„Musicstarter.de wird Deutschlands erstes Crowdfunding Musiklabel.“ – Interview mit Jörg Koshorst

musicstarterKlaus-Martin Meyer: Jörg, Du bist Geschäftsführer von Musicstarter. Könntest Du Dich und Musicstarter bitte kurz vorstellen?

Jörg Koshorst: Meine Name ist Jörg Koshorst, ich bin 35 Jahre alt und seit 3 Jahren Geschäftsführer des Musiklabels Musicstarter. Davor war ich jahrelang als A&R Manager für Universal Music und als Marketing Manager für das Bertelsmann Label BMG tätig. Mit Musicstarter erweitern wir unsere Label Tätigkeit hin zum Musik Crowdfunding. Musicstarter.de wird Deutschlands erstes Crowdfunding Musiklabel. Wir begleiten die teilnehmenden Bands von Anfang an mit Promotion und Beratung und wollen sie über Crowdfunding nachhaltig weiter nach vorne bringen. Wir haben als Label Crowdfunding lange beobachtet, ein tolles Konzept, aber zu oft sind uns Musiknewcomer nach einem erfolgreichen Funding wieder von der Bildfläche verschwunden. Da fehlte dann oft das Know-how oder die Unterstützung, um aus der Kampagne wirklich eine weitere Entwicklung zu erzielen. Diese Lücke wollen wir schliessen. Wer auf Musicstarter das Fundingziel erreicht, erhält einen Plattenvertrag und eine Album VÖ auf professionellem Niveau.

Klaus-Martin Meyer:  Wie kam es zu der Motivation Musicstarter umzusetzen, wo Plattformen wie Sellaband, Kickstarter etc. schon seit Jahren aktiv sind?

Jörg Koshorst: Unsere Motivation kommt aus der Musikseite heraus. Wenn wir als Label neue Künstler bekannter machen wollen, stoßen wir sehr schnell auf die Barrieren des Formatdenkens der Medien. „Passt nicht in unser Radioformat, zu aussergewöhnlich für unsere TV Show, usw“. Eine solche Barriere kann Crowdfunding perfekt umgehen, hier ist der Fan der entscheidende Faktor in der Weiterentwicklung der Bands. Werden die Künstler über das Funding bekannter, können wir mit unserem Know-how noch mehr medialen Support erreichen und so für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Bands sorgen. Wir gehen davon aus, dass die meisten Musikfans auch ein Interesse daran haben, dass ihre Bands sich weiter entwickeln können. Und dafür braucht es professionelle Strukturen im Umfeld der Künstler. Wir sehen uns durch unsere Mono-Thematik nicht direkt als Konkurrenten der bekannten Portale, wir sehen uns eher als Ergänzung. Es gibt Künstler bei Musicstarter die vorher schon eine Crowdfundingkampange woanders durchgeführt haben und jetzt eben mehr erreichen wollen.

Klaus-Martin Meyer: Inwieweit wird Musicstarter das bestehende Geschäftsmodell des Labels ändern?

Jörg Koshorst: Als Label kümmern wir uns um die Vermarktung der Künstler und ihrer Aufnahmen. Das Geschäftsmodell wandelt sich dabei generell sehr schnell derzeit. Mit einem Newcomer Portal wie Musicstarter.de wollen wir gerade den neuen, mutigen Künstlern eine erste mediale Fläche geben, um gehört zu werden. Wir helfen also noch früher in der Karriere der Bands und begleiten sie dann hoffentlich um so länger. Unser Geschäft basiert aber weiterhin auf der Vermarktung und Auswertung der Aufnahmen bzw. der Bekanntheit der Künstler. Musicstarter nimmt daher auch keine Provision vom Funding selber, 100% gehen komplett in die Produktion und Vermarktung des nächsten Albums, dazu gibt es von uns als Label noch on Top ein Budget für Promotion, Videos, Fotos und alles was noch dazu gehört, um richtig starten zu können. Unser Ziel ist das Etablieren von neuen Musikern in Deutschland. Crowdfunding ist dafür ein starkes Tool.

Klaus-Martin Meyer: Wie groß ist der Vorteil für die Künstler, dass diese sich nach dem Funding auf Eure Infrastruktur stützen können?

Jörg Koshorst: Wichtig ist uns, dass die Künstler immer die kreativen Entscheidungen alleine treffen können. Wir beraten, aber letztendlich müssen die Künstler über ihre Kreativität entscheiden. Natürlich geben die Künstler bei einem Label in Form eines Plattenvertrages Rechte ab, aber die professionelle Infrastruktur in Promotion und Marketing, sowie in Produktionsdingen ist unersetzbar, wenn man weiter nach vorne kommen möchte. Im Idealfall hat ein neuer Künstler über Musicstarter die Chance, schon mit dem ersten Album eine Marketing- und Promotionkampagne zu erhalten, die auf Niveau eines Major Labels stattfinden wird.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss die Frage nach dem Meilensteinen für 2014. Was wollt Ihr bis zum Jahresende geschafft haben?

Jörg Koshorst: Unser erstes Ziel ist, dass bis Ende 2014 über 25 neue Künstler die Chance erhalten, sich über Musicstarter einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Parallel arbeiten wir natürlich daran, dass so viele Musikbegeisterte wie nur möglich von Musicstarter erfahren. Dafür ist auch unser Partner Burda Intermedia mit im Boot. Alles weitere muss sich dann zwischen Musikern und Fans entwickeln. Wenn wir in der ersten Jahreshälfte 2015 die ersten paar Albumveröffentlichungen präsentieren könnten, wäre das aus unserer Sicht ein toller Start.

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