Crowdcube setzt ersten Investmentfond auf

Crowdcube Ventre-Fund

Auf Crowdstreet wurden bereits diverse Mal Gedankenspiele zum Thema Crowdfunding-Fonds angestellt. Crowdcube macht jetzt ernst und setzt einen solchen Fond auf, den Crowdcube Venture Fund. Der Fond richtet sich an solche Investoren, die weder Lust noch Zeit haben, sich die Pitches auf Crowdcube gründlich anzusehen, um Kaufentscheidungen zu treffen und ein gut austariertes Portfolio aufzubauen. Gemanagt wird der Fond von Strathtay Ventures, einer Tochterfirma der börsennotierten Braveheart Investment Group. Die “Eintrittskarte” für diesen Fond beträgt 2500 GBP. Wie bei Investmentfonds üblich, werden eine einmalige Gebühr sowie ein jährlicher Management-Fee fällig.

Unterschiedliche Motivationen

Die Motivationen für die Auflegung eines solchen Fonds sind sicherlich unterschiedlicher Natur. Braveheart erschließt sich potentiell eine Kundengruppe, die für Fondgesellschaften ggf. schon verloren schien, nämlich Investoren mit einem Faible für Crowdfundings, die bisher nur direkt auf den Crowdfunding-Plattformen investieren konnten. Das Geschäftsfeld wächst stark und sicherlich hat der ein oder andere Crowdcube-User auch ein Interesse an einem solchen Fond. Damit bekommt Braveheart also mehr als 50.000 potentielle Kunden frei Haus geliefert.

Crowdcube hat seinerseits auf der anderen Seite die Hoffnung, dass der Crowdcube Venture Fund vor allem von Bestandskunden der Fondgesellschaft gezeichnet wird, die ihr Portfolio mit einem einem neuen Thema diversifizieren wollen. Mit Hilfe eines solchen Fonds könnte also die Liquidität auf der Plattform verbessert werden. Crowdfundings erreichen dann schneller Fundingschwellen bzw. -ziele. Damit wird die Plattform attraktiver für Startups. Eine verbesserte Liquidität ist aufgrund des Marktplatz-Charakters von Crowdcube mit seinen vielen, parallel laufenden Fundings durchaus wichtig.

Für Anleger interessant?

Ob ein solcher Fund auch für den Anleger noch interessant ist, steht auf einem anderen Blatt. Crowdcube stellt den Startups 5 Prozent der Fundingsumme in Rechnung. Der Fond wiederum stellt seinen Anlegern weitere Prozente in Rechnung (wie erwähnt initial und jährlich), so dass vom Start weg schon einmal ein Stück vom Kuchen fehlt. Dies muss jeder Anleger im Hinterkopf haben. Sicherlich ist der Crowdcube Venture Fund ein interessantes Vehikel. Interessanter ist allerdings aus meiner Sicht der Worth Foundation Fund, in den man gerade auf Seedrs investieren kann. Dort kann man ohne die beschriebenen doppelten Nebenwirkungen in ein Portfolio aus drei Startups investieren, die im Rahmen eines nationalen Business-Wettbewerbs ermittelt werden. Bei diesem Fond ist man bereits mit 100 GBP dabei. Der Fond wird direkt von Seedrs verwaltet.

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

2 Responses to Crowdcube setzt ersten Investmentfond auf

  1. Unter dem Aspekt der Risikostreuung sind Investmentfonds auch im Crowdunding zu begrüßen. Die Nachteile:

    -Crowdfunding wird auf den Faktor Geld reduziert.
    -Nützliche Rückkopplungen zwischen der Crowd und ihrem Startup werden durch Investmentfonds unterbunden.
    -Auch Co-Creation bzw. Co-Working wird ausgehebelt.

    Je mehr Leute in Investmentfonds investieren, desto weniger taugt Crowdfunding als Gradmesser für die Marktakzeptanz eines Startup.

    Einen weiteren Ansatz zur Risikominimierung bietet die belgische Plattform MyMicroInvest. Auf dieser Crowdfunding Plattform sind Co-Investments mit VC-Gebern möglich. Sehr interessant, weil Mikroinvestoren von der Due Diligence der VC-Geber profitieren. MyMicroInvest ist in unserem Index europäischer Crowdfunding Plattformen zu finden: http://icfff.org/de/?page_id=7755

  2. klausmartin sagt:

    In der Regel sind die maximalen Investitionssummen pro Pitch zumindes hier in Deutschland ja auf 10.000-25.000 begrenzt, so dass die erwähnten Gefahren hierzulande zu relativieren sind. Im UK sieht das durchaus anders aus. Glaube bzw. hoffe aber, dass die Schnittmenge von klassischen Crowdinvestoren und Investoren, die via Fond in das Segment investieren durchaus begrenzt sind.