Weitere Gründe, warum es Sekundärmärkte braucht…

Sekundärmarkt

Auf die Gefahr hin, dass der geneigte Leser an dieser Stelle latent genervt wird, weil immer wieder auf dem Thema Sekundärmarkt herumgeritten wird, gibt es heute einen weiteren Beitrag zum Thema. Provoziert wird dieser durch zwei Sachverhalte, die sich auf Crowdcube abgespielt haben bzw. in Kürze abspielen werden.

Rekordfundings zuweilen zu schnell für Crowdinvestoren

Beim Eigenfunding von Crowdcube wurden in wenigen Minuten alle neu ausgegebenen Aktien platziert. Sicherlich sind viele potentielle Anleger gar nicht zum Zuge gekommen. Das wird potentielle Neuinvestoren betreffen und vielleicht noch schlimmer auch Altaktionäre. Diese beiden Zielgruppen hätten – die Existenz eines Sekundärmarktes vorausgesetzt – die Möglichkeit mangelnde Schnelligkeit in aller Ruhe auszugleichen.

Bei Folgefinanzierungen nimmt Commitment zur Crowd offensichtlich ab

Das Phänomen, dass sich Firmen bei Folgefinanzierungen nicht mehr so richtig zur Crowd bekennen, weil man – um den administrativen Aufwand zu reduzieren – die Mindestanlagesummen einfach mal deutlich hoch setzt, kann man bei den deutschen Plattformen zum Glück noch nicht beobachten. Im UK speziell bei Crowdcube scheint dies aber Normalität zu sein. So konnte man z.B. beim ersten Eigenfunding von Crowdcube noch mit 10 GBP dabei sein. Beim zweiten und dritten Funding waren es dann aber schon 1000 GBP. Gleiches gilt für ein weiteres Startup, was in Kürze auf Crowdcube in die dritte Runde geht. Sicherlich wollen auch manche Kleininvestoren bei Kapitalerhöhungen dabei sein, z.B. um den Anteil zu halten oder auch nur weil man immer noch Gewinnpotentiale sieht. Deshalb will man aber nicht zwingend gleich 1000 GBP binden. Ein Sekundärmarkt könnte die Möglichkeit bieten, dass man weitere Anteile zeichnet und “Überschußanteile” platziert.

Also auch jenseits so “profaner” Motivationen wie Gewinnmitnahmen, Verlustbegrenzung oder Liquiditätsmanagment gibt es gute Gründe, warum Crowdfunding-Plattformen Sekundärmarktplätze etablieren sollten. Dies gilt umso mehr, als man durch ein solches Angebot auch zusätzliche Einnahmen in Form von Gebühren erzielen kann.

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