„Wir präsentieren über unser Portal unsere Kunden und gleichzeitig erreichen wir über fundsters.de damit die ganze Nation.“ – Im Gespräch mit Michael Paul (crowdfunding-südbaden.de)

Crowdfunding Südbaden

Klaus-Martin Meyer: Herr Paul, Sie sind Geschäftsführer der Firma braintools consult gmbh, die mit crowdfunding-südbaden.de den deutschen Crowdfunding Markt um eine weitere Plattform mit Lokalkolorit bereichert. Könnten Sie sich und Ihre Plattform bitte kurz vorstellen?

Michael Paul: Wir sind als Unternehmensberatung seit 15 Jahren auf die Finanzierung von Unternehmen spezialisiert. In diesen Jahren haben wir über 350 Unternehmen und Gründer beraten. Der Aufwand und die Probleme, eine passende Finanzierung über eine Bank zu bekommen, wurden in diesen Jahren ständig größer.
Seit Langem suchen wir daher schon nach Lösungen, die die klassische Bankfinanzierung ergänzen oder sogar ersetzen können. Gerade der Bereich Eigenkapital spielte da bei uns immer eine wichtige Rolle. Wir haben daher Konzepte zur Beteiligungsgesellschaft ebenso geprüft wie Genossenschaften, Genussschein-Emissionen und mehr. Alles war aber zu aufwändig, teuer oder für unser Klientel nicht passend.
So beobachteten wir seit Anfang 2012 auch die Entwicklung des Crowdfundings, besser gesagt des Crowdinvestings.
Nach intensiver Vorbereitung sind wir nun im Herbst 2013 mit unserem regionalen Portal crowdfunding-südbaden.de und der ersten Kampagne gestartet.

Klaus-Martin Meyer: Warum braucht Südbaden eine eigene Plattform? Und was hat die Initialzündung gegeben, um eine solche Plattform zu etablieren?

Michael Paul: Wir sind überzeugt, dass Crowdinvesting ein großes Potenzial hat. Bis jetzt ist das gesamte Marktvolumen aber noch sehr, sehr überschaubar und lässt kaum einem Portal genug Spielraum, um schon Geld zu verdienen. Aber das wird sich die nächsten Jahre ändern. Bei unserer Planung haben wir mit allen großen Portalen gesprochen und überall positives Feedback zu einem regionalen Angebot bekommen. Die meisten waren aber viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Klar scheint es zunächst merkwürdig, im Internet etwas zu regionalisieren. Südbaden ist eine gesunde, attraktive Region mit vielen spannenden jungen Unternehmen. Gleichzeitig gibt es genug Geld und grundsätzlich interessierte Anleger. Gerade in einer Zeit, in der auf Festgeldkonten gerade mal 0,5 % bezahlt wird und die Inflation das Geld entwertet. Durch den regionalen Bezug entsteht eine höhere Identifikation zwischen Anleger und Unternehmen. Ein persönlicher Kontakt ist möglich. Man tut gerne was für die eigene Region. Mitmachen und Unterstützen sind ja auch zwei wichtige Motive des Crowdinvestors, neben einer guten Rendite.

Klaus-Martin Meyer: Mit Fundsters haben Sie bei der Umsetzung auf einen bereits aktiven Player gesetzt. Warum bekam Fundsters den Zuschlag?

Michael Paul: Der Aufwand für eine eigene Portallösung ist enorm. Viele Portale haben das unterschätzt und verschwinden so auch wieder vom Markt. Ohne hohen Kapitaleinsatz und einen langen Atem geht da nichts. Zudem ist Know-how für die Anlegerverwaltung und -betreuung gefragt.
Für Fundsters haben wir uns entschieden, weil es ein noch junges Portal ist wie wir. So kann man gemeinsam wachsen. Gleichzeitig hat uns überzeugt, dass Fundsters der einzige Anbieter mit BaFin gebilligtem Prospekt ist und stille Beteiligungen auch oberhalb der 100.000 €-Marke anbieten kann. Ein rechtlich sehr solides Konzept. Die anderen Portale arbeiten meist mit Darlehensvarianten, Rangrücktritt etc., bei denen teilweise auch der Charakter des Eigenkapitals fraglich ist. Das überzeugte uns nicht so sehr. Für unsere Kunden hat das Fundsters-Modell zudem den Vorteil, im Fall des erfolgreichen Fundings nur einen Vertrag zu haben, nicht 500 oder mehr. Wir präsentieren über unser Portal unsere Kunden und gleichzeitig erreichen wir über fundsters.de damit die ganze Nation. Die vertragliche Abwicklung läuft über Fundsters, die Betreuung erfolgt vor Ort. Ein vielfacher Nutzen für das Unternehmen und den Investor.

Klaus-Martin Meyer: Wie werden Sie nun die Anleger und Firmen anlocken, damit sich auf crowdfunding-südbaden.de ein lebendiger Handel entwickelt.

Michael Paul: Unsere Akquise geht in beide Richtungen. Nur gute Projekte auf dem Portal zieht Anleger an. Gleichzeitig müssen genügend interessierte Anleger vorhanden sein, damit spannende Projekte sich auf dem Portal gut aufgehoben fühlen und die Erfolgsaussichten groß sind. Wir müssen also Henne und Ei gleichzeitig finden. Da geht es uns nicht besser wie allen jungen Portalen, aber ich denke, durch die Regionalität und unser gutes Netzwerk wird uns das etwas leichter fallen.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend die Frage nach den Zielen für 2014. Wo wollen Sie in einem Jahr stehen?

Michael Paul: 2014 ist für uns ein Aufbaujahr, ganz klar! Das bedeutet für uns viel darüber reden, schreiben, Vorträge und Veranstaltungen durchführen. Die Akquise von einigen guten Projekten, passende Partnern und einem möglichst großen Interessentenkreis steht da im Mittelpunkt. Und natürlich, dass die Kampagnen auch erfolgreich sein werden und Crowdfunding in Südbaden ein fester Begriff in der Unternehmensfinanzierung wird.

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