Wann treten die Banken im p2p-Business auf den Plan?

BarclaysDieser Tage lässt eine kleine Meldung auf crowdfundinsider.com aufhorchen. In der Meldung geht es eigentlich “nur” um die Expansion von RainFin einem p2p-Lender in Südafrika in den Markt für kleine Unternehmenskredite. Quasi im Abspann der kurzen Notiz zitiert der amerikanische Crowdfunding-Blog, dass Barclays Südafrika seine bereits substanzielle 49%-Beteiligung an RainFin gern ausbauen würde. So lässt sich Stephen van Coller – der CEO Corporate and Investment Banking bei Barclays Südafrika – mit folgenden Worten zitieren: “We’d love to own the platform”.

Deutliches Statement zugunsten eines disruptiven Ansatzes

Eindeutiger kann man als Bank kaum handeln. Vor einem knappen Jahr, wurden auf Crowdstreet bereits Gedankenspiele betrieben, wie Banken am besten rational mit dem disruptiven Ansatz “Crowdlending” umgehen sollten. Nun gibt es also mit Barclays in Südafrika ein neues Best Practice-Beispiel, dass sich andere Banken am besten als Vorbild nehmen sollten, bevor es zu teuer wird.

Weitere schwache Signale

Dass die Banken sich langsam aber sicher zumindest mit dem Thema Crowdlending auseinandersetzen, wird hier und da evident. Mitte Juli vermeldete die Financial Times, dass Santander mit Funding Circle darüber diskutiere, dass man auf der britischen p2p-Plattform Finanzmittel Anlagen im Kreditbereich tätigen zu wollen. Im Mai hatte Lending Club vermeldet, mit der Union Bank zu kooperieren und die FT zitiert in dem Santander-Beitrag mit Peter Renton dem Gründer der Lend Acadamy einen Insider, dass neben Barclays auch City und Deutsche Bank Interesse am Sektor haben.

Auch wenn es in diesem Fall wohl “nur” darum geht, Kapital im p2p-Sektor anzulegen, nimmt die Nähe zwischen “old” und “new economy” offenbar zu.

What‘s next?

Der nächste Schritt wird sein, dass es eine Art Panik geben wird unter den Banken, wenn die ersten Insitute systematisch in den Sektor einsteigen werden. Der Weckruf könnte schon der Börsengang von Lending Club sein. Wäre der Autor dieser Zeilen ein Bankvorstand, dann würde er noch vor dem Listing von Lendig Club die ersten Deals in trockene Tücher bringen, denn die Zeche wird sicher günstiger, wenn man den “Sündenfall” von Barclays in Südafrika bereits als Weckruf versteht und nicht erst den Börsengang von Lending Club…

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