Crowdfunding-Plattform des Jahres 2013

 

Wie im letzten Jahr mache ich es kurz und schmerzlos. Die Crowdfunding-Plattform des Jahres ist Bergfürst. Die Gründe hierfür sind:

  • Mit Abstand größte Fundingsumme
  • Investment-Vehikel: Aktien!
  • Funktionierender Sekundärmarkt
  • Eine klassische Bank wird Anteilseigner der Bergfürst AG

Plattform des Jahres

Aus der Sicht der Crowdstreet-Redaktion ist die Sache mit dem Sekundärmarkt der mit Abstand wichtigste Punkt. Dieser Punkt hat dem anderen Favoriten in diesem Jahr nämlich Seedrs aus dem UK zum Sieg gefehlt. Für Seedrs hat gesprochen, dass man die eigenen Crowd eingeladen hat, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. Das haben zwar auch andere in diesem Jahr erfolgreich geschafft, aber Seedrs hat im Gegensatz zu Crowdcube A-Aktien ausgegeben und die mehr als zwei Millionen GBP in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit eingesammelt. Aber es gibt eben keinen Sekundärmarkt. Da Seedrs die Aktien der Crowd poolt, wäre dieser sicher administrativ betrachtet leicht umzusetzen.

Bergfürst dagegen hat einen Sekundärmarkt

Der Sekundärmarkt von Bergfürst ist bis dato ein echtes Alleinstellungsmerkmal unter allen Crowdfunding-Plattformen. Und es ist nicht nur ein Marketinginstrument, denn Crowdstreet hat den Markt getestet und für absolut funktionsfähig befunden. Die zu einem Kurs von 10 Euro bei der Emission gezeichneten Aktien wurden ein paar Tage später zu 10,50 Euro verkauft. So muss das sein. Natürlich wird der Handel dann und wann etwas dünn sein, das sieht man schon daran, dass zuweilen Tax-Kurse gestellt werden (so wie heute). Aber: Es gibt einen Markt und die Abwicklung ist aus Kundensicht ideal. Verglichen damit, war der Ausstieg aus einer Seedmatch-Beteiligung langwierig und nervig, was nicht zuletzt am Startup lag.

Bergfürst konnte Bank zum Einstieg gewinnen

Sehr interessant ist im Fall von Bergfürst auch, dass es einer Crowdfunding-Plattform gelungen ist, eine echte Bank zum Einstieg in ihr disruptives Geschäftsmodell zu bewegen. Auch wenn die Pressestelle der Berliner Bank auf Crowdstreet-Anfrage betonte, dass es ein reines Finanzinvestment sei und man seinen Kunden keinesfalls Investments auf Bergfürst empfehle. Dennoch dürfte für den ein oder anderen Anleger der Einstieg der Volksbank eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen sein und in Zukunft bleiben. Möglicherweise wird der ein oder andere Leser es als langweilig empfinden, dass hier immer wieder auf dem Punkt mit dem Sekundärmarkt herumgeritten wird. Die Redaktion bleibt aber dabei, jede Plattform sollte und muss in Zukunft einen Handel für die Anteile anbieten. Wenn hierzu eine Bafin-Lizenz her muss, dann muss diese eben her! Hier können alle Plattformen von Bergfürst lernen, daher hat Bergfürst den Titel “Crowdfunding-Plattform des Jahres 2013” verdient!

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3 Responses to Crowdfunding-Plattform des Jahres 2013

  1. Roland sagt:

    Ein sinnvoller Sekundärmarkt, bzw. der Handel von Anteilen MUSS meiner Ansicht nach unabhängig von der Zusammenarbeit mit welcher Platform auch immer sein. Ansonsten kann man kaum von einem freien Markt sprechen sondern von internen Trades. Wichtiger wäre der Aufbau eines echten offenen Marktplatzes.

  2. klausmartin sagt:

    Das sehe ich anders. Am wichtigsten ist, dass jeder Crowdinvestor seine Anteile überhaupt auf einem Sekundärmarkt handeln kann. Wenn das Ganze eines Tages auf einem übergeordneten offenen Marktplatz möglich ist, auf dem die Liquidität dann noch besser ist als auf den vielen vergleichsweise kleinen Plattformen, dann ist das sicher noch besser. Aber im ersten Schritt wäre es hilfreich, wenn überhaupt ein Handel möglich ist. Und unfrei kam mir mein eigener Trade auf Bergfürst nun wirklich nicht vor.

  3. Glückwunsch an Guido und sein Team!

    Eine schöne Auszeichnung von einem der aktivsten deutschen Crowdfunding-Blogs