Interview mit Ines Zimzinski zum Start von Crowdfans

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Klaus-Martin Meyer: Ines, Du hast die neue Crowdfunding-Plattform Crowdfans gestartet. Könntest Du dich und die Plattform bitte kurz vorstellen?

Ines: Mein Name ist Ines Zimzinski, ich bin seit knapp 18 Jahren im Vertrieb und Marketing tätig. Auf Grund meiner Firma diehoeragenten UG habe ich in den letzten drei Jahren diverse Lesungen und Events organisiert und daraus entstand irgendwann die Idee, das man das doch einfacher und verlässlicher machen könnte. Viele Autoren, Verlage und Hörverlage haben Facebookfans, wickeln darüber auch ihre Events ab, aber nur weil 3.000 Leute sagen, sie kommen, muss dann nicht der Realität entsprechen. Auch hat nicht jeder Buchverlag die Möglichkeit, egal ob Manpower oder Kapital, seine Autoren auf Lesetouren zu schicken, viele Autoren kümmern sich selbst darum und sind da äußerst kreativ, wie Stefan Gemmel, der eigens einen LKW für seine Lesungen gemacht hat. Oder Georg Erny, der eine Balaleika mit zu den Lesungen bringt. Und genau solche „Perlchen“ wollen wir mehr Hörern, Besuchern in die Städte bringen. Aber auch Autoren, die „nur“ schreiben wollen, können sich Lesungen finanzieren lassen, nur das sie dann eben das Budget für den Sprecher/Vorleser miteinplanen. Desweiteren ist die Plattform spannend für kleine Verlage, die erst Recht wenig Budget haben, aber um die Kundennähe und Fanbindung zwischen Autor und Fan wissen.
Anders gesagt: Mit CrowdFans können die Fans sich die Autoren via Crowdfunding in Ihre Stadt holen – wir sind eine Mischung aus Pre-Order und das gepaart mit den Zusatzangeboten, die man aus dem Crowdfunding kennt. Exklusive Lesezeichen, Specialangebote, etc.

Ziel ist es, auch Bands und Filmmacher auf CrowdFans zu präsentieren. Bands, die aus der Garage rauswollen oder Filmemacher, die Kinos bespielen wollen, aber absolute Besucherzahlen brauchen.

Klaus-Martin Meyer: Mit den Höragenten hast Du „deine Ohren überall“. Wie ergänzt Crowdfans die bisherigen Aktivitäten?

Ines: CrowdFans ist die perfekte Weiterentwicklung. Hörspiele und Hörbücher kosten viel Geld, da sind Lizenzen, Sprecher, Musik, Sounddesign etc. Um das alles auf die Bühne zu bringen, bedarf es auch hier Budget, das sich die Hörspiellabels und Hörbuchverlage nur über die Verkäufe holen können. Auf der anderen Seite, wissen die Verlage aber auch hier um die Fanbindung und um die Bedeutung von Livehörspielen auf den Bühnen – damit sind diehoeragenten mit CrowdFans der passende Ansprechpartner 🙂 Zudem haben wir mittlerweile eine große Sprecherdatenbank, aus der wir schöpfen können und so den Autoren, die nicht selber lesen wollen oder können, auch hier Ersatz anbieten können.

Klaus-Martin Meyer: Crowdfans scheint aus der Sicht von jemanden, er sich nicht mit den relevanten Themen auskennt, ein recht spezielles Nischenangebot zu sein.
Wie wird es gelingen, eine kritische Masse an Usern auf die Plattform zu bekommen, damit diese echten Nutzen für die Beteiligten stiften kann?

Ines: Wir sprechen die an, die auf Events stehen, die Livehörspiele besuchen, Lesungen mögen und gern „Hinter die Kulissen“ schauen. Ja, wir sind Nische, aber ich denke, da wird auch bei anderen Plattformen zukünftig der Trend hingehen. Zur Zeit bedienen die bekannten Plattformen alles – Kreative, Designer, Produktionen, soziale Aktionen und Produkte. Hier entsteht eine gewisse Art der Unübersichtlichkeit, ich nenne das gern „Reizüberflutung“ und so weiß der Unterstützer gar nicht, was er zuerst finanzieren möchte und so rutschen auch tolle Ideen wieder aus dem Fokus. Einige Plattformen, wie bettervest, gehen da schon in eine starke Richtung, eben nur Social oder SellaBand, die eben nur Musiker unterstützen.

Im Endeffekt steht und fällt eine Plattform mit den Fans, wir trommeln in den Foren und Netzwerken, die unser Angebot spannend finden könnten. Mit unseren Partner ist das relativ einfach, da sie ja schon einen „Kundenstamm“ haben. Unser Partner Lovelybooks hat 57.000 User, die Verlage haben ihre Leser, die ihre Bücher kaufen und nun den Autor dazu kennenlernen wollen.

Uns gibt es jetzt seit drei Wochen und wir haben jeden Tag 1-2 Neuanmeldungen, ohne das wir viel an Werbung gemacht haben. Aber wir sind auch realistisch und wissen, dass das langsame Wachsen Stabilität gibt und der Content entscheidet, das heisst, wie sich die Autoren vorstellen, was sie anbieten und über welche Themen sie schreiben, wird entscheiden, wieviele User auf CrowdFans den Anmeldebutton drücken.

Klaus-Martin Meyer: Unten auf der Seite werden diverse, z.T. recht bekannte Partner aufgeführt. Welche Rolle spielen diese und wie konnten diese gleich zum Start gewonnen werden?

Ines: Durch die Agenturarbeit war der Kontakt teilweise schon da, bzw. fiel uns die Akquise leicht. Die Verlage haben uns mit offenen und freundlichen Armen aufgenommen und auch gleich in Newslettern und auf ihren sozialen Netzwerkseiten vorgestellt. Die „großen“ Verlage, wie Droemer Knaur oder Piper sind noch etwas verhalten und beobachten noch, aber wir sind sicher, mit Geduld und mit wachsender Fanbase, sehen sie das Potential und steigen mit ein, bzw. empfehlen uns als Alternative an ihre Autoren.

Klaus-Martin Meyer: Wie sehen jetzt kurz nach dem Start die Ziele für das kommende Jahr aus?

Ines: Das kommende Jahr wird super spannend für uns, die ersten Bands sind angesprochen, die ersten Filmemacher zeigen Interesse, es kommen die Autoren auf uns zu und die mediale Aufmerksamkeit, die wir zur Zeit genießen, wird ihr übriges dazu tun, das CrowdFans weiter wachsen wird.

Jetzt sind wir einfach nur überglücklich und dankbar, das wir von allen Seiten soviel Aufmerksamkeit und Akzeptanz erhalten.

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