„2012 begannen wir mit der Entwicklung einer eigenen regionalen Crowdfunding-Plattform namens „Dresden Durchstarter“ “ – Im Interview mit Marco Blüthgen

Dresden Durchstarter

Klaus-Martin Meyer: Marco, Du bist Projektleiter bei Dresden Durchstarter. Könntest Du Dich und die Plattform bitte kurz vorstellen?

Marco Blüthgen: Ich bin seit Dezember 2010 als Projektleiter für das Onlinemarketing der Dresden Marketing GmbH zuständig. 2012 begannen wir mit der Entwicklung einer eigenen regionalen Crowdfunding-Plattform namens „Dresden Durchstarter“. Auf Dresden Durchstarter können Projekte aus der Region oder Projekte, die in der Region realisiert werden, eingestellt werden. Wir bewerben alle Projekte auf in den von uns genutzten sozialen Medien wie Facebook, Google+, Twitter und Youtube. Einige der Projekte unterstützen wir auch mit Videointerviews, die wir in unserem Youtube-Kanal veröffentlichen. Parallel bewerben wir die Plattform mit einer eigenen Adwords-Kampagne.

Klaus-Martin Meyer: Welche Rolle hat die räumliche Nähe zu startnext gespielt, bei der Idee eine lokale Plattform für die Stadt zu initiieren?

Marco Blüthgen: Wir standen am Beginn des Projektes vor der Frage, ob wir eine komplett neue Plattform aufsetzen sollen oder uns einen erfahrenen Technik-Partner zur Unterstützung ins Boot holen. Mit startnext haben wir einen Partner gefunden, der zu den führenden Anbietern in Deutschland zählt und dazu noch aus Dresden kommt. Für die Legitimation einer regionalen Plattform spielt auch die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern aus der Region eine wichtige Rolle. Zudem bietet es vielen Projekten die Möglichkeit auf beiden Plattformen für ihr Projekt zu werben und so die Reichweite zu erhöhen.

Klaus-Martin Meyer: Die Projekte sind immer auch auf startnext zu finden. Wie ist das Verhältnis zwischen regionalen und überregionalen Unterstützen?

Marco Blüthgen: Viele Plattformen schließen es aus, dass Projekte auf mehr als einer Plattform für sich werben können. Dabei kann dies doch nur von Vorteil für die Projekte sein, da so noch mehr Unterstützer erreicht werden könnten. Durch die Partnerschaft mit startnext können Projekte auf alle Plattformen in dem Verbund zugreifen, sofern sie die jeweiligen Richtlinien erfüllen. Eine genaues Verhältnis zwischen regionalen und überregionalen Unterstützern können wir nicht benennen. Ich denke, dass dies auch sehr unterschiedlich zwischen den einzelnen Projekten ausfällt. Gerade für Projekte aus dem Raum Dresden ist eine Platzierung auf Dresden Durchstarter von Vorteil, da speziell in Deutschland regionale Verbundenheit für die Projektunterstützung wichtig ist.

Klaus-Martin Meyer: Ihr seit jetzt schon seit geraumer Zeit am Start. Wie würdest Du den Stellenwert von Dresden Durchstarter einordnen?

Marco Blüthgen: Wir sind am 6.9.2012 mit der Plattform offiziell gestartet und noch eine recht junge Plattform. Im Durchschnitt kommen pro Woche 1-2 neue Projekte auf unserer Plattform dazu. Bisher konnten wir über 130.000 Euro einsammeln. Unsere Erfolgsquote liegt bei 74 Prozent und damit über dem Durchschnitt anderer Plattform. Natürlich stehen wir mit Dresden Durchstarter noch am Anfang. Die Entwicklung der Plattform stimmt uns jedoch sehr optimistisch. Unser langfristiges Ziel ist es, mehr Erfinderprojekte und Projekte aus Wissenschaft und Forschung auf die Plattform zu holen. Dresden ist einen exzellente Wissenschaftsstadt und wir möchten auch junge Forscher, Entwickler und Wissenschaftler unterstützen. Ich denke, dass Crowdfunding gerade in dem Bereich großes Potential besitzt.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht Du als Crowdfunding-Experte die zukünftige Entwicklung von Crowdfunding insgesamt?

Marco Blüthgen: Es ist noch viel Aufklärung zu betreiben, um zu zeigen, dass es beim Crowdfunding um mehr als nur Kultur- und Kreativprojekte geht. Wir brauchen mehr individuelles Engagement der Menschen. Crowdfunding kann diesen Prozess und die Eigenverantwortung beleben und vorantreiben. Wir müssen klar machen, dass selbständiges, individuelles Handeln Prozesse beschleunigen und Ideen fördern kann, die durch das Raster großer Fördertöpfe und Finanzierungsrunden fallen. Für uns ist Dresden Durchstarter ganz klar ein Instrument, um die Landeshauptstadt als lebendigen Standort zu positionieren. Unsere Plattform ist quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Wir möchten, dass die Menschen ihre Ideen und Projekte nicht fallen lassen, nur weil sie über Wege wie Banken oder Fördertöpfe keine Finanzierung bekommen. Wir möchten zeigen, welche Ideen in Dresden entstehen und mit Hilfe vieler umgesetzt werden können.

Mehr zum Thema: Youtube-Kanal von Dresden Durchstarter

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