Interview mit Christian Lutz Schoenberger zum Crowdfunding in Eigenregie für Stardrinx.de

stardrinxKlaus-Martin Meyer: Herr Schoenberger, Sie sind der Macher hinter Stardrinx.de. Könnten Sie sich und Stardrinx bitte kurz vorstellen?

Christian Lutz Schoenberger: Wir die „Schoen Gesehen Unternehmensgruppe“ sind eine Unternehmensgruppe aus Hamburg und beschäftigen uns seit knapp 10 Jahren mit dem Aufbau von Internet Plattformen (Start Ups) und Online Shops. Ich sehe mich als einen Gründer der ersten Stunde mit 16, 17 Jahren habe ich aus dem Jugendzimmer heraus die ersten Websiten gebaut (Flirtseite / Community/Foren) und mit Werbeeinnahmen meiner ersten Firma finanziert.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell führen Sie ein Crowdfunding in Eigenregie durch. Warum der direkte Weg zur Crowd und nicht über eine Plattform?

Christian Lutz Schoenberger: Die Anforderrungen der verschiedenen Plattformen erscheinen uns nicht als wirklich seriös. Unser Kerngeschäft obliegt der Pflege der Projekte und nicht die Beschaffung von Liquidität, was heutzutage das größte Problem der deutschen Gründerlandschaft ist. Die jungen Gründer stecken die meiste Energy in die Suche von Investoren anstatt mit Fleiß und Ehrgeiz das eigene Projekt (Startup) voranzutreiben. Zudem gibt es dort auch immer wieder größenwahnsinnige Unternehmensbewertungen und oftmals eine übertriebene Darstellung von Startups, wo die Gründer weder richtig lesen und schreiben können und oftmals nicht wirklich geradeaus laufen können. Wir haben einige Startups bei den Bewerbungsprozessen bei bekannten deutschen großen Crowdfunding-Plattformen begleitet und haben dabei festgestellt, dass die Gründer nahezu genötigt werden falsche Angaben zu machen, um die Kampagnen nach vorne zu treiben. Wie kann ein Unternehmen was neu gegründet ist eine Unternehmensbewertung von 2 Mio Euro haben?

Klaus-Martin Meyer: Bemüht man Google nach dem Stichwort Stardrinx, dann erhält man viele Treffer, die nicht gerade zum Investieren motivieren werden. Was könnte einen potentiellen Crowdinvestor motivieren, doch zu investieren?

Christian Lutz Schoenberger: Umsatz und Gewinn ist ausschlaggebend für eine Seite, die Konsumgüter vertreibt wie es eben Stardrinx.de macht und mit über 180.000 Kunden aus dem Jahr 2012 wird ein Relaunch direkt einschlagen. Bei Stardrinx.de haben 30% aller Kunden mehr als drei Bestellungen geordert und zudem entgegen der Interneteinträgen bei Google auch ihre Ware erhalten. Um es auf den Punkt zu bringen JEDER KUNDE HAT seine Ware erhalten, in Zukunft wird jeder Kunde auf RECHNUNG beliefert um von vorne herein auszuschließen, dass solche Kommentare vorkommen können. Es gab damals die Querelen mit Groupon.de in der auch wir große Fehler gemacht haben und aus denen haben wir gelernt. Ebenfalls sind Übernahmen von Mitbewerben 100Champagner, Idrinx und Mydrinx.de kurz vorm Vollzug.

Klaus-Martin Meyer: In Ihrer Vita taucht auch das Vorhaben Founderr.de auf. Statt auf einer Crowdfunding-Plattform landet man auf einer Parkingseite. Hat es Überlegungen gegeben, das Stardrinx-Funding zu nutzen, um der Plattform doch noch Leben einzuhauchen? Wenn nein, warum nicht?

Christian Lutz Schoenberger: Founderr.de wurde damals in dem Sinne gestartet ehrlich und transparent gemeinsam mit Startups Gelder einzusammeln. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass die Investoren geblendet werden wollen und dass ehrliche Angaben zu LANGWEILIG sind. Große Unternehmensbewertungen und viele Visionen sollen verkauft werden. 99% der Startups in Deutschland sterben im ersten Jahr und da wollten wir nicht mitmachen. Deswegen das eigene Funding, und ich denke mit über 50.000 Euro an bereits erzieltem Fundingvolumen liegen wir ziemlich gut. Wir benötigen nicht die Werbe-Power der anderen Plattformen. Deswegen die eigene Seite, Außerdem sind wir von der Technik weitaus besser aufgestellt als die anderen Plattformen und können so individuell alles anpassen. Wir müssen unsere Anleger nicht mit falschen Werten locken, unsere Zahlen sind alle zu jederzeit belegbar. Wir haben für den HSV Handball in HH schon eine Kampagne durchgeführt und diese kam super an.

Klaus-Martin Meyer: Nach anfänglicher Flaute ist nun etwas Bewegung in das Funding gekommen. Wie lange wird es aus Ihrer Sicht dauern, bis das Fundingziel erreicht ist und was passiert anschließend mit den akquirierten Mitteln?

Christian Lutz Schoenberger: Wir benötigen die Mittel zur Waren-Zwischenfinanzierung nicht um Wachstum voran zu treiben. Da wir den Kauf auf Rechnung anbieten und es teilweise 30 Tage dauert bis das Geld über den Dienstleister bei uns ankommt ist es natürlich sehr wichtig eine solide Zwischenfinanzierung zu bilden. Wir haben erst jetzt mit Marketing-Kampagnen begonnen, für uns ist es nicht wichtig super schnell an Mittel zu kommen. Ich denke in einer Woche werden wir das Fundingziel erreicht haben. Wir gehen sehr entspannt mit dem Crowdfunding um zu keiner Zeit beeinflusst die Kampagne unser Tagesgeschäft. Wir haben Startups erlebt, die ohne ein Crowdfunding den Betrieb hätten einstellen müssen.

Ich hoffe wir können weitere Unternehmen dazu bewegen einen eigenen Weg zu gehen und sich nicht von den teilweisen unseriösen Crowdfunding Plattformen ausschlachten zu lassen.

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