BrewDog macht Schule – Warum sich Crowdfundings besonders gut für Brauerei-Finanzierung eignen

Arran Brewery

Die Firma, die in meiner Wahrnehmung bisher das meiste Geld unter dem Ticket “Crowdfunding” eingesammelt hat, ist die Brauerei BrewDog im UK. Die “Equity Punks” (Selbsteinschätzung) haben in mehreren Runden fast sieben Millionen GBP für (ihr auch laut einem meiner Facebook-Freunde bemerkenswertem) Bier von der Crowd akquiriert.

Die BrewDogs sind aber mitnichten die einzigen Brauer, die die Crowd angezapft haben. Da gibt es jede Menge weitere Beispiele. Über Crowdcube wurden im UK diverse Microbrauerein erfolgreich zum Fundingziel gebracht. In diesen Tagen wurde Little Brew via Crowdcube finananziert. Zuvor waren es weitere Brauereien: Quantock Brewery, Brüpond Brewery und Hop Stuff Brewery.
Bei dieser Fülle könnte Crowdcube beinahe eine eigenen Rubrik für das Thema aufmachen.

Auf anderen Plattformen ist das Bild ähnlich. In Deutschland sorgte auf inkubato das Funding zur Rettung der Berliner Weißen für Begeisterung. Giesinger Bräu aus München hat ein Eigenfunding durchgeführt und wurde parallel dazu von Mashup Finance unterstützt. Gibt man bei den Kreativplattformen das Stichwort “Bier” ein, findet man eigentlich immer etwas. Aktuell kann man sich z.B. am Pitch der Privatbrauerei Albersdorf beteiligen, um ein Projekt für in Whiskyfässern gereiftes Bier zu unterstützen. Mit Craftfund existiert in den USA sogar eine Crowdfunding-Plattform, die sich speziell dem Thema Mikrobrauereien widmet.

Arran Brewery eifert Brew Dog nach

Nach dem Vorbild von Brew Dog will nun die Arran Brewery mittels (Eigen-) Crowdfunding eine neue Brauerein auf dem schottischen Festland errichten, an die ein Hotel und ein Visitors Center angegliedert ist. Damit soll praktisch das funktionierende Geschäftsmodell von der Insel Arran exportiert werden.

Die Mikrobrauerein bringen das Bier wieder zurück zu den Menschen vor Ort. In früheren Jahrhunderten waren lokale Brauereien eine Selbstverständlichkeit. Vor dem Zeitalter der Kühlung ging es auch gar nicht anders. Hierzu passt natürlich ein “Community Based”-Funding wie die Faust aufs Auge. Interessanter weise waren früher auch Aktiengesellschaften eine der wichtigsten Gesellschaftsformen für Brauereien.

Beteiligung steigert Identifikation mit dem Produkt

Die Begeisterung für ein Bier, dass von einer Bier begeisterten lokalen Crowd finanziert wurde, dürfte ungleich größer sein als für ein “uniformes” Industriebier einer Marke, die einem internationalen Konzern im fernen Brasilien gehört.

Wird ein Bier dagegen lokal produziert von Brauern, die vom Bier genauso besessen sind, wie die Kunden, dann sollte ein Crowdfunding eigentlich die Finanzierung der Wahl sein und Banken grundsätzlich außen vor gelassen werden!

Das geplante Funding der Arran Brauerein finde ich deshalb besonders gut, weil um das eigentliche Geschäftsmodell herum noch auf die Anziehungskraft des Handwerks “Bierbrauen” gesetzt wird. Die Fans und Touristen können sich die Produktion ansehen und anschließend dem ungehemmten Konsum fröhnen und den hoffentlich eintretenden Rausch im Hotel ausschlafen. Das ist doch ein rundes Konzept.

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