„Ich bin aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, auch neuen Investoren Foodist schmackhaft zu machen.“ – Alexander Djordjevic zum Folgefunding für Foodist auf Companisto

Logoa Foodist

Klaus-Martin Meyer: Als Investor der ersten Crowdfunding-Runde für Foodist habe ich ehrlich gesagt Eurem Geschäftsmodell nicht viel zugetraut und eher unter Portfolio-Gesichtspunkten investiert. Liest man sich den aktuellen Pitch durch, seit Ihr aber offenbar ganz gut unterwegs?!

Alexander Djordjevic: Foodist ist im Oktober 2012 gestartet. Beim ersten Crowdinvesting im April 2013 waren wir knapp über ein halbes Jahr alt. Wir hatten zum Zeitpunkt des Crowdinvestings noch keine Mitarbeiter, kein eigenes Büro und vor allem wenige Kennzahlen über den Markt der Delikatessen im Abonnement, da wir die ersten in Deutschland waren mit einer monatlichen Gourmet-Überraschungsbox.

Mit dem Funding des ersten Crowdinvestings konnten wir dann die ersten Mitarbeiter einstellen. Wir haben mit Julia eine unglaublich kreative Designerin gefunden und mit Linda und Kathrin zwei angehende Marketing- und Kommunikationskauffrauen, die uns Gründer vor allem im Tagesgeschäft stark entlasten. Mit dem charmanten Büro am St. Pauli Fischmarkt sind wir auch nun heimisch geworden und haben ausreichend Kapazität, um weitere Mitarbeiter und Praktikanten unterzubringen.

Dies hat dazu geführt, dass wir unser Geschäftsmodell sehr konstant und nachhaltig aufbauen konnten. In den letzten 12 Monaten haben wir einen Brutto-Umsatz von 381.000 € erreicht. Wichtig ist hierbei, dass unsere Kundenakquisitionskosten bei nur 12 € liegen, während der Profit pro Kunde bei 53 € im Durchschnitt liegt. Wir haben es also geschafft, ein stark skalierbares Geschäftsmodell aufzubauen, da die Kosten zur Gewinnung eines Neukunden, erheblich unter dem Profit, den wir mit einem Kunden machen, liegen

Klaus-Martin Meyer: Warum strebt Ihr nun abermals ein Crowdfunding an? Wurden alternative Finanzierungen in Erwägung gezogen?

Alexander Djordjevic: Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr gute Gespräche mit Business Angels, VC Gesellschaften und strategischen Investoren. Wir sind im Endeffekt zu dem Entschluss gekommen, die zweite Finanzierungsrunde erneut über die Crowdinvesting-Plattform Companisto (www.companisto.de) zu gestalten.
Ein entscheidendes Argument hierfür war die jüngste Expansion von Companisto nach Europa. Wir planen im dritten Quartal dieses Jahres mit unserem Kerngeschäft der monatlichen Gourmet-Überraschungsbox den Markteintritt nach Österreich und Dänemark. Der Zeitpunkt für diesen Schritt ist ideal, da wir über die Plattform bereits jetzt ein internationales Publikum erreichen.
Zudem haben wir nach dem ersten Crowdinvesting auf Companisto deutlich von der starken Reichweite und den Mitgliedern der Plattform profitiert. Viele Companisten, die in uns investiert haben, sind zu Kunden geworden und noch immer erhalten wir klasse Bewerbungen für feste Mitarbeiter- und Praktikantenstellen und PR-Anfragen, die über Companisto erst auf uns aufmerksam geworden sind.

Klaus-Martin Meyer: Wie abhängig seid Ihr von diesem Funding bzw. von weiteren Kapitalrunden. Und anders gefragt. Was passiert, wenn das Funding nicht zustande käme. Würde der Cashflow reichen, um das Geschäftsmodell weiter zu entwickeln?

Alexander Djordjevic: Es ist sehr wichtig, sich mit seinen Geschäftspartnern über das langfristige Unternehmensziel einig zu sein, um die notwendigen Kapitalbedarf abzuleiten. Andreas, Ole und ich verfolgen alle drei das Ziel mit Foodist, den Markt für handgefertigte Gourmetprodukte in Europa nachhaltig zu prägen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir einen Businessplan bis 2017 angefertigt. Der Plan sieht für das erste Quartal 2014 und ein Jahr später im ersten Quartal 2015 jeweils die Aufnahme von Wachstumskapital vor. Der Cashflow würde aktuell nicht reichen, um die Wachstumsziele zu erreichen. Den Break Even werden wir voraussichtlich Ende 2015 schaffen.

Klaus-Martin Meyer: Mit foodieSquare ist ein in meiner Wahrnehmung ähnlich gelagertes (wenn auch vermutlich logistisch anspruchsvolleres) Geschäftsmodell dieser Tage in die Insolvenz geschlittert. Könnte dieses Ereignis, die Motivation der Companisten beeinflussen?

Alexander Djordjevic: Foodiesquare hat auf den Markt der Kochboxen-Abos gesetzt, indem sie rohe Zutaten und Rezepte verschickt haben. In diesem Markt konkurrieren sie mit sehr großen Playern wie HelloFresh. Die Margen und das Geschäftsmodell sind in diesem Markt deutlich geringer als bei Foodist.

Foodist fokussiert sich auf Gourmet-Überraschungsboxen. Also Boxen mit fertigen, sofort verzehrbaren Delikatessen. Die Haltbarkeit unserer Produkte und auch die Margen sind hier deutlich höher. Auch der Logistikprozess ist ein anderer. Als First Mover und Marktführer in diesem Segment stehen wir auch unter einem deutlich geringeren Wettbewerbsdruck.
Ich denke die Companisten werden nicht durch das Scheitern eines scheinbar ähnlich gelagerten Geschäftsmodells auf unsere Erfolgschancen oder auf die Attraktivität des Marktes schließen. Die wirklich sehr positive Entwicklung unserer Kennzahlen seit dem Crowdinvesting spricht für sich und wird die Companisten positiv motivieren. Auch wenn wir uns nicht über die Aufgabe von Foodiesquare freuen, so unterstreicht dies natürlich die Marktposition von Foodist, denn zum einen gibt es einen Player weniger auf dem Delikatess-Lebensmittelmarkt. Zum anderen werden sich auch die Kunden von Foodiesquare nach ähnlichen Angeboten umsehen müssen und dabei möglicherweise auf Foodist stoßen.

Klaus-Martin Meyer: Was ist Eure Erwartung im Hinblick auf die neue Crowdinvestoren-Struktur. Werden vor allen Wiederholungstäter investieren oder wird es auch gelingen viele neue Investoren zu begrüßen?

Alexander Djordjevic: Beim ersten Crowdinvesting zählten wir über 500 Companisten. Ein weiteres Argument für die Entscheidung zu Companisto bestand darin, diesen Companisten, die in einer sehr frühen Unternehmensphase bereits an Foodist geglaubt haben, erneut die Chance zu geben, am Unternehmenserfolg zu partizipieren. Gleichzeitig ist Companisto innerhalb des letzten Jahres ebenfalls sehr stark gewachsen und wir freuen uns darüber, Foodist vielen neuen Companisten präsentieren zu dürfen. Wir haben seit dem ersten Crowdinvesting unsere Abonnentenzahl mehr als vervierfacht und verbuchen für den Februar einen Monatsumsatz von 45.000 €. Ich bin aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, auch neuen Investoren Foodist schmackhaft zu machen.

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