„Ziel ist es mit der Crowd erstmals 250.000 Euro Crowdinvesting in Österreich zu erreichen.“ – Interview mit Dr. Reinhard Willfort zum Funding für die 1000×1000 Crowdbusiness GmbH

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Klaus-Martin Meyer: Herr Dr. Willfort, aktuell bieten Sie der Crowd eine Beteiligung an 1000×1000 Crowdbusiness GmbH. Wie läuft das Funding an?

Dr. Reinhard Willfort: Wir haben vor wenigen Tagen die Fundingschwelle von 25.000 erreicht. Für uns ist das ein erstes Signal, dass die Idee von „100% Crowd“ bei unserer Crowd angekommen ist. Wir haben den Mindestbeitrag nun auf 100 Euro verringert damit möglichst viele Leute mitmachen können. Wir wollen mit der 1000×1000 Crowdbusiness GmbH eine breite Basis für Crowdfunding in Österreich schaffen, die vor allem von der Crowd getragen wird. Ziel ist es mit der Crowd erstmals 250.000 Euro Crowdinvesting in Österreich zu erreichen.

Klaus-Martin Meyer: In Ihrem Archiv finden sich drei Crowdfundings, wo die Fundingschwelle nicht erreicht wurde. Ist der österreichische Markt überhaupt groß genug, um auch eine Crowdfunding-Plattform zu einem validen Geschäftsmodell zu machen?

Dr. Reinhard Willfort: Von fünf Projekten sind zwei von der Crowd finanziert worden. Eine drittes wurde alternativ finanziert, die Sichtbarkeit auf 1000×1000.at war dazu aber hilfreich. Wir liegen damit in der weltweiten Statistik erfolgreich finanzierter Crowdfunding Projeke von 35-40% Erfolgsquote. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber noch zu wenig Sichtbarkeit und zu wenig registrierte Investoren. Uns ist Transparenz wichtig und man wird auf 1000×1000 auch in Zukunft Projekte sehen, die von der Crowd nicht finanziert wurden. Letztlich ist das ein wichtiger Schutz für Anleger aber auch für die Projektbewerber, die damit frühzeitig Feedback bekommen.

Der österreichische Markt befindet sich im Aufbau und wir bündeln heute mit knapp 1025 registrierten Crowdinvestoren bereits über 9 Mio. Euro. Damit könnten wir theoretisch 36 Projekte mit 250.000 Euro (max. Volumen in Österreich ohne Kapitalmarktprospekt) finanzieren.
Unser Geschäftsmodell endet aber nicht mit einem erfolgreichen Crowdfunding für das jeweilige Projekt, wir sind ja im Herzen seit 12 Jahren Innovationsdienstleister. Unser Ziel ist es gemeinsam mit den Startups und KMUs Innovationserfolge zu feiern also Unternehmen auf- und auszubauen, die neue Produkte & Services aber vor allem neue Arbeitsplätze schaffen.

Klaus-Martin Meyer: Die eingesammelten Mittel dienen auch der internationalen Expansion. Nach welchen Kriterien wurden die neuen Zielmärkte ausgewählt?

Dr. Reinhard Willfort: Wir wollen mit dem Investmentschub die Vorreiter-Position am österreichischen Markt festigen und weiter ausbauen. Gleichzeitig sehen wir im CEE-Markt großes Potenzial, um zu expandieren. Auch in CEE gibt es Kapitalreserven auf privaten Konten und die Bereitschaft Bottom Up etwas zu bewegen ist größer den je bzw. auch notwendig.
Wir sind mit der ISN d.o.o (Tochter der ISN) seit 2002 in Slowenien mit Innovationsdienstleistungen aktiv und haben die Schwierigkeiten dieser Region in den letzten Jahren hautnah miterlebt. Banken ziehen sich aus diesen Märkten wieder zurück, deren „Goldgräberstimmung“ der letzten Jahre ist wohl entgültig vorbei. Was übrigt bleibt, ist aber eine durchaus tragfähige Basis und großes Potenzial für „Crowdbusiness“.

Klaus-Martin Meyer: Noch einmal kurz zusammengefaßt. Warum sollten Crowdinvestoren über ein Engagement in Ihrer Firma nachdenken?

Dr. Reinhard Willfort: Wir haben mit den bisherigen Crowdfunding-Projekten sehr viel gelernt und daraus ist auch die Idee entstanden unsere Crowd noch stärker in die Abläufe und Entscheidungen der Plattform einzubinden. Wir haben schon bisher sehr viel Wert darauf gelegt nicht nur einen „modernen Investmentfonds“ zu bauen, wo Entscheidungen ausschließlich Top Down fallen. Wir leben volle Transparenz und setzen auf die kollektive Intelligenz der Crowd.

Ein finanzielles Engagement bei der „1000×1000 Crowdbusiness GmbH“ liefert damit die Option eines der spannendsten Projekte, das wir jemals losgetreten haben, aktiv mitzugestalten und auch selbst davon zu profitieren.

Als bei unseren Innovationskunden vor einigen Jahren die Finanzierungsengpässe für Innovationsprojekte immer größer geworden sind, waren wir ja gezwungen neue Modelle zur Finanzierung anzudenken.
Ich habe damals scherzhaft gesagt: „Wir sollten nicht über Banken schimpfen, bauen wir doch eine eigene, die besser funktioniert!“.

Aus heutiger Sicht haben wir zwar nicht vor „eine Bank zu bauen“ aber ich bin zutiefst überzeugt, dass Crowdfundind das globale Finanzsystem nachhaltig verändern wird. Wir sind also sozusagen am Weg…

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