„Green Crowding ist eine Webseite, über die man kleine Darlehen an konkrete erneuerbare und energieeffiziente Projekte vergeben kann.“ – Interview mit der Geschäftsführerin Sissy Müller

Greencrowding

Klaus-Martin Meyer: Frau Müller, Sie sind Geschäftsführerin der Green Crowding GmbH. Könnten Sie die Plattform greencrowding.com bitte kurz vorstellen?

Sissy Müller: Green Crowding ist eine Webseite, über die man kleine Darlehen an konkrete erneuerbare und energieeffiziente Projekte vergeben kann. Jeder hat so die Möglichkeit, sein Geld für den Ausbau der Energiewende arbeiten, anstatt auf dem Sparbuch liegen zu lassen.

Klaus-Martin Meyer: Wie kamen Sie auf die Idee eine eigene Crowdfunding-Plattform zu etablieren?

Sissy Müller: Während meiner Zeit als Energiehändlerin in einem Stromkonzern bemerkte ich, dass viele Bürger und Bürgerinnen den Ausbau der Energiewende befürworten und sogar noch schneller vorantreiben wollen. Zeitgleich mangelt es an Geld. Als ich mein Geld nachhaltig investieren wollte, boten mir Banken jedoch lediglich intransparente Mischfonds an. Gleichzeitig gibt es sehr viele Projekte im Bereich Solar, Wind und vor allem Energieeffizienz, die gute Renditen versprechen. Banken wiederum bewerten lieber 5 große als 500 kleine Projekte aufgrund des Zeitaufwandes. Crowdfunding schließt die Lücke. Die Technologie ermöglicht eine effiziente Vergabe kleiner Kredite an viele konkrete Projekte.

Klaus-Martin Meyer: Ihr Plattform scheint von vorherein auch auf internationale Anleger ausgerichtet zu sein. Ist der deutsche Markt für die Investments zu klein?

Sissy Müller: Unser Fokus liegt auf dem deutschen Markt. Das aktuelle Kite Windparkprojekt von NTS X-Wind stößt jedoch auch international auf reges Interesse, weil es weltweit eines der ersten kommerziellen Höhenwindanlagen entwickelt.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell sind diverse CF-Marktplätze im Bereich nachhaltiger Energiegewinnung an den Start gegangen. Ist das eher hilfreich im Sinne einer gemeinschaftlich generierten Aufmerksamkeit oder besteht auch die Gefahr, dass man sich das Wasser gegenseitig abgräbt?

Sissy Müller: Wir sehen den Wettbewerb als eine Bestätigung, dass wir eine profitable Marktlücke im Auge haben. Der Markt ist sehr groß mit signifikanten Wachstumschancen. Bis jetzt ist das Potenzial noch längst nicht erschlossen. Daher sind wir zuversichtlich, die kommenden Jahre viele Projekte durch Bürgerbeteiligungen zu finanzieren.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss interessiert mich noch ein Ausblick, was wir in Zukunft für Projekte zu erwarten haben, die die Crowd finanzieren soll?

Sissy Müller: Aktuell sprechen wir mit Projekten im Bereich Freiflächen-Solaranlagen, konventionelle Windparkanlagen sowie diverse energieeffiziente Projekten in öffentlichen Gebäuden.

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