Banktothefuture will 2.000.000 GBP (Eigen-) Crowdfunding stemmen

Banktothefuture

Crowdcube hat es im UK vorgemacht und für sich selber 1,5 Millionen GBP einsammelt. Nun will es Banktothefuture nachmachen und die damalige Summe noch einmal um 500.000 GBP übertreffen. Sofern die Aussage von Crowdcube stimmte, als man mit dem 1,9 Millionen GBP Funding für Hab Housing einen Weltrekord aufstellte, würde der neue Rekord beim Erreichen der Zielsumme Banktothefuture gebühren.

Banktothefuture will “The First CrowdFunded Transparent Investment Bank” werden

Banktothefuture ist eine Crowdfunding-Plattform im UK, die anders als die Wettbewerber Seedrs und Crowdcube drei verschiedene Formen von Crowdfunding auf der eigenen Plattform ermöglicht: reward based, equity based und lending based. Man wirbt damit, dass man schon mit einem “tenner” dabei sein könne. Allerdings bezieht sich diese Summe eher auf die reward based-Variante. Für das Eigenfunding von Banktothefuture kann man in der Tat 10 GBP investieren, allerdings wird man damit lediglich zu einem Unterstützer, der mit “digitalen Zertifikant” belohnt wird. Bei 50 GBP bekommt man ein T-Shirt und das Buch “Bank to the Future” (Autor: Co-Founder und CEO von Banktothefuture Simon Dixon).

Bei einer 100 GBP Spende wird man zu einem exklusiven Event in Sir Richard Branson’s Club eingeladen. Ob der Star-Entrepreneur, der sich auch werblich für Banktothefuture einsetzt, auch anwesend sein wird, bleibt unerwähnt. Wer Equity bevorzugt, der muss allerdings sehr viel tiefer in die Tasche greifen. B-Aktien gibt es erst ab 1000 GBP. A-Aktien mit vollem Stimmrecht gar erst ab 100.000 GBP. Wer 250.000 GBP oder mehr investiert, erhält neben den Aktien noch ein Interview mit der Aussicht auf einen Posten als non-exekutive director.

Reward-Based Funding scheint nicht anzukommen beim Publikum

Die Reward-based Funding-Option wird offenbar bei diesem Pitch gar nicht angenommen. Stand heute Nachmittag haben erst 13 Investoren in den Banktothefuture-Pitch investiert, die immerhin 296.700 GBP zur Verfügung stellen, was im Schnitt mehr als 20.000 GBP sind. Eine Summe, die einigermaßen spektakulär ist für eine Company, die das Investmentbanking demokratisieren will.

Den Pitch sollte man sich auf jeden Fall einmal ansehen!

Es mag normal denkenden Zeitgenossen etwas befremdlich vorkommen, dass man für ein digitales Zertifikat, ein Buch und ein T-Shirt oder den Zugang zu einer Party Geld spendet, um ausgerechnet einer Bank auf die Füße zu helfen oder aber mindestens 1000 GBP in stimmrechtslose Aktien zu investieren, um hierdurch wie erwähnt zur Demokratisierung des Bankwesens beizutragen. Zumindest die Höhe des Mindestinvestments steht etwas im Widerspruch zum Crowdfunding-Gedanken.

Wie auch immer man in dieser Frage denkt, man sollte sich auf jeden Fall den Pitch einmal ansehen, denn dieser ist wirklich gut gemacht. Die Zeit wird zurückgedreht zu den Anfängen des Bankwesens als Firmen wie Goldman Sachs niemand kannte und JP Morgan noch ein “Startup” war.

Aber seht selbst:

Hier im Blog war bereits mehrfach die Rede von Banken, die Gefahr laufen, die disruptive Innovation Crowfunding zu verschlafen. Es wäre sicher für die ein oder andere innovative Bank – ich will einmal Fidor Bank oder die Volksbank Berlin nennen – eine Überlegung wert, ob man nicht 250.000 GBP in die Hand nehmen sollte, um sich signifikant in einem sehr frühen Stadium an einem relevanten Player zu beteiligen, bei dem man dann durch die Inanspruchnahme eines Sessels eines non-exekutive directors hautnah eine ganze Menge über das Crowdfunding lernen könnte. Vermutlich könnte man, wenn man es richtig angepackt – en passant noch eine ganze Menge PR generieren.

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