Interview zum zweiten Fairnopoly-Crowdfunding mit Ulrike Pehlgrimm

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Klaus-Martin Meyer: Frau Pehlgrimm, Sie sind verantwortlich für die Pressearbeit der Fairnopoly eG. Könnten Sie sich und die Genossenschaft bitte kurz vorstellen?

Ulrike Pehlgrimm: Ich bin zur Gründung der Genossenschaft im Dezember 2012 bei Fairnopoly eingestiegen. Zu dieser Zeit habe ich mich neben der Uni um die Pressearbeit gekümmert. Mittlerweile bin ich für unsere Social Media Auftritte, den Blog und die Pressearbeit zuständig. Die Genossenschaft besteht mittlerweile aus über 1000 Mitgliedern, die sich besonders für unser Unternehmensmodell interessieren und für die Idee einen Online-Marktplatz in Hand seiner Nutzer*innen zu betreiben. Als Genossenschaft 2.0 versucht Fairnopoly die Mitglieder auch durch diverse Online-Tools miteinzubinden.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell wirbt Fairnopoly das zweite Mal Genossenschaftsanteile via Startnext ein. Nach einem Beitrag in der Taz scheint mir das Umfeld nicht gerade das optimalste zu sein. Wie beurteilen Sie die Lage?

Ulrike Pehlgrimm: Unsere Crowdfunding-Kampagne hatte leider einen schweren Start, da wir zum Start der Kampagne Post von den Anwälten von Hasbro bekommen haben. Durch die zusätzliche Belastung dieses möglichen Rechtskonflikts fiel dem Team die Werbung für die Kampagne sehr schwer. Nach Weihnachten und einer Beruhigung der Markensituation, schreiten wir jetzt aber mit vollem Elan voran. Die stärkste Entwicklung findet bei Crowdfunding-Kampagnen in der Regel in der letzten Woche statt. In den letzten Tagen ist viel Geld bei Startnext eingegangen, deswegen bin ich, so wie das gesamte Team, sehr zuversichtlich, dass wir unser Crowdfundingziel erreichen können.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie etwas dazu sagen, wie sich bis dato das Verhältnis von „Alt-Genossen“ zu erstmaligen Zeichnern von Genossenschaftsanteilen verhält?

Ulrike Pehlgrimm: Im Herbst 2013 haben wir eine Umfrage unter unseren Mitgliedern durchgeführt, um herauszufinden was die Zeichner motiviert hat, bei Fairnopoly einzusteigen. Dabei zeigte sich, dass die meisten Anteilszeichner zum ersten Mal in eine Genossenschaft investiert haben. Das zeigt sich auch beim durchschnittlichen Alter unserer Genossenschaftsmitglieder, die meisten von Ihnen sind zwischen 25 und 45.

Klaus-Martin Meyer: Für viele Crowdinvestoren dürfte ein Genossenschaftsanteil ein Novum sein. Können Sie das Konstrukt für die „Greenhorns“ vielleicht kurz erklären. Was sind die Vor- und Nachteile aus der Sicht eines Anlegers?

Ulrike Pehlgrimm: Im Gegensatz zu einem Crowdfunding, bei dem man meist sogenannte „Perks“ erhält, erhält man bei einem Crowdinvestment dagegen Anteile an dem geförderten Unternehmen. Bei Fairnopoly sind dies Genossenschaftsanteile. Zwischen 50 und 10.000 Euro können Anteile gezeichnet werden. Sobald Fairnopoly Gewinn erwirtschaftet erhalten die Mitglieder anteilig an Ihrer Einlage 25% vom Gewinn (die anderen 75% werden anderweitig gespendet, an FFP Halter vergeben und in die Weiterentwicklung investiert). Im Gegenzug kommen auf die Anteilszeichner keine zusätzlichen Kosten zu, sollte Fairnopoly Schulden erwirtschaften. Der Anteilserwerb ist also eine einmalige Angelegenheit, der Interessierten die Chance gibt bei Unternehmensentscheidungen mitzureden. Als Genossenschaft 2.0 hat Fairnopoly diverse Aspekte in der Satzung verankert, die Genossenschaftsmitglieder stärker in die Unternehmensentwicklung einbindet.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss würde mich noch ein kleines Ausblick interessieren? Warum sollte sich der Leser gleich zu startnext durchklicken, um in Fairnopoly zu investieren?

Ulrike Pehlgrimm: Fairnopoly steckt, was die Entwicklung des Marktplatzes angeht, noch in den Anfängen. Mit dem Startkapital der ersten Crowdfunding-Kampagne haben wir den Marktplatz bis zu diesem Punkt entwickelt. Mit den Mitteln aus der aktuellen Kampagne wollen wir den Marktplatz konkurrenzfähig weiterentwickeln. Zu den ersten Neuerungen nach der Kampagne gehören ein Warenkorb und die Anbindung an verschiedene Warenwirtschaftssysteme, die das Angebot auf dem Marktplatz schnell erhöhen sollen. Es gibt zwar bereits einige Online-Marktplätze, aber Fairnopoly ist der erste Anbieter, der auch kleinen Investoren die Möglichkeit bietet Teil einer großen Bewegung zu sein. Durch die Transparenz, die Fairnopoly an den Tag legt sind Anteilszeichner auch ständig über unsere Entwicklungen informiert und können über das Mitgliederforum aktiv Einfluss auf neue Entwicklungen nehmen. Fairnopoly wird so zu einem Online-Marktplatz von und für seine Nutzer*innen. Bis zum 7. Februar sollte deswegen jeder die Chance nutzen und mindestens einen Anteil über startnext bei Fairnopoly zeichnen.

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