„Durch die vielen Marketingaktionen und Pressemeldungen im Vorlauf einer Crowdfundingprojekts und während der Finanzierungsphase bekommen die Spiele auf jeden Fall einen großen Bekanntheitsschub innerhalb der Spieleszene.“ – Interview mit Frank Noack (Spieleschmiede)

Spiele-Offensive

Klaus-Martin Meyer: Mit der Spieleschmiede haben Sie eine eigene Crowdfunding-Plattform etabliert. Vergleicht man Ihre bisherige Fundingsumme mit den Generalisten unter den Plattformen, brauchen Sie sich alles andere als zu verstecken. Auch das Verhältnis von erfolgreichen Fundings zu solchen, die die Fundingsumme nicht erreicht haben ist beachtlich. Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Frank Noack: In der Spieleschmiede werden ausschließlich Projekte gefördert, die einen Bezug zum Thema Gesellschaftsspiele haben. Wir haben die Plattform in unseren Onlineshop Spiele-Offensive.de eingebettet, denn hier haben wir bereits über 500.000 Kunden, die für dieses Thema grundsätzlich offen sind. Ganz wichtig ist dabei unser Spielernetzwerk, die bereits erwähnte Community, die in der Spiele-Offensive.de verwoben ist.
Das allein ist aber noch nicht ausreichend, um ein Projekt zum Erfolg zu führen. Wir investieren deswegen selbst viel Arbeit und Geld in die Projekte der Spieleschmiede. So entwickeln wir gemeinsam mit den Projektpartnern eine Crowdfunding-Strategie, texten und entwerfen die Landingpage, entwickeln einen Social Media Plan, Erstellen Werbematerial und buchen auch Werbeplatz an geeigneter Stelle. Außerdem unterstützt unsere Pressesprecherin aktiv die laufenden Projekte, indem sie Publikationen in passenden Medien anregt. Fast 11 Jahre Erfahrung im Onlinehandel und -Marketing kommen uns hier zugute.
Da das auch ein erhebliches Risiko für uns birgt, gibt es ein paar Qualitätskriterien, die ein Projekt erfüllen muss, bevor wir es in die Spieleschmiede aufnehmen: Wir überprüfen daher die Projektkalkulation auf Realisierbarkeit und nehmen nur Spieleprojekte auf, an denen ein erfahrener Spieleredakteur oder Verlag redaktionell mitgewirkt haben.

Klaus-Martin Meyer: Durch Ihr Kerngeschäft sind Sie ja faktisch ein Fulfillment-Partner für die Projektinitiatoren. Das ist sicher ein großer Vorteil für die Spieleentwickler. Ist dieser Service ggf. mit einer Exklusivität verbunden, so dass das Kerngeschäft über das Fulfillment hinaus gefördert wird?

Frank Noack: Die meisten Spieleentwickler wissen unseren Service sehr zu schätzen. Vor allem beim Fullfillment, also dem Versand der Belohnungen. Partner, die selbst bereits Erfahrungen mit Kickstarter usw. haben, wissen außerdem vor allem zu schätzen, dass wir dabei auch das Management der Belohnungen, also „Welcher Unterstützer bekommt eigentlich was?“, komplett für sie übernehmen. Dazu kommen die oben genannten Services im Vorfeld und während der Kampagne sowie eine gewisse Zeit der Nachbereitung und Kundenbetreuung. Wir selbst verzichten nach dem Crowdfunding auf eine exklusive Vermarktung der Produkte. Wer den Spielemarkt kennt, weiß, dass das für die Verlage nicht förderlich wäre und es ist für unsere Ziele auch nicht notwendig.
Wir haben jedoch über die komplette Finanzierungsperiode ein exklusives Angebot. Und gerade viele Spielefans, also die Menschen, die Gesellschaftsspiele als ihr größtes und wichtigstes Hobby verstehen, werden in dieser Zeit aktiv, fördern die Projekte und müssen sich dazu bei unserer Spiele-Offensive.de anmelden. Die meisten von ihnen stimmen dabei zu, dass wir ihnen auch Angebote und Newsletter der Spiele-Offensive.de zusenden dürfen. So hat die Spieleschmiede auch einen nachhaltigen Effekt auf unser Kerngeschäft.

Klaus-Martin Meyer: Wie würden Sie den Marketing-Effekt aus den Crowdfundings für die Spiele und deren Entwickler beurteilen?

Frank Noack: Durch die vielen Marketingaktionen und Pressemeldungen im Vorlauf einer Crowdfundingprojekts und während der Finanzierungsphase bekommen die Spiele auf jeden Fall einen großen Bekanntheitsschub innerhalb der Spieleszene. Das wirkt sich auf alle Fälle positiv für die dadurch entstehenden Produkte aus. Die Verlage, als Entwickler, können das Crowdfunding nutzen, um sich einen guten Ruf in der Spieleszene aufzubauen, indem sie Kundenorientierung und Kundennähe demonstrieren, während der Finanzierungsperiode und danach regelmäßig als Ansprechpartner für die Unterstützer zur Verfügung stehen und offen über den Projektverlauf kommunizieren. Auf diese Art schaffen sie sich Fans, die auch bei den nächsten Projekten dabei sein werden und auch sonst den Produkten des Verlags positiv gegenüber stehen.

Klaus-Martin Meyer: Das Thema Crowdfunding wird insgesamt betrachtet sicherlich aktuell immer noch populärer. Gibt dies auch Ihrer Plattform immer noch Rückenwind?

Frank Noack: Vor etwa eineinhalb Jahren, als das erste Projekt bei uns finanziert wurde, hat sicherlich auch der Reiz des Neuen beim Konzept Crowdfunding eine große Rolle gespielt. Inzwischen wurden, vor allem in der Spieleszene, schon sehr viele Projekte durchgeführt, ob in der Spieleschmiede, startnext oder bei Kickstarter. Einige der Kickstarterprojekte sind leider auch trotz Finanzierung gescheitert, wodurch es bei den ersten Unterstützern inzwischen schon zur Ernüchterung geführt hat und diese nun viel genauer prüfen, ob sie ein Projekt unterstützen. Hier sehe ich aber den Vorteil unseres Spieleschmiedekonzepts, denn durch die von uns erzwungene, redaktionelle Bearbeitung von Spielen wird ein gewisser Qualitätsstandard gewahrt und die Unterstützer haben einen verlässlichen Ansprech- und Vertragspartner in Form der Spieleschmiede, der ihnen die nötige Sicherheit beim Crowdfunding gibt.

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