„Wirtschaftlich gesehen boomt diese Region!“ – Interview mit Jutta Reinke zur neuen Crowdfunding-Plattform Regio-Invest mit Sitz in Vechta

logo-regio-invest-gmbhKlaus-Martin Meyer: Frau Reinke, Sie sind bei der Regio-Invest GmbH für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Könnten Sie sich und ihre neue Crowdfunding-Plattform bitte kurz vorstellen?

Jutta Reinke: Hallo Herr Meyer, Regio-Invest ist eine Crowdinvesting Plattform und wurde Anfang 2014 in Niedersachsen gegründet. Regio-Invest unterscheidet sich in drei Punkten von den schon national bekannten Crowdfunding /-investing Plattformen, deren Erfolg wir in den letzten Jahren mit Begeisterung verfolgt haben. Zum Einen ist es unsere Intention Gründer und Investoren vorerst aus der eigenen Region zusammenzubringen. Zum Andere arbeiten wir mit den regionalen Banken zusammen, denen oft die Hände gebunden sind (Grund: Basel 2/Basel 3) und Ihren Kunden keinen Kredit gewährleisten können. Und zu guter Letzt ist Regio-Invest eine Vermittlerplattform, die jedem Projekt die Chance bieten möchte, Ihre Ideen/Projekte vorzustellen und das ganz ohne Risiko. So kann der Unternehmer im ersten Schritt (in der sogenannten Volksabstimmung) seine Idee kostenlos vorstellen und „Fans“ für seine Idee gewinnen. Erst wenn das Projekt eine gewissen Anzahl Fans geworben hat und damit die erste Hürde geschafft ist, geht es in die eigentliche Schwarmfinanzierung und werden Gelder gesammelt. Bis dahin profitiert das Projekt oder Gründer vom kostenlosen Werbeeffekt.

Klaus-Martin Meyer: Die bekanntesten Crowdfunding-Plattformen kommen bisher eher aus Dresden oder Berlin. Bei Vechta denke ich als Bad Iburger/Osnabrücker eher an die Produktion von Frühstückseiern als an Finanzinnovationen und Startups. Wie wollen Sie in diesem Umfeld einen lebendigen Crowdfunding-Marktplatz etablieren?

Jutta Reinke: Wirtschaftlich gesehen boomt diese Region! Im Jahr 2013 wurden über 2.000 neue Unternehmen gegründet und das nur im Oldenburger Münsterland. Wir sind begeistert von den Erfolgen der großen Crowdfunding/-investing Plattformen, sehen aber auch, dass viele Investoren und Gründer gerne einen regionalen Bezug zu ihren Geldnehmern bzw. –gebern haben möchten. Schließlich schafft dies enormes Vertrauen, wenn man weiß, dass der Gründer hier gleich um die Ecke wohnt. Wir möchten deshalb mit Regio-Invest Investoren und Gründern die Chance bieten, ihren Geldnehmer bzw. -geber innerhalb der eigen Region zu finden. Investieren in Sichtweite! Und wer weiß, vielleicht hat noch ein innovativer Landwirt aus Bad Iburg eine tolle Idee, wie man Frühstückseier ökologisch und tierartgerecht produziert 😉 Wenn er für diese tolle Idee in der Frühfinanzierung 200.000€ benötigt, sollte er zu einer regionalen Bank gehen und sich mit dieser Bank auf der Plattform melden. Bei Regio-Invest können sich sowohl kleine als auch große Projekte vorstellen: Vom Bauernhofcafe bis hin zu Finanzinnovationen und neuer Software. Wir glauben daran, dass auch in der ländlichen Region Investoren und Gründer für dieses neue Finanzmodell offen sind. Wir brauchen nur etwas Geduld, da Crowdfunding bzw. –investing für viele noch ein komplett neuer Begriff ist.

Klaus-Martin Meyer: Was auf Ihrer Internetseite sofort auffällt, ist das Logo der LzO. Gibt es hier lediglichlich eine enge Kooperation oder gehört die Sparkasse auch zum Gesellschafterkreis? Banken sind in diesem Markt bisher ja quasi nicht aktiv…

Jutta Reinke: Ihnen wird aufgefallen sein, dass in unserem Film auf der Homepage auch die Volksbanken in unserer Region dabei sind. Wir bieten allen regionalen Banken an, mit uns zusammenzuarbeiten. Die Plattform ist ein Pilotprojekt für und mit den Banken, aber ohne deren Gesellschafterbeteiligung. Die Banken haben die Möglichkeit mit den Kunden, die heute systembedingt keine Kredite bekommen, weil ihnen Eigenkapital, Bonität und Sicherheiten fehlen, erst zu Regio-Invest zu gehen. Unser Ziel ist es, dass die Banken im Vorfeld schon eine Kreditzusage geben, wenn die jungen Firmen auf Regio-Invest 50% des benötigten Kreditbedarfs über die Schwarmfinanzierung gesammelt haben. Wir sind derzeit dabei, unser Netzwerk zu den Bankverbänden auszubauen.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht es bei der Entwicklung der Crowdfunding-Plattform selber aus. Wird diese inhouse entwickelt oder greift man dort auf die Expertise anderer Plattformen zurück?

Jutta Reinke: Klar lassen wir uns auch durch den Erfolg größerer Plattformen inspirieren aber Regio-Invest ist, wie oben schon beschrieben, etwas anders aufgestellt. Die Idee, erst eine risikofreie Volksabstimmung (e-Voting) einzurichten und dann mit der Schwarmfinanzierung zu beginnen, stammt beispielsweise aus dem eigenen Hause.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht des mit dem Dealflow aus. Können Sie schon einen Ausblick geben, was den Anleger in den kommenden Monaten erwartet?

Jutta Reinke: Derzeit sind wir noch fleißig dabei unser Netzwerk zu vergrößern und sowohl Banken, Investoren und Gründern auf uns Aufmerksam zu machen. Der Aufarbeitungsprozess ist groß, da, anders wie in den großen Städten, wo sogar die Radiosender über neue Projekte berichten, viele noch nicht mit dem Finanzmodell Crowdfunding/-investing vertraut sind. Allerdings: Derzeit gibt es erste Gründer und junge Firmen, die in Kürze Ihre Projekte auf Regio-Invest vorstellen möchten. Investoren empfehlen wir, sich auf unserer Seite für den Newsletter einzuschreiben, damit sie als erstes erfahren, wenn neue Projekte auf die Plattform kommen.

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