Google Ventures goes to London – Eine Chance für die Crowdfunding-Szene?

Crowdinvestor Relations Manager Google verkündete im Juli, dass man für die Aktivitäten von Google Venture eine Dependance in London gründen werde. Es wird ein 100 Millionen Dollar Fund aufgelegt, um in europäische Startups zu investieren. Die Gelder sollen dem Vernehmen nach in Richtung von Städten “like London, Paris, Berlin, the Nordic region and beyond” fließen.

In dieser Aufzählung steht London an erster Stelle. London ist dabei nicht nur ein Startup-Hub, sondern auch der Nabel der europäischen Finanzwelt. Das Volumen von Venture Capital, das in so genannte Fintech-Startups geflossen ist, hat in den letzten Jahren stark zugenommen und Google Ventures war dabei ein wesentlicher Treiber. Die Firma investierte hohe Summen in Firmen wie Lending Club, CircleUp und AngelList.

Im Fintech-Segment ist London laut thefinanser.co.uk “the place to be”.

Folgt Google in Europa dem gleichen Strickmuster wie in den USA?

Da Google mit den genannten drei Crowdfunding-Firmen sehr ambitioniert und augenscheinlich auch sehr erfolgreich unterwegs ist (bei Lending Club wartet man auf den Börsengang) wäre es keine Überraschung, wenn man gerade im London dem erfolgreichen Strickmuster folgt.

Crowdstreet hat bei einem CEO einer von Europa aus international aktiven Crowdfunding-Plattform nachgefragt, ob man dort Investitionen in einschlägige Firmen von Seiten Google Ventures erwartet. Dies hält man offensichtlich für möglich: „Well I am sure that they will scout the markets heavily.“

Für die Crowdfunding-Szene könnte das umso interessanter werden, weil parallel zu Google auch die Banken immer stärker in die Fintech-Bereiche investieren. So hat Santander einen Fintech-Fund aufgelegt, der von London aus investieren wird. Ironischer Weise wurde Anfang August auch bekannt, dass der Managing Director von Google UK seinen Job quittiert hat, um zukünftig einen 50 Millionen GBP Fintech-Fond zu leiten. Es geht also extrem viel Geld um, dass bei p2p-Lendern und Crowdfunding-Plattformen landen könnte und mit großen Voluminas sicher auch landen wird. Sollte dazu noch Rocket Internet tatsächlich über die Börse hunderte von Millionen Euro einsammeln, wird auch von der Seite sicher in die Expansion von Lendico und Zencap investiert werden. Das ist der Stoff, aus dem sich ein Wettbewerb um die aussichtsreichen Startups mit hohen Bewertungen ergeben kann.

Die Crowdstreet-Favoriten für ein mögliches Interesse seitens Google Ventures sind:

– alle ambitionierten p2p-Plattformen in Europa mit nennenswertem Volumen
– OurCrowd
– Seedrs
– Angels Den
– Crowdcube
– Bergfuerst (sofern Druck auf die Pipeline kommt)

Wegen der Regulierungssituation in Deutschland geht die Crowdstreet-Redaktion davon aus, dass die hiesigen Plattformen eher keine Beteiligungsziele sein werden. Hoffentlich werden wir ja eines besseren belehrt, was die Entwicklung bei Thema Regulierung betrifft und was ein Interesse von Seiten Google Ventures angeht.

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