Interview mit Uwe Flade zum Crowdfunding für Knicket auf Companisto

Knicket_LogoKlaus-Martin Meyer: Uwe, Du bist einer der Gründer von Knicket. Könntest Du dich und deine Mitstreiter bei Knicket bitte kurz vorstellen?

Uwe Flade: Ich komme aus der Filmszene, habe 2008 eine Firma für Postproduction, Visual FX und Interactive gegründet. Wir haben einige erfolgreiche Apps produziert (Schlaf Gut!, Kleiner Fuchs Kinderlieder) und diese an Fox&Sheep verkauft. Danach war die Zeit reif für einen Neuanfang und ich habe mich dem Problem der Appsuche gewidmet, dass mich privat und beruflich als Developer sehr beschäftigt hat. 

Mit Tommy, unserem CFO, war ich auf der Schule, wir kennen uns also schon sehr lange. Er war viele Jahre im Management bei einer großen deutschen Bank und ließ sich zum Glück von mir für die Startup-Idee begeistern. Martin Konradi ist unser CTO, der vorher eine Social Monitoring Software als Teamleiter entwickelt hat. Wir waren uns sofort sympatisch und seine Fähigkeiten im Bezug auf Crawling und Datenaggregation haben uns überzeugt.

Klaus-Martin Meyer: Warum braucht es nun ein Crowdfunding zur Finanzierung des Wachstums? Habt Ihr auch andere Formen der Finanzierung geprüft?

Uwe Flade: Wir haben einen Förderkredit der IBB für die Technik der Datenbank-Anbindung bekommen und konnten zum Glück erstmal loslegen. Neben Companisto haben wir auch mit einigen VCs und Business Angels gesprochen. Companisto ist für uns perfekt, da wir uns als B2C-Plattform auch Feedback zum Produkt wünschen sowie den direkten Austausch mit den Nutzern. Das ist super! Auch die damit verbundene Gewinnung von Reichweite durch die Pressearbeit ist ein großer Vorteil.

Klaus-Martin Meyer: Apps kosten in der Regel ein paar Euro (wenn sie nicht sogar gratis sind). Der größere Teil geht an den Entwickler. Apple & Google bleibt dann nicht mehr viel
übrig, um es an Affilate-Partner zu verteilen. Reicht das aus, um darauf ein Geschäftsmodell aufzubauen?

Uwe Flade: Wir finanzieren uns zum einen über Bannerwerbung, Affiliate-Einnahmen und zum anderen auch über Sponsored Apps-Plätze, die Publisher bei uns buchen können. Als weitere mögliche Einnahmequelle haben wir unsere API, also die Anbindung an die Datenbank mit allen englischen und deutschen Apps für iOS und Android. Wie man in unserem kleinen Film bei Companisto sehen kann, gibt es da ein erstes Interesse von CHIP an einer Zusammenarbeit. Wir stehen also auf mehreren Standbeinen und sind mehr als zuversichtlich, dass die Einnahmequellen ausreichen.

Klaus-Martin Meyer: Wie soll gegen die Domainanz der App-Stores die notwendige Reichweite aufgebaut werden?

Uwe Flade: Es kommt natürlich auch auf den Traffic auf unserer Seite an, den wir direkt und über Google bekommen. Hier sehen wir schon gute Zahlen, die wir mit der Finanzierung weiter ausbauen wollen, zum einen durch die Internationalisierung von knicket in 10 weitere Sprachen so wie auch durch SEO-Massnahmen und die Generierung von Content für unsere App-Detailseiten (Videos) und unseren Blog (Artikel). Wir sehen uns als Partner und zusätzliche Informationsquelle für Appsuchende. Wir können sehen, dass Millionen von Nutzern über Google Informationen zu Apps suchen. Das lässt darauf schließen, dass viele von den App-Stores frustriert sind, oder nicht das finden was sie wollen. An diese Menschen richtet sich Knicket. Durch unsere Filter und später zusätzliche Details zu jeder App wollen wir Informationen und Suchmöglichkeiten für den App- und Mobile Game-Dschungel bieten, die es in den Stores nicht gibt und damit punkten. Letztlich wollen wir aber keine Konkurrenz zu den Stores aufbauen sondern eine ergänzende Partnerschaft, tatsächlich wird ja jeder interessierte Downloader von uns in die Stores weitergeleitet. Es soll eine sinnvolle Ergänzung sein, zu der die Leute greifen, wenn sie tiefer suchen wollen oder ausführlichere Informationen zu Apps wollen.

Klaus-Martin Meyer: Warum wird ein Investment in Knicket eine gute Sache für die Crowdinvestoren werden?

Uwe Flade: Knicket (das übrigens „nikket“ ausgesprochen wird) hat viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen und zu skalieren, so dass ein Investment sehr spannend ist. Die Investoren setzen auf eine innovative Lösung in einem sehr dynamischen, weltweiten Wachstumsmarkt. Das Aufsetzen unserer Datenbank- und Frontend-Technologie waren die grössten Hürden bei Knicket, die wir bereits genommen haben. So ist der Zeitpunkt für das Investment perfekt, da schon sicher ist, dass die Technik funktioniert und wir sehr genau wissen, wie wir skalieren und das Geschäft ausbauen können. Knicket agiert weltweit von Berlin aus; mit einem kleinen, schnellen Team sind wir das klassische Lean Startup, bei dem das Geld direkt ins Produkt wandert.

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