„Wir sehen Crowdfunding nicht ‚anstatt‘ sondern als Ergänzung zu Darlehen von der Bank“ – Im Gespräch mit Alf Thiele (Nexst4 GmbH)

Alf Thiele

Alf Thiele, Nexst4

Klaus-Martin Meyer: Herr Thiele, Sie sind bei Nexst4 Geschäftsführer. Könnten Sie ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Alf Thiele: Die Nexst4 GmbH ist eine Online-Einzelhandelsunternehmen mit über 30 Mitarbeitern und Sitz in Dresden. Wir sind spezialisiert auf den Verkauf von Dessous und Unterwäsche. Wir betreiben 8 Online-Shops, unter anderem sunny-dessous.de. Nexst4 kann auf über 10 Jahre E-Commerce-Erfahrung der Gründer zurückgreifen. Mit der Ausgründung 2009, dem Start für die Nexst4 GmbH, konnten wir die Idee von auf Dessous und Wäsche spezialisierten Online-Fachgeschäften weiter vorantreiben. Jetzt, 2013, können wir bereits auf vier erfolgreiche eigenständige Jahre zurückschauen.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell wollen Sie zur Finanzierung des weiteren Wachstums Kapital bei Crowdinvestoren einsammeln? Warum dieser Weg anstatt eines Bankkredites?

Alf Thiele: Wir sehen Crowdfunding nicht ‚anstatt‘ sondern als Ergänzung zu Darlehen von der Bank und denken, daß sich dieser Finanzierungsweg auch dauerhaft etablieren wird. Die Finanzierung unseres weiteren Wachstums realisieren wir aus Eigenmitteln, über Bankdarlehen, Finanzierungen des Landes Sachsen und über Crowdfunding.

Klaus-Martin Meyer: Ein Funding ist auch kein Selbstläufer und will gut vorbereitet sein. Wie hoch schätzen Sie die Kosten in Relation zum eingesammelten Kapital ein und welchen zusätzlichen Nutzen bringt ein Crowdfunding aus Ihrer Sicht?

Alf Thiele: Für uns ist es das erste Crowdfunding. Wir werden da auch unsere Erfahrungen sammeln inwieweit sich die tatsächlichen relativen Kosten und der zusätzlich erzielte Nutzen mit unserer Kalkulation und unseren Erwartungen deckt. An möglichem, zusätzlichem Nutzen sehen wir die Steigerung des Bekanntheitsgrades unseres Unternehmens und unserer Shops, z.B. für sunny-dessous.de. Des Weiteren sehen wir die Investoren auch als Multiplikatoren für unser Marketing. Der Marketingnutzen dieser Finanzierungsform ist aus unserer Sicht wesentlich höher als bei einem Bankkredit.

Klaus-Martin Meyer: Für das Funding wurden sehr detaillierte Auskünfte über das Geschäftsmodell gegeben. Haben Sie da keine Sorge, dass der Wettbewerb von Ihrem Funding gleich mit profitiert?

Alf Thiele: Nein, da haben wir keine Sorge. So speziell sind die veröffentlichten Details dann auch nicht.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss die Frage nach der Plattform. Warum haben Sie sich für die Deutsche Mikroinvest entschieden? Gab es ein Auswahlverfahren und nach welchen Kriterien wurde entschieden?

Alf Thiele: Crowdinvesting ist ja in Deutschland ein sehr junges Thema. Es hat eigentlich erst mit dem Jahr 2012 eine größere Öffentlichkeit und Relevanz erreicht, zumindest in der Online-Branche. Die Deutsche Mikroinvest war zu dem Zeitpunkt unserer  Entscheidung die für unsere Vorstellung passendste Plattform. Das betraf im Wesentlichen die Punkte Abwicklung und Laufzeit Fundingprojekt, mögliche Höhe Fundingbetrag sowie die Ausrichtung der Plattform bezüglich der Kapitalsuchenden.

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