„Crowd Valley ist ein White Label Crowdfunding Plattform Anbieter mit Hauptsitz in San Francisco.“ – Im Interview mit Lars Markull

Crowd Valley

Klaus-Martin Meyer: Lars, Du bist im Business Development bei Crowdvalley.com aktiv. Würdest Du dich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Lars Markull: Sehr gerne. Crowd Valley ist ein White Label Crowdfunding Plattform Anbieter mit Hauptsitz in San Francisco. Wir sind jedoch nicht nur in den USA vertreten, sondern auch zum Beispiel in England, Italien, Finland und Deutschland. Als White Label Anbieter stellen wir unseren Kunden nicht nur eine Crowdfunding Plattform in verschiedensten Ausführungen zur Verfügung, sondern auch umfangreiche Back Office Lösungen, Unterstützung bei Regulierungsfragen, Crowdfunding Workshops und vieles mehr. Unsere Kunden kommen größtenteils aus den drei folgenden Zielgruppen: Eigenständige Crowdfunding Plattformen (Equity, Debt, Real Estate, Erneuerbare Energien, …), sogenannte Broker Dealer (hauptsächlich in den USA) und in der Zukunft auch vermehrt Anbieter aus der Finanzindustrie.

Ich selbst bin seit meinem letzten Master Semester in den USA bei Crowd Valley im Business Development Team tätig und bin seit meiner Rückkehr nach Deutschland hauptsächlich für die Produktentwicklung und auch Sales zuständig.

Klaus-Martin Meyer: Zuweilen wird Crowdfunding aktuell als eine Art moderner Goldrausch empfunden. Übertragen auf Crowd Valley. Was ist lukrativer: nach Gold suchen oder Schaufeln an die Goldsucher verkaufen?

Lars Markull: Die Frage nach der reinen Lukrativität lässt sich natürlich schwer beantworten. Fest steht, dass es um einen unglaublich spannenden Markt handelt und die große Hoffnung, dass Crowdfunding eine entscheidende Quelle der Mittelbeschaffung für verschiedenste Projekte werden kann, treibt sicherlich viele von uns an. Ob nun letzten Endes “Gold suchen” oder das “Verkaufen der Schaufeln” lukrativer ist, wird sich im Einzelfall zeigen. Wir haben uns nicht für das “Verkaufen von Schaufeln” entschieden, weil wir hier deutlich größere Profit Chancen sehen, sondern der Markt und die Möglichkeiten deutlich vielfältiger sind. Wir sind in der Lage unsere Plattform und Serviceleistungen in allen Ländern und in den verschiedensten Ausgestaltungen anzubieten. Diese Möglichkeiten hätten wir nicht, wenn wir eine eigene Platform betreiben würden.

Klaus-Martin Meyer: Die Entwicklung des Marktes ist ja durchaus spannend. Inwieweit wird Euer Geschäft durch die regulatorische Situation auf dem Heimatmarkt bisher noch behindert?

Lars Markull: Da wir Crowdfunding Plattformen und Service Leistungen rund um das Thema Crowdfunding anbieten, sind wir selbst direkt nicht von Regularien betroffen aber selbstverständlich ist es ein wichtiges und entscheidendes Thema für unsere Kunden. Wir selbst beraten nicht in regulatorischen Fragen, haben aber ein großes Netzwerk und können helfen den richtigen Kontakt herzustellen.

Zudem sehen wir derzeit, dass unser Geschäft durch neue Regularien deutlich erleichtert wird. Zum Beispiel erleichtert der Title II des JOBS Act in den USA unseren Kunden bestehende Projekte an bereits bekannte Investoren anzubieten. Die unterschiedliche Regularien in Europa sind sicherlich noch nicht der Optimalzustand, aber wenn wir zum Beispiel die Entwicklung in Italien und Frankreich als Vorreiter nehmen, dann könnte auch vieles in Europa leichter sein.

Klaus-Martin Meyer: Auch in Europa tut sich einiges. Wie bearbeitet Ihr den hiesigen Markt? (Von den Staaten aus oder durch lokale Vertretungen?)

Lars Markull: Defintiv! Auch wenn die unterschiedlichen Regularien noch etwas hemmend sind, so ist der Europäische Markt nichtsdestotrotz ein wachsender und höchst attraktiver Markt für uns. Wir erhalten immer mehr Anfragen aus den verschiedenen Europäischen Ländern. Unser Hauptsitz ist zwar in San Francisco jedoch haben wir Mitarbeiter auf der ganzen Welt verteilt. In Europa haben wir zum Beispiel ständig Kollegen in London, Mailand und Hamburg sitzen. Diese Konstellation erlaubt es uns in vielen verschiedenen Märkten aktiv zu sein und da wir auch regelmäßig auf den verschiedensten Konferenzen anzutreffen sind und unsere eigenen Workshops organisieren, ist auch ein persönlicher Austausch mit unseren Kunden immer möglich.

Klaus-Martin Meyer: Wie wird sich der Crowdfunding-Markt aus Deiner Sicht im kommenden Jahr entwickeln?

Lars Markull: Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass Banken nicht (immer) die beste Quelle für die Finanzierung verschiedenster Projekte sind. Aus diesen Grund gepaart mit all den weiteren Vorteile die Crowdfunding liefert, ist es kein Wunder das Crowdfunding bisher so erfolgreich gewesen ist. Diese Entwicklung wird in meinen Augen auch in Zukunft Bestand haben und auch andere Bereiche werden vermehrt versuchen sich diese Vorteile zu Nutze zu machen. Wir sehen steigendes Interesse an unseren Crowdfunding Plattformen aus dem Umfeld der Universitäten, Forschungsinstituten aber auch von Finanzdienstleistern und Unternehmen die Firmeninternes Crowdfunding betreiben wollen. Von daher ist meine Hoffnung, dass die Regularien sich diesem Trend angemessen anpassen werden damit diese Entwicklung nicht gehemmt wird.

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