„Wir sind davon überzeugt, dass Crowdinvesting sich langfristig in der Unternehmensfinanzierungs- und Investmentlandschaft als echte Alternative etablieren wird“ – Im Interview mit Daniel Horak (Conda)

CondaKlaus-Martin Meyer: Herr Horak, Sie sind Gründer und Geschäftsführer von Conda. Könnten Sie sich und die Plattform bitte kurz vorstellen?

Daniel Horak: Ich bin einer der beiden Co-Gründer von CONDA, gemeinsam mit meinem Kollegen Paul Pöltner haben wir das Unternehmen im Jänner 2013 gegründet. Vor meiner Zeit bei CONDA habe ich vor mehreren Jahren mein erstes Unternehmen gegründet, war als IT-Consultant und Unternehmensberater tätig. Paul Pöltner gründete vor mehreren Jahren ein IT-Service-Unternehmen und war als Berufsanwärter und Steuerberater tätig.
Im März 2013 starteten wir mit CONDA.at und dem ersten Projekt – dem Wohnwagon – in den Markt. Nach der Prüfung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) nahmen wir im September 2013 mit mehreren Projekten richtig Fahrt auf und haben bis zum aktuellen Zeitpunkt sieben Projekte erfolgreich Finanziert. Inklusive der nicht erfolgreichen Projekte haben wir rund € 1.Mio aus der Crowd – von ca. 1000 Investoren für unsere Projekte eingesammelt und sind damit die mit Abstand erfolgreichste Plattform in Österreich. Ein erfahrenes Advisory Board und ein großes Partnernetzwerk unterstützen uns für nachhaltigen Erfolg.

Klaus-Martin Meyer: Der österreichische Markt ist nicht der größte. Ist der Markt groß genug, so dass das Geschäftsmodell einer Crowdfunding-Plattform auch funktionieren kann?

Daniel Horak: Wir sind davon überzeugt, dass Crowdinvesting sich langfristig in der Unternehmensfinanzierungs- und Investmentlandschaft als echte Alternative etablieren wird und sehen daher ganz klares Potential auch am österreichischen Markt erfolgreich agieren zu können. Langfristig wird Crowdinvesting nur erfolgreich sein wenn Qualität und Seriosität im Vordergrund stehen – genau das ist unserer Ansatz. Sieht man sich unser Wachstum auf diesem „kleinen Markt“ an, dann bin ich der Meinung dass wir gezeigt haben dass hier noch viel Potential nach Oben besteht.

Klaus-Martin Meyer: Noch spektakulärer als der Crowdfunding-Markt entwickelt sich das Thema für p2p-Kredite. Gibt es Pläne diese Ihre Unternehmenskunden auch anzubieten?

Daniel Horak: Aus aktueller Sicht fokussieren wir in der nächsten Zeit ganz klar auf die Eigenkapital-nahe Finanzierung, da wir davon überzeugt sind, dass hier der größte Markt auf Unternehmensseite besteht – im weltweiten Umfeld sind gerade europäische Unternehmen Eigenkapitalseitig unterfinanziert – hier möchten wir ansetzen. P2p-Kredite sind darüber hinaus aus auch aus rechtlicher Sicht schwieriger abzubilden und gerade für Startups wenig geeignet, da im Falle von starkem Wachstum bzw. Exit hier Zinsmodelle an ihre Grenzen stoßen.

Klaus-Martin Meyer: Im Gegensatz zu anderen Plattformen weisen Sie darauf hin, dass die Übertragung von Anteilen an andere Investoren möglich ist. Wird diese Möglichkeit angenommen? Für wie wichtig halten Sie mittelfristig das Angebot eines Zweitmarktes?

Daniel Horak: Aktuell sind die Zahlen der Investoren, welche Ihre Anteile übertragen wollen sehr überschaubar. Wir sind jedoch davon überzeugt dass dieses Thema mittel- bis langfristig immer wichtiger werden wird. Aus rechtlicher Perspektive ist die Schaffung eines Zweitmarktes jedoch komplex und schwierig. Auch ist es, aufgrund der je Plattform unterschiedlichen Beteiligungsmodelle, fast unmöglich einen übergreifenden Zweitmarkt zu schaffen.

Klaus-Martin Meyer: Geben Sie uns doch zum Abschluss einen kleinen Ausblick, wie sich der Crowdfunding-Markt im Allgemeinen und Conda im Besonderen in den kommenden Monaten entwickeln wir

Daniel Horak: Wie Eingangs schon erwähnt sind wir davon überzeugt das Crowdinvesting weiterhin wachsen wird und sich, nach einer Marktbereinigung bzw. Konsolidierung, als ein Teil der Unternehmensfinanzierung bzw. Geldanlage etablieren wird. Reward-based Crowdfunding wird aus meiner Sicht, besonders bei Startups, bald seinen Zenit erreicht haben, da Anleger immer mehr (etwa durch Beispiele wie Oculus Rift) entdecken dass diese Art der Finanzierung für Sie selbst nicht besonders vorteilhaft ist.
In Hinblick auf CONDA werden wir in Österreich weiter wachsen und gerade die Bereiche KMU und Startups weiter forcieren – den Anspruch der erfolgreichsten, österreichischen Plattform wollen wir langfristig für uns behalten.

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