Crowdfundings für den Traum des Fliegens

 

Auf den Spuren der Gebrüder Wright

Auf den Spuren der Gebrüder Wright

Das Fliegens ist vermutlich ein kollektiver Traum der Menschheit, der seit jeher die Gemüter bewegt hat. Und dieser Traum ist auch in Zeiten von selbstverständlichen Interkontinentalflügen weiter höchst lebendig. Dies zeigen aktuelle Crowdfundings. Eines wurde hier  bereits behandelt, nämlich das Funding für ein fliegendes Auto, das aktuell auf Wefunder läuft. Auf Indiegogo sucht aktuell ein ähnlich gelagertes Projekt Unterstützer. Auch in diesem Fall geht es um ein fliegendes Auto (Skycar), für dessen Realisierung 958.000 US-Dollar gesucht werden.

Der Traum vom Fliegen und Crowdfunding – Das hat Tradition, auch in Deutschland

Bereits im Jahre 1908 sorgte eine Spende mit deutlichen Crowdfunding-Zügen für die Finanzierung eines Flugobjektes. Bei der so genannten Zeppelinspende sammelte eine “Crowd” im Deutschen Reich die sagenhafte Summe von sechs Millionen Reichsmark, um nach der Havarie des Luftschiff LZ 4 einen neuen Zeppelin finanzieren zu können.
Auch die Entstehung der Firma Cargolifter AG, die einen Zeppelin für den Lastentransport entwickeln und kommerzialisieren wollte, trägt Züge eines (equity based) Crowdfundings. Im Rahmen mehrerer Privatplazierungen bei Kleinanlegern wurden Millionen eingesammelt. Aufgrund des Themas genoss Cargolifter eine große Popularität und ganz sicher begeisterten sich die Anleger besonders für das Luftschiff ähnlich wie die Spender bei der Zeppelinspende Anfang des Jahrhunderts.

Seedmatch knüpft an diese große Tradition an

An diese traditionsreichen Vorbilder knüpft Seedmatch mit einem sehr spannenden Crowdfunding in der kommenden Woche an. Das Helicopter-Startup E-Volo will einen Elektro-Heli zur Marktreife bringen. Stimmen die Angaben der Gesellschaft, dann dürfte der mit 18 elektrischen Rotoren angetriebene Einmannhelikopter, die Kosten einer Flugstunde im Bereich kurzer Distanzen drastisch senken. Auch die Ökobilanz sieht günstig aus. Man kann also tatsächlich von einer disruptiven Technologie sprechen.

Auch der noch amtierende Bundeswirtschaftsminister zeigt sich begeistert von den Aktivitäten der Firma:

„Wenn ich sehe, was das Team von e-volo innerhalb der letzten Monate geleistet hat, muss ich sagen, die von uns dafür bewilligten Fördermittel sind wirklich gut angelegte Gelder der deutschen Steuerzahler.“ Philipp Rösler 29. Juli 2013

Angesichts der oben erwähnten amerikanischen Fundings nehmen sich Fundingschwelle und Fundingziel mit 100.000 bzw. 500.000 Euro doch recht bescheiden aus. Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema geeignet wäre, um Seedmatch ein neues Rekordfunding zu bescheren. Wundern würde mich eine signifikante Erhöhung des Fundingziels ergo nicht. Solche Erhöhungen sind in der letzten Zeit durchaus vorgekommen…

Wie groß das Interesse und die Begeisterung für den E-Volo sind, belegt das Youtube-Video vom Jungfernflug des Hubschraubers. Dieses wurde über 8.000.000 mal aufgerufen! Mehr als 20.000 Zuschauer sagten “Daumen hoch”.

Angesichts dieser allgemeinen Begeisterung ist es schade, dass Seedmatch aktuell für Interessenten, die kein Konto in Deutschland haben, noch keine Möglichkeit bietet, dass man als Investor aktiv werden kann. Das Funding wäre inhaltlich mehr als geeignet, auch “ausländisches” Kapital nach Deutschland zu ziehen. Davon hätte ganz sicher auch die deutsche Crowdfunding-Landschaft profitieren können.

Jungfernflug des E-Volo

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