine Finanzierung als über zusätzliches Abos im Rahmen eines Mobs und teilt anschließend den Energiesparvorteil in irgend einer Form auf. Das Studio spart Geld, der Investor verdienst sich ein paar Zinsen und die Umwelt kann auch durchatmen.

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