easyJet-Gründer setzt bei neuem Venture auf Crowdfunding

easyPropertyDieses Posting könnte auch unter der Überschrift erscheinen “Pinkelt die Crowd mit den großen Hunden?”. Der EasyJet Gründer Sir Stelios hat ein neues Venture auf die Startbahn gehievt, dieses trägt den Namen easyProperty und ist ein Online-Immobilienmakler.

Gründen solche Celebrety-Entrepreneure, dann sammeln diese in er Regel ganz diskret bei bekannten Business Angels aus ihrem “Netzwerk” und legen los wie die Feuerwehr. Ambitionierte Ziele hat Sir Stelios offenbar auch mit easyProperty. Geld wurde auch initial in das neue Startup investiert und die Ziele sind ambitioniert. Beim antizipierten “speed of value creation” nimmt man sich Vorbilder wie AirBNB. Warum nicht nach den Sternen greifen? Bei easyJet geht man jedoch einen anderen Weg als die übliche BA-Finanzierung. Parallel zur traditionellen Kapitalakquise setzt man auch auf die Crowd von Crowdcube.

Ambitionierte Bewertung

Der Hammer ist die Bewertung. EasyJet will eine Millionen GBP einsammeln und dafür lediglich 1,5 Prozent an Equity abgeben. Bei solchen Werte bräuchten die Investoren aus der “Höhle der Löwen” garantiert sofort eine Beruhigungstablette. Auch im Crowdcube-Forum wird bereits gelästert, dass man sich da um eine Gleitkommastelle vertan haben könne und in Wirklichkeit 15 Prozent gemeint seien.

Aber die Bewertung ist bewusst so gesetzt, man hat schließlich mit easyJet schon ein Unternehmen etabliert, dass eine Börsenkapitalisierung von mehr als fünf Milliarden GBP aufweist.

Insgesamt will man 7,5 Millionen GBP zu einer “pre money valuation” von 50 Millionen GBP einsammeln. Diese Bewertung sei mit den antizipierten “cornerstone investoren” gemeinsam erarbeitet worden. Und das sind augenscheinlich ganz große Jungs, die wissen, was sie tun. Freilich kennt die Crowd diese Personengruppe (noch) nicht.

Potentiell große Lerneffekte

Für den Crowdinvestor könnte der Pitch auf Crowdcube trotz der vermeintlich absurd hohen Bewertung ganz interessant sein. Ausgegeben werden “ordinary shares”, also keine B-Zertifikate ohne Stimmrechte. Da hier die ganz großen Investoren am Werk sind, die mit easyProperty in eine neue Marke in Anlehnung an eine etablierte Brand aufbauen wollen, sind zumindest von der Papierform gute Aussichten vorhanden. Die Gründer haben schließlich eine Reputation zu verlieren. Gleiches gilt für Crowdcube, die einen solchen Pitch auf die Plattform gehoben haben.

Warum macht easyProperty ein Crowdfunding

Es ist ganz offensichtlich, dass der Gründer einer sehr erfolgreichen Airline es wohl kaum nötig hat, per Crowdfunding eine Millionen Euro einzusammeln. Im Mittelpunkt dürften die Marketing-Effekt stehen. Das kann man auch an den Perks ablesen. Diese zielen eindeutig darauf ab, dass man spätere Kunden als Investoren gewinnen will. Und diese Investoren sollen die Plattform auch aktiv nutzen:

“Easyproperty will offer landlords who invest at least £1,000 via Crowdcube, the 2 month portal advertising package (Rightmove, Zoopla and Primelocation) free for 3 years. That means landlord can advertise one property on those portals free of charge each year (for 3 years) for a period of up to 2 months or until the property lets. For full terms and conditions visit easyproperty.com/crowdcube”

Pitch einfach mal beobachten

Auf jeden Fall sollte man sich den easyProperty-Pitch einmal auf die Beobachtungsliste setzen. Obwohl hier ein erwiesener Erfolgsunternehmer ein Funding startet, ist die Crowd zumindest spontan nicht überwältigt. Nach einem Tag sind erst 63.500 GBP investiert und das Diskussionforum wird ungewöhnlich stark genutzt für ein Crowdcube-Funding. Das könnte spannend werden…

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