„Somit ist Österreich für uns ein idealer Standort, für den Start von GREEN ROCKET, jedoch nicht der endgültige Zielmarkt.“ – Im Gespräch mit Wolfgang Deutschmann

GreenRocket

Klaus-Martin Meyer: Herr Deutschmann, Sie sind Geschäftsführer der Firma Green Rocket GmbH. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Wolfgang Deutschmann: Als Unternehmensberater in den Bereichen Erneuerbare Energie- und Umwelt-Investments bin ich Geschäftsführer und Mitgründer von GREEN ROCKET, der ersten, österreichischen Crowdinvesting-Plattform für nachhaltige Unternehmen. GREEN ROCKET hat sich zum Ziel gesetzt, die besten, nachhaltigen Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial ausfindig zu machen und jedem eine Beteiligung an diesen zu ermöglichen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass die Unternehmen stets aus den Bereichen Energie, Umwelt, Mobilität und Gesundheit kommen und dort einen erkennbaren Kundennutzen bringen.

Wir greifen einerseits den Unternehmen in Ihrem Wachstumsprozess unter die Arme, da Banken aufgrund immer strikter werdender Eigenkapitalvorschriften die Finanzierung von Wachstumsphasen einfach nicht mehr abbilden können.
Andererseits ist es sehr wichtig auch den Investoren eine attraktive Investitionsmöglichkeit mit hohen Renditechancen zu bieten, zu der Sie auf normalem Wege keinen Zugang hätten. Deshalb sind Unternehmen, die über unsere Plattform finanziert werden, nicht unbedingt Unternehmen, denen das Geld ausgeht wenn Sie keine oder eine zu geringe Crowdfinanzierung erhalten.
Das ist auch für die Investoren ein wichtiger Faktor zur Risikominimierung.
Wie man an unserer ersten Investitionschance, der SunnyBAG GmbH, erkennen kann, handelt es sich hierbei um ein Unternehmen, in das neben einem renommierten Business Angel zum Beispiel auch der Staat Österreich (aws Gründerfonds) investiert haben. Also eine echte Chance!

Klaus-Martin Meyer: Was macht den Markt für ökologisch orientierte Kapitalanlagen zu intessant, dass man auf die Idee kommt, für diesen einen CF-Plattform zu initiieren?

Wolfgang Deutschmann: Wir haben uns aus zwei wichtigen Gründen entschieden, auf das Thema Nachhaltigkeit zu setzen. Erstens, weil die Menschen (Gott sei Dank) immer mehr darauf achten, wie sich Ihr Handeln auf die Zukunft und Nachkommen auswirkt und solche Investments deshalb immer stärker präferiert werden. Zweitens, weil wir in diesem Bereich viel Expertise und ein großes Netzwerk an Venture Capital Gesellschaften, Business Angels und Experten haben, um die Unternehmen über die Crowdfinanzierung hinaus zu unterstützen – besser als es eine andere, nicht spezialisierte Plattform kann. Das schafft eine weitere Win-Win-Situation für Unternehmen und Mikro-Investoren.

Klaus-Martin Meyer: Der deutsche Markt scheint für die vielen „special interest“ Crowdfunding Plattformen bereits zu klein. Warum ist Österreich groß genug für Green Rocket?

Wolfgang Deutschmann: Österreich ist ein „guter Boden“ für nachhaltige Unternehmen – in der Steiermark gibt es zum Beispiel den weltweit führenden Umwelttechnik-Cluster, mit dem wir auch kooperieren. Somit ist Österreich für uns ein idealer Standort, für den Start von GREEN ROCKET, jedoch nicht der endgültige Zielmarkt. Strategisch sind wir äußerst international ausgerichtet und wollen langfristig Investments und Finanzierungen weltweit anbieten. Schon ab 2014 sind projektseitig Internationalisierungsschritte geplant – auf www.greenrocket.com investieren kann man schon heute auch von außerhalb Österreichs.

Klaus-Martin Meyer: Sie haben bereits zum Start ganz interessante Fundings auf der Plattform bzw. angekündigt. Womit haben Sie diese Firmen überzeugt?

Wolfgang Deutschmann: Es gibt für Unternehmen gute Gründe, sich für GREEN ROCKET zu entscheiden. Neben der Crowdfinanzierung, die ja auch jede andere Crowdinvesting-Plattform anbietet, investieren wir selbst in Marketing für unsere Projekte, sodass die Unternehmen gezielt Markenbotschafter gewinnen können. Des Weiteren bringen wir auch unsere Expertise und das Wissen eines hochkarätigen Expertengremiums ein, um das Unternehmen strategisch so richtig auf Erfolgskurs zu bringen. Auch Finanzierungspartner stehen für Anschlussfinanzierungen für Unternehmen, die eine Crowdinvesting-Runde bei GREEN ROCKET absolviert haben, bereit. Somit ist bei GREEN ROCKET auch gewährleistet, dass alles unternommen wird, damit sich das Unternehmen auch ökonomisch nachhaltig weiterentwickelt.

Klaus-Martin Meyer: Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Markt für equity orientiertes Crowdfunding in den kommenden Jahren entwickeln?

Wolfgang Deutschmann: Ich denke es wird von Seiten der Bevölkerung immer stärkeres Interesse an alternativen Investments geben, speziell an ökologisch orientierten – das zeigen auch Studien und Umfragen. Auch der Bedarf an solchen Finanzierungen steigt, wie schon eingangs erwähnt. Daher schreibe ich dem equity-based Crowdfunding entsprechend großes Potenzial zu. Wichtigster Faktor damit sich Crowdinvesting etablieren kann, ist meiner Meinung nach die Qualität der angebotenen Investmentchancen. Gerade beim equity-based Crowdfunding muss jeder darauf vertrauen können, dass es sich um gut ausgewählte, echte Chancen für die Investoren handelt, da die Leute eben nicht nur investieren, weil Sie die Idee und das Team sympathisch finden, sondern weil Sie Gewinnerwartungen haben. Genau diese Philosophie setzen wir mit GREEN ROCKET in die Tat um.

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