Crowdfunding-Plattformen sollten über Bewertungssystem für Startups nach erfolgtem Funding nachdenken

Bewertungssystem

Crowdfunding-Plattformen sollten über ein „Post-Funding“-Bewertungssystem nachdenken

Nachdem Crowdfundings immer selbstverständlicher werden und die investierten Summen ebenfalls regelmäßig größer werden, sollten alle großen Plattformen darüber nachdenken, ob sie nicht ein Bewertungssystem für die Investoren einführen sollten, damit diese das Startup in Bezug auf dessen Kommunikationsverhalten nach erfolgtem Funding bewerten können. Dies ist in mindestens zweierlei Hinsicht von Interesse. Einerseits ist es relevant bei solchen Startups, die ein weiteres Crowdfunding durchführen. Mit einem Sternchen-Ratung à la TrustedShops könnten potentielle Neuinvestoren ein weiteres Entscheidungskriterium heranziehen, um sich für oder gegen ein Investment zu entscheiden. Aber auch bei Startup, die kein weiteres Funding anstreben, wäre eine Bewertung durch die Crowd interessant. Ein besonders guter bzw. ein überdurchschnittliche schlechter Wert könnten zumindest einen Einfluss auf die Reputation haben und die Motiviation der Startups zur Erfüllung der Informationsbedürfnisse der Crowd erhöhen.

Wonderpots hat offenbar noch viel Potential besser mit der Crowd zu kommunizieren

Eine Steigerung der Motivation in diesem Bereich ist ganz sicher nötig, liest man in Foren und Gruppen von Crowdinvestoren mit. Allein Bezüglich des Startups Wonderpots (finanziert via Companisto) liest man die folgenden Statements:

-Ich bin alles andere als zufrieden mit dem was Wonderpots da abzieht. Was meine Investments betrifft ist Wonderpots was die Kommunikation mit der Crowd betrifft mit Sicherheit das schwächste Start-up.
-Es gibt so viele offene Fragen und auch die künftige Ausrichtung von Wonderpots ist mir nicht ganz klar.
-Ja Wonderpots leistet sich da einiges… gar nicht vorbildlich was da abläuft!
-… die sollten besser keine weiteren Funding Runden im Crowdinvesting planen …

Wenn man sieht, was viele Online-Shops für Anstrengungen unternehmen, um bloß keine schlechten Bewertungen bei TrustedShop, Shopauskunft & Co. reingedrückt zu bekommen, dann sollten ähnlich gestrickte Konstrukte auf den Crowdfunding-Plattformen zu einer analogen Einstellung bei den Startups führen. Bis es das gibt, sind alle Crowdinvestoren eingeladen, ihren Frust über die Kommentarfunktion kund zu tun, damit alle Welt erfährt, wer sich noch mehr ins Zeug legen sollte.

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4 Responses to Crowdfunding-Plattformen sollten über Bewertungssystem für Startups nach erfolgtem Funding nachdenken

  1. klausmartin sagt:

    Ich mache gleich einmal den Anfang. Ich finde ziemlich schwach, wie Crowdcube mit den eigenen Aktionären infotechnisch umgeht. Eine Crowdfunding-Plattform sollte gerade in Bezug auf Investors Relation ein strahlendes Vorbild sein!

  2. Stefan sagt:

    Volle Zustimmung! Ich kenne das Problem von mehreren Crowdfunding-Startups. Kommunikation läuft meistens nur während der Fundingphase (wobei manche selbst dann auf kritische Fragen einfach nicht antworten), danach herrscht Funkstille. Gerade mit Zahlen und Fakten tun sich fast alle schwer, da gibt es nur ein paar Ausnahmen.

  3. Carsten sagt:

    Ja, volle Unterstützung. Ist ja hinlänglich bekannt, dass meiner Meinung nach gut die Hälfte bis zwei Drittel im Hinblick auf ihre Investor Relations freundlich formuliert „noch erhebliches Potential freizusetzen haben“.
    Ich spare mir aber die Nennung von Namen.

    Dabei nervt mich weniger, dass Quartalsberichte mal eine Woche auf zwei Verspätung haben, als vielmehr, dass diese teilweise selbst auf wiederholte Aufforderung durch andere Investoren bis zu mehrere Monate verspätet kommen – wenn überhaupt. Teilweise fehlen mir noch heute die 2012er Verlustzuweisungen und Bilanzen. Und am ärgerlichsten dabei finde ich die gebetsmühlenartig von Seedmatch dauernd wiederholte PR-Floskel „Transparenz ist uns sehr wichtig“. Während der Fundingphase mag das ja noch stimmen (abschliessend beurteilen kann man dies indes auch nicht, wieviele investitionsrelevante Informationen einem da vorenthalten werden), aber in der anschliessenden Zeit liest, sieht und hört man genau nichts mehr von Seedmatch dazu.

  4. Martha Damus hat sich mit diesem Thema beschäftigt, allerdings eher im reward-based Bereich: http://www.ikosom.de/publikationen/online-crowdfunding-platforms/