„Wir wünschen uns natürlich Investoren, die in Ihrem Umfeld als Markenbotschafter fungieren…“ – Im Gespräch mit Sedat Aktas (Geile Weine)

Geile Weine

Klaus-Martin Meyer: Sedat, Du bist Geschäftsführer und einer der drei Gründer von Geile Weine. Könnteste Du dich und Euer Startup bitte kurz vorstellen?

Sedat Aktas: Sehr gerne. Mit GEILE WEINE haben wir das erste Online-Portal gegründet, das sich explizit an junge und Wein-unerfahrene Menschen richtet. Mit dem simplen Ansatz, die Weine aus der Kundenperspektive zu betrachten und dementsprechend zu kategorisieren, wollen wir den Zugang und das Verständnis, für das sehr komplexe Thema Wein, revolutionär vereinfachen – insbesondere für unserer Zielgruppe. Ganz intuitiv geht es bei uns nicht mehr um den Jahrgang, die Rebsorte oder den Abgang des Weines, sondern nur noch um den Moment, für den der Wein gebraucht wird: egal, ob die nächste WG-Party ansteht, Opas Geburtstag oder der erste Besuch bei den zukünftigen Schwiegereltern – wir bieten den passenden Wein für jeden Moment. Denn ohne die entsprechende Kenntnis steht man oft verloren vor dem Weinregal – egal, ob vor dem echten oder dem virtuellen. Wir bieten diesen Weinkunden eine einfache Orientierung, die sie sofort verstehen – ganz nach unserem Credo: Für jeden Moment den richtigen Wein.

Klaus-Martin Meyer: Das Geschäftsfeld eCommerce für Weine ist sicherlich kein ganz einfaches Terrain. Es gibt etablierte Player. Zudem streben Inkubatoren in den Markt, die vermutlich bis auf weiteres in Umsatz investieren und kein Geld verdienen müssen. Warum seit Ihr so optimistisch, dass Geile Weine dennoch ein lukratives „Pferd“ ist, auf das man wetten kann?

Sedat Aktas: Ja, das Geschäftsfeld hat gerade sehr viel Dynamik. Der Weinmarkt gilt als eine der letzten Bastionen des klassischen, stationären Handels. Den Wandel hin zum elektronischen Handel wird er sich jedoch kaum entziehen können. Die großen Handelsketten versuchen dies mit ihren Online-Ablegern zu begegnen. Sie bieten Online das gleiche Konzept wie Offline – eine sehr sehr große Auswahl mit einer Sortierung nach typischen Weinkriterien. Für Menschen, die genau wissen, was sie suchen ist das super. Für alle Anderen bleibt das Rätselraten. Die anderen Online-Lösungen, die zum Teil von Inkubatoren finanziert werden, sprechen inhaltlich das gleiche Klientel an. Es werden „Premium-Weine“ zu „besten“ Preisen angeboten und wieder können nur Weinkenner beurteilen, ob die angepriesenen Schnäppchen tatsächliche Schnäppchen sind. In dieses, vom Preis getriebene, Segment wollen wir uns gar nicht erst begeben. Wir positionieren uns als Marke ganz klar Abseits vom Preiskampf und orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Kunden und die Resonanz nach nur zwei Monaten ist überwältigend. Ohne nennenswerte Marketingaktivitäten erzielen wir schon jetzt relevante Umsätze und haben sehr spannende Kooperationen in der Pipeline, die uns noch mal einen Schub geben werden. Unser Name, unser Design und unsere Ausrichtung werden uns Helfen zur ersten Online-Marke im Weinhandel zu werden. Damit differenzieren wir uns ganz klar von allen anderen Anbietern auf dem Markt. Zum Thema „in den Umsatz investieren“ kann ich nur sagen, dass wir als Kaufleute ein funktionierendes Geschäftsmodell aufbauen wollen. Mit einem innovativen Konzept, einer starken Marke und einem tragfähigen Geschäftsmodell werden wir uns durchsetzten – das hat dann nichts mehr mit einer Wette zu tun.

Klaus-Martin Meyer: Zur Finanzierung habt Ihr Euch zugunsten eines Crowdfundings entschieden?

Sedat Aktas: Wir haben uns auch mit „Institutionellen Investoren“ unterhalten – haben uns am Ende aber für das Crowdfunding entschieden. Mit unserem Konzept sind wir in der Crowd besser aufgehoben. Zum einen sorgt diese Form der Finanzierung für zusätzliche Reichweite in unserer Zielgruppe und erhöht den Bekanntheitsgrad unserer Marke. Zum anderen ist jeder Investor ein begeisterter Markenbotschafter, der zudem mit jedem Einkauf zum Erfolg seiner eigenen Investition beitragen kann.

Klaus-Martin Meyer: Warum habt Ihr Euch für Seedmatch entschieden? Ein anderes Seedmatch-Funding für ein Startup mit Weinbezug ist bisher nicht unbedingt als Selbstläufer einzustufen.

Sedat Aktas: Wir haben uns verschiedene Crowdfunding-Plattformen angeguckt und Seedmatch war von Anfang an die erste Wahl. Der Auftritt, die Struktur und der bisherige Erfolg von Seedmatch haben uns sofort überzeugt. Die bisherige Zusammenarbeit zeigt, dass wir mit unserer Einschätzung richtig lagen. Die Arbeit des gesamten Teams ist geprägt von höchster Professionalität und dann sind die alle auch noch super nett – besser gehts nicht.
Die Macher von Unglaublich (das andere Start-Up) kennen wir persönlich und finden, dass sie ein geiles Produkt auf den Markt gebracht haben. Nach jedem Event, bei dem interessierte Investoren das Produkt probieren durften, bewegte sich auch bei der Finanzierung etwas. Ich denke, dass hier der Geschmack und die Qualität des Produkts einen großen Einfluss auf die Investitionsentscheidung haben. Unser Konzept versteht man vor dem Bildschirm sitzend und die Marktbedingungen mit dem entsprechenden Potenzial sprechen für sich.

Klaus-Martin Meyer: Wein ist ein sehr emotionales Produkt. Was dürfen emotionale Crowdinvestoren abgesehen von Ihrem Geld mit einbringen?

Sedat Aktas: Ja, Wein ist sehr emotional und vor allem die Momente, in denen er getrunken wird. Wir wünschen uns natürlich Investoren, die in Ihrem Umfeld als Markenbotschafter fungieren und somit die Bekanntheit ihrer eigenen Investition steigern und uns mit konstruktivem Feedback und neuen Ideen zur Seite stehen.

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar