Änderungen über die Crowdfunding-Plattformen nachdenken sollten … (Klappe, die zweite)

Crowdinvestor Relations Manager

Am Sonntag hatte ich in der ersten Folge dieser kleinen Serien angeregt, dass die CF-Plattformen darüber nachdenken sollten, die maximalen Summen, die Crowdinvestoren bei einem einzelnen Funding finanzieren dürfen, substanziell zu erhöhen.

Ein “Friends and Family”-Index ist eine gute Idee

Heute will ich einen Vorschlag an die verschiedenen Marktplätze adressieren, den ich bereits an zwei Stellen vorgebracht habe. Mein Vorschlag ist, dass jede Plattform eine Art “Friends and Family”-Index entwickelt sollte. Dieser Index sollte in geeigneter Form quantifizieren, wie stark die genannte Gruppe (neudeutsch auch Netzwerk genannt) in das jeweilige Startup zu investieren bereit ist. Das Engagement von Freunden und Familienmitgliedern könnte als Validierung des Geschäftsmodells und noch mehr des Gründerteams (denn niemand kennt die Gründerpersönlichkeiten besser) interpretiert werden. Denn wenn man nicht einmal die eigenen Leute überzeugt werden könnten, wen will man dann überzeugen? Oder positiv ausgedrückt: Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf, wenn ein Freund dennoch investiert, dann muss an der Geschäftsidee oder der Gründerpersönlichkeit schon etwas dran sein.

Wie könnte ein solcher Index aussehen?

Ein solcher Index könnte sicher in zwei Varianten implementiert werden. So könnte ein Funding zunächst für eine definierte Zeit nur privat online gehen, so dass die “Friends and Family” vorab die Möglichkeit haben, zu investieren. Dann könnte aus dem Engagement ein Index errechnet werden, der das Commitment in geeigneter Form quantifiziert.

Eine zweite Variante wäre es, den Index nicht wie oben statisch und vorab, sondern dynamisch und während eines laufenden Fundings zu errechnen, so dass der Index während des Fundings noch ansteigen kann.

In beiden Fällen müssten die Initiatoren des Fundings so etwas wie eine Liste definieren, die eine feste Anzahl von Leuten (z.B. 100) umfasst.

Ein solcher Index könnte aus meiner Sicht zu einer Steigerung der Transparenz und der Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell eines Startups beitragen. Zudem wäre die Verbundenheit eines Teils der Crowd vielleicht noch etwas ausgeprägter, weil der ein oder andere sicher stolz wäre, ein Teil der Freunde der Firma zu sein.

Diskriminierung?

Crowdcube hat nach eigenen Angaben über die Einführung eines solchen Instruments nachgedacht, dann aber davor zurückgeschreckt, weil es solche Startups, die über kein großes (und ggf. wohlhabendes) Netzwerk verfügt, diskriminieren könnte. Ich bin der Meinung, dass man derartige Vermutungen zwar anstellen kann. Besser ist es jedoch man probiert erst einmal aus, was passiert und sieht dann weiter, wie man das Instrument noch besser machen kann.

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