p2p-Kredite machen Banken Konkurrenz – Wells Fago verbietet eigenen Mitarbeiter Aktivitäten auf p2p-Plattformen

WellsFago

Während die Crowdfunding-Szene jede Erfolgsmeldung im p2p-Sektor als Beleg abfeiert, dass dem disruptiven Ansatz die Zukunft gehört, weiß Ottonormalverbraucher praktisch noch nicht einmal, dass es Plattformen wie Auxmoney, Smava oder Lendico gibt. Den Banken wird von den Fürsprechern vorgeworfen, sie würden das Thema verschlafen. Auch hier im Blog wurde bereits die Empfehlung ausgesprochen, dass es an der Zeit ist, dass sich zukunftsorientierte Banken an aussichtsreichen Plattformen beteiligen sollten. Bisher hat es solche Beteiligungen allenfalls im homöopathischen Ausmaß gegeben und bei Lending Club wird gemunkelt, dass es dieses Jahr einen Börsengang geben könnte. Von einem Tradesale an eine Bank war dagegen noch nichts zu hören.

Wells Fago erkennt die Konkurrenz

Auch wenn die Bankenwelt vermeintlich das Thema verschläft, heißt das nicht, dass man die Konkurrenz, die da im Kleinen mit großen Wachstumsraten entsteht, nicht inzwischen erkannt hat. Wie bizjournals.com gestern meldet, hat Wells Fargo seine Mitarbeiter aufgefordert, nicht mehr auf p2p-Plattformen aktiv zu werden und bestehende Positionen sinnvoll und ohne Verluste abzubauen, so dies möglich ist. Und Wells Fago ist nicht irgendeine kleine Provinzbank. Die US-Bank fuhr in 2013 einen Nettogewinn von 22 Milliarden Dollar ein. Dieser Gewinn ist so groß, dass es noch etwas dauern wird, bis der p2p-Sektor ein aggregiertes Volumen in gleicher Höhe erreichen kann. Und bei Wells Fago sprechen wir nur vom Gewinn. Die Bank ist also ein echte Hausnummer. Wenn so ein Riese seine Mitarbeiter auffordert, das eigene Geld eben nicht auf Crowdlending-Marktplätzen zu investieren, dann wird man dort seine Gründe haben. Und wenn man seine Mitarbeiter zu so einem Verhalten auffordert, dann hat man sicher die Geldflüsse von Wells Fago-Konten in Richtung Lending Club oder Prosper bereits einmal analysiert…

Peinliches Signal

Dennoch ist die Aufforderung natürlich ein peinliches Signal. Vielmehr sollte Wells Fabo seine Mitarbeiter auffordern, sich noch mehr anzustrengen, damit die Bank in die Lage versetzt wird, ebenso wettbewerbsfähige Produkte bereitzustellen, wie dies im Zusammenspiel von Crowdinvestoren und den Plattformen möglich ist. Peinlich ist die Meldung auch deshalb, weil ein ehemaliger CEO von Wells Fago den p2p-Marktplatz Daric finanziert. Da hat der Ex wohl die Zeichen der Zeit besser erkannt…

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