VFL Osnabrück zieht Crowdfunding zur Sicherung der Lizenz in Erwägung

Crowdfunding VFL Osnabrück

Kann mit Hilfe eines Crowdfundings die Lizenz gesichert werden?

Wie der heutigen “Neuen Osnabrücker Zeitung” zu entnehmen ist, zieht der VFL Osnabrück zur Sicherung der Lizenz für die kommende Spielzeit als Plan B ein Crowdfunding in Erwägung. Der DFB verlangt vom VFL eine Lizenzreserve in Höhe von 960.000 Euro. Das mögliche Crowdfunding soll dabei 400.000 Euro beisteuern. Laut NOZ hätte der Verein für das Crowdfunding ein relativ enges Zeitfenster vom 20. bis 27. Mai. Die Crowd würde in ein 18-monatiges Darlehen.

Wenn das klappen würde, käme es einem Geniestreich gleich

Stimmt der genannte Zeitplan, wäre so ein Crowdfunding kaum zu schaffen. Zwar sind Fußballvereine aufgrund der großen Fanbasis geradezu prädestiniert, Crowdfundings erfolgreich durchzuführen. Das Zeitfenster ist jedoch extrem klein. Zudem ist heute bereits der 17. Mai. Sofern da nicht bereits umfangreiche Vorbereitungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit getroffen wurden, wäre das Vorhaben angesichts der genannten Summe und der kurzen Zeit nicht zu schaffen.

Welche Hausaufgaben müsste der VFL bis zum Start des Fundings erledigt haben?

400.000 Euro sind eine Menge Geld und für ein Crowdfunding in der gewünschten Form gibt es zumindest in Deutschland kein Vorbild. Um es dennoch zu schaffen, muss das Management des VFL folgende Hausaufgaben in kurzer Zeit erledigen:

– Entscheidung ob Eigenfunding oder Finanzierung über Plattform
– Im zweiten Fall, Wahl der Plattform
– Produktion eines emotionalen Pitch-Videos, das die Portemonnaies der Fans öffnet
– Auswahl geeigneter Perks
– superattraktiver Zins für die Anleihe, weil Investment sicherlich dem Hochrisikobereich zuzuordnen ist
– Finden von Sponsoren/Firmen, die bereits einen großen Teil der oberen Summe übernehmen

Wären all diese Punkte bis zum 20. Mai abgearbeitet, könnte es unter großen Anstrengungen (Pressearbeit, Aktivierung der Fans etc. pp.) klappen. Andernfalls darf man skeptisch sein. Der Redaktion sind keine Präzedenzfälle im Fußball bekannt, bei denen mit Hilfe von Crowdfunding unter Zeitdruck derart hohe Summen zusammen gekommen sind. Dass die Fans des VFL für Crowdfunding-Modelle aufgeschlossen sind, ist durchaus der Fall. 2012 sammelte eine Faninitiative des VFL bereits einmal über 8000 Euro für einen Stürmer. 400.000 Euro sind aber eine andere Liga.

Allein auf die Fans wird man sich also nicht verlassen können. Die erfolgreichen Crowdfundings im Fußball (z.B. myfootballclub.o.uk) standen nicht unter einem derartigen Zeitdruck.

Fazit: Die Crowdstreet ist superskeptisch.

An dieser Stelle werden ausdrücklich Kommentare von Crowdfunding-Experten und den VFL Fans gewünscht, wie die diese Sache sehen. Wenn es tatsächlich zu einem Crowdfunding kommt, wird es auf jeden Fall eine interessante Sache werden.

[Update: Laut Osnabrücker Nachricht würde das Crowdfunding ab 21. Mai über Crowdrange abgewickelt werden]

Mehr zum Thema Crowdfunding im Fußball:
Crowdfunding-Historie I: Myfootballclub.co.uk
Crowdfunding: Football’s 12th Man!
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