Crowdfunding in the UK? It’s easy…

Seedrs

In den letzten Tagen hat die Redaktion erstaunt zur Kenntnis genommen, dass es hierzulande begeisterte Crowdinvestoren gibt, die gefühlt alle Crowdfundings bei Seedmatch & Co. mitnehmen, aber die Möglichkeit von Crowdinvestments im Ausland bisher noch gar nicht in Anspruch nehmen. Zwar wird dem Portfolio-Gedanken sowohl in der Streuung des Risikos über verschiedene Startups und auch über verschieden Plattformen hinweg Rechnung getragen. Dennoch sollte man zumindest darüber nachdenken, ob man das Crowdfunding-Risiko nicht auch regional und währungstechnisch weiter streuen sollte/könnte. Dazu kommt in Deutschland ja noch der Meinungsstreit in Sachen Partiarische Darlehn vs. Equity. Solange Bergfürst noch nicht richtig ins Rollen kommt, kann man im Inland nur ein Portfolio mit Hilfe von Darlehn, Genussscheinen und stillen Beteiligungen aufbauen.

Wer gern in Fremdwährungen und/oder Equity diversifizieren will, für den ist sicher der UK das Land der Wahl. Die Startup-Szene in London mit Sicherheit ähnlich lebendig wie in Berlin, wenn nicht sogar noch lebendiger. Der Crowdfunding-Gedanke ist in Großbritannien zudem noch weiter entwickelt. Und zu guter Letzt kann man auch auf der Insel bereits mit kleinen Summen “spielen”.

Seedrs für den Anfänger die Plattform der Wahl

Will man sich mit Crowdinvestments im UK näher befassen und vielleicht sogar etwas investieren, dann sei die Plattform Seedrs empfohlen. Aufgrund des verfolgten Pooling-Ansatzes und dem Zeitpunkt des Marktstartes ist Seedrs in etwa mit Companisto vergleichbar. Bei Seedrs allerdings investiert man in richtiges Equity also in Aktien. Dies gilt auch für den Pionier Crowdcube, wo man im Gegensatz zu Seedrs bei kleinen Investments in der Regel aber nur stimmrechtslose B-Aktien erhält. Aus Sicht deutscher Anleger spricht für Seedrs allerdings, dass man aufgrund des Zahlungsdienstleisters für den Kapitaltransfer standardmäßig nicht über ein Konto im UK verfügen muss. Wer bei Crowdcube aktiv sein will, braucht bis dato faktisch ein Konto auf der Insel. Es geht im Einzelfall zwar auch ohne, dann muss man allerdings das Team von Crowdcube direkt kontaktieren und anschließend eine Überweisung tätigen (ggf. mit allen Gebühren-Nachteilen).

Seedrs bietet interessante Startups

Auf Seedrs sind laufend interessante Startups präsent. Die Plattform hat bereits über 52 Startups mit einem Fundingvolumen von über 5 Mio. GBP abgewickelt. Nach einem Eigenfunding von über 2 Mio. GBP und einer Beteiligung von Seiten einer US-amerikanischen Investmentgesellschaft gehört Seedrs zu den am komfortabelsten finanzierten Plattformen weltweit. Die Gesellschaft installierte darüber hinaus den ersten britischen Crowdfunding-Marktplatz, der sich der Regulierung der FCA (britscher Watchdog für die Finanzindustrie, vergleichbar mit der Bafin) unterstellte. Investments sind ab Summen von 10 GBP möglich. Für Aufsehen sorgte Seedrs als man die Möglichkeit eines Investments in einen Crowdfunding-Fond ermöglichte, der seinerseits in drei Startups eines Startup-Wettbewerbs investieren wird. Nachteilig ist – wie bei allen andern Marktplätzen abgesehen von Bergfürst -, dass es keinen Sekundärmarktplatz gibt. Seedrs denkt nach eigenen Angaben auch nicht über die Einrichtung eines solchen nach. Dies gilt bis auf Weiteres auch für Crowdcube.

Aufgrund der vielen interessanten Geschäftsmodelle und Investmentangebote sei allen begeisterten Crowdinvestoren empfohlen, sich mit der britischen Szene und den dortigen Plattformen einmal näher auseinanderzusetzen.

P.S. weil Seedrs sich auch anderen europäischen Märkten öffnet, können Startups aus anderen Ländern über ein Funding auf der Plattform nachdenken. Aktuell ist ein Startup aus Italien diesen Weg gegangen.

[Disclaimer: Der Autor hält kleine Crowd-Beteiligungen sowohl an Seedrs als auch an Crowdcube, die größere übrigens an Crowdcube]

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