Co-Investments von Angels und Crowd – Interessante Plattformen

MyMicroInvest

Ein interessantes Segment innerhalb der breiten Palette von Crowdfuning-Marktplätzen ist das solcher Plattformen, die Co-Investments von erfahrenen Angels bzw. Investoren und der Crowd miteinander kombinieren. Als Vorbild für das Prinzip kann man sicher AngelList in den USA benennen, wobei AngelList bisher ausschließlich für akkreditierte Investoren zur Verfügung steht. Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen es zulassen, will AngelList sich aber für die Crowd öffnen. Auf der Plattform bildet ein Leadinvestor ein Syndikat mit einer Crowd von Unterstützern, die dann mit vergleichsweise kleinen Summen in ein Startup investieren können. Laut netzwertig.com hat AngelList bisher die erstaunliche Summe von über 200 Millionen US-Dollar vermittelt. Die Firma ist selber hervorragend finanziert und hat u.a. von Google Ventures kürzlich eine Finanzierungsrunde von 24 Millionen US-Dollar geschlossen.

SyndicateRoom ist im UK erfolgreich in den Markt eingetreten

Anders als in den USA gibt es in Europa bereits Plattformen, die das Modell von AngelList auch für kleine Crowdinvestoren modifiziert haben.

Im UK ist SyndicateRoom aktiv. Die Firma beschreibt ihre Aktivitäten selbst wie folgt:

SyndicateRoom is the only UK equity crowdfunding platform that focuses on adding value to investors. We give our members access to invest in start-ups that are backed by some of the UKs leading Business Angel investors. What’s more, as investor on SyndicateRoom you enjoy the same economic rights as the Business Angels so if they make money, so do you.

Laut der Tageszeitung The Telegraph hat das jüngst in den Markt eingetretene Startup bisher sieben Finanzierungen realisiert und dabei 950.000 GBP eingesammelt. Der Leadinvestor muss bei jedem Funding mindestens 25 Prozent des Finanzvolumens stemmen. Das Minimuminvestment für die Crowdinvestoren liegt bei 500 GBP.

MyMicroInvest in Belgien ist schon sehr viel weiter

Bisher blieb die belgische Plattform MyMicroInvest von meinem Radar leider unentdeckt. Leider deshalb, weil sich da im vergleichsweise kleinen belgischen Markt erstaunliches tut. MyMicroInvest verfolgt das gleiche Prinzip, dass Angels und Crowdinvestoren gemeinsam auf dem Marktplatz aktiv werden, um Startups zu finanzieren. Die Belgier haben bereits Crowdfundings mit einem Volumen von knapp drei Millionen Euro realisiert. Mit von der Partie waren über 10.600 Crowdinvestoren. Die Crowd investiert dabei zu den gleichen Konditionen wie die Business Angel. Bereits mit 100 Euro kann man sich in interessante Firmen einkaufen.

Die Vorteile liegen auf der Hand!

Der Vorteil solcher Plattformen liegt auf der Hand. Wenn die Crowd die identischen Konditionen erhält wie die Angel kann das nicht schaden. Zudem wird die Erfahrung der Angels mit der “wisdom of the crowd” kombiniert, was vermutlich auch von Nutzen sein sollte. Findet das Investment zu gleichen Bedingungen statt, profitiert die Crowd ggf. auch von den Erfahrungen des Angel-Investors. Die Startups, die ein Funding suchen, haben freilich den Vorteil, dass ein großes Stück vom Kuchen bereits vom Leadinvestor übernommen wird und die Wahrscheinlichkeit, dass die Zielsumme zusammenkommt steigt.

Auch für die Plattformbetreiber selber ist die Konstellation von Vorteil. Denn ein Vorwurf, der zumindest in Deutschland hier und da anklingt, ist, dass die Crowdfunding-Marktplätze eine Art Resterampe sind für Startups, die keine Finanzierung durch BAs oder VCs bekommen.

Fazit: Das Modell ist sehr interessant. Ob es hierfür freilich eigenen Marktplätze braucht, sei einmal dahingestellt. Denn auch die bestehenden Marktplätze könnten sicherlich (z.B. durchaus auch fallweise) das Prinzip kopieren, wenn es sich anbietet.

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