Tastybox – Die Mahlzeit ist gegessen

tastyboxAm Mittwoch lief das Postfach der Crowdstreet-Redaktion in kürzester Zeit über. Diverse Leser kommentierten den Hinweis auf die Insolvenz (hierfür vielen Dank, das hilft die Pleiten- Pech und Pannen-Liste up to date zu halten) von foodieSquare und mittelbar und unmittelbar betroffene Crowdfunding-Fans teilten sich mit. Auch im Netz hinterließ das Ereignis seine Spuren.

Zunächst ging Seedmatch im Corporate Blog auf die Sache ein. Eine umfangreiche Analyse des Sachverhaltes in bilanzieller Hinsicht ist im Parabanking-Blog von Eric Schreyer nachzulesen. Eine zentrale Passage aus dem Blogposting ist die Folgende:

 

“Hinterher ist man immer schlauer, schon klar. Aber foodieSquare hat den Investoren der zweiten Crowdinvesting-Runde keine Chance gegeben, sich über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse zu informieren. Denn das Unternehmen hat bei der Fertigstellung des Jahresabschlusses alle gesetzlichen Fristen deutlich überzogen. ”

 

Sowohl die Gesellschaft auch als Seedmatch haben inzwischen ihre Sicht der Dinge unter dem Posting kommentiert. Die Lektüre ist auf jeden Fall interessant.

In diversen Diskussionen z.B. auf Facebook werden geradezu stereotypenhaft die immer gleichen Dinge wiederholt. Da wird betont, dass es sich bei Investments in Startups um Risikokapital handelt. Während dem entgegengehalten wird, dass die Plattformen genauer hinschauen und recherchieren müssen. Dieser Vorwurf wird wiederum gekontert mit den Thesen, dass dies gar nicht möglich ist und mit dem Trade off der Verhinderung von Innovation erkauft wird.

Es gibt aber auch Stimmen, die sind weniger zimperlich. So mailte ein erfahrener Investor:

 

“Die [Anm. der Red.: foodieSquare] verbrennen in 6-9 Mon 500k und keiner bekommt es mit, weil die mit Crowdgeld machen können, was sie wollen. […] Ich war mit denen im Gespräch vor den Crowd-Runden, nicht überzeugend die beiden als Personen. Wenn das so weitergeht ist Crowdfunding bald tot.”

 

Diese Sicht der Dinge ist zwar übertrieben, weil die wenigsten Phänomene auch wegen größerer Schocks im System gleich kollabieren. Natürlich könnte sich bei derartigen Häufungen die Platzierung zukünftiger Fundings erschweren. Auch werden ganze Plattformen aufgeben, das ist aber sicher nicht das Ende des Crowdfundings. Dennoch zeigt die drastische Aussage, dass der ganzen Szene echte Erfolgserlebnisse langsam aber sicher sehr, sehr gut tun würden. Statistisch betrachtet müsste sich diesbezüglich aber auch bald mal etwas tun …

Im Fall von Tastybox ist das Scheitern besonders schade. Im Umfeld von diesem ganzen Quatsch, der in überteuerten Boxen heute verschickt wird, hat sich Tasytbox wohltuend abgehoben. Die leckeren Mahlzeiten haben sehr gut geschmeckt und die mitgeschickten laminierten Rezepte trösten auch über das ein oder andere noch vorhandene Gutscheinguthaben hinweg, über das nun der Insolvenzverwalter wacht.

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