Webgigant entert den Crowdfunding-Markt für Filmfinanzierungen

alibabaDer chinesische Internetgigant Alibaba.com, der möglicherweise schon in Bälde einen der größten Börsengänge an der Wallstreet realisieren will, gab am Mittwoch über seinen Microblogging-Dienst Sina Weibo bekannt, dass man einen Crowdfunding-Service zur Finanzierung von Filmen in China anbieten werde. Der neue Dienst soll Yu Le Bao heißen, was wohl soviel bedeutet wie “Unterhaltungs-Schatz”.

In nur zwei Tagen gelang es der neuen Plattform 240.000 User zu gewinnen, die zwischen 100 und 1000 Yuan (umgerechnet 16 bzw.160 Dollar) in die vier zum Start offerierten Filmprojekte investierten.

Alibaba verkauft das Produkt Yu Le Bao als eine Möglichkeit, in Filme zu investieren, um damit Zinsen in Höhe von sieben Prozent zu vereinnahmen. Dies ist in Vergleich zu den aktuellen Sparzinsen im Reich der Mitte ein sehr guter Wert. Auch von Mitbestimmungsmöglichkeiten (welcher Film soll gemacht werden mit welchen Schauspielern?) ist die Rede.

Das Geld fließt – trotz der Mitbestimmungsmöglichkeiten – aber offenkundig nicht direkt in die Filme, sondern es wird in Versicherungs- und Finanzprodukten kanalisiert, um dann in der Kulturindustrie reinvestiert zu werden. Das Konstrukt scheint notwendig zu sein, weil das Crowdfunding in seiner bei uns bekannten Form in China nicht so ohne Weiteres umgesetzt werden kann.

Die Anzahl von 240.000 neuen Usern in nur zwei Tagen zeigt eindrucksvoll, welches Potential der gigantische chinesische Markt auch in Sachen Crowdfunding entwickeln wird. Ganz sicher sollten die international agierenden CF-Plattformen ein Auge auf China werfen, um sich dort rechtzeitig zu positionieren.

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