„CINEDIME ist die erste Crowdinvesting-Plattorm Deutschlandsmit der Spezialisierung auf Filme.“ – Interview mit Markus Brandmair

CinedimeKlaus-Martin Meyer: Herr Brandmair, Sie sind CEO der CINEDIME GmbH. Könnten Sie sich und ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Markus Brandmair: CINEDIME ist die erste Crowdinvesting-Plattorm Deutschlandsmit der Spezialisierung auf Filme. Unter www.cinedime.de können sich Investoren ab Beträgen vom 100 € an großen Kinofilmproduktionen beteiligen und dadurch Erlösanteile erwerben. Wird der Film später ein Erfolg, erhalten die Investoren ihre Investments zurück und können darüber hinaus Rendite erwirtschaften. Neben der finanziellen Beteiligung erhalten alle Investoren auch Produzentenprivilegien, wie z.B. Set-Besuche oder ein Meet&Greet mit der Hauptdarstellerin. Diese Produzentenprivilegien sind garantiert und hängen nicht vom späteren Erfolg des Filmes ab. So kann man u.a. bei unserem ersten Film „LenaLove“ bei einem Investment von 500 € mit der Hauptdarstellerin Emilia Schüle zu Mittag essen, ab einem Investment von 1.000 € gibt es sogar ein exklusives Filmscreening mit den Schauspielern und der Filmcrew.

Ich selbst bin seit über 10 Jahren als Produzent in der Filmbranche tätig. Mein Mitgesellschafter und Co-Geschäftsführer Mark von Seydlitz arbeitet sogar seit über 25 Jahren als Produzenten und Regisseur. Gemeinsam haben wir die Produktionsfirma made in munich movies GmbH, mit der wir Filme fürs Kino, TV und Werbung produzieren.

Klaus-Martin Meyer: Wie kamen Sie auf die Idee die kaum noch zu überblickende Crowdfunding-Landschaft um eine weitere Plattform zu bereichern?

Markus Brandmair: Wie oben beschrieben verfügen Mark von Seydlitz und ich über langjährige Branchenerfahrung und kennen daher sehr genau die Bedürfnisse (und Nöte) der Produzenten und der Filmindustrie. Der größter Bedarf besteht in der Filmfinanzierung und da besonders in der Gap-Finanzierung, also die Schließung der „letzten Lücke“. In Zeiten schrumpfender Fördertöpfe und Sender-Etats stehen besonders kleine und mittelständische Produzenten unter enormen Kostendruck, der sich in letzter Konsequenz auf die Qualität der Filme auswirkt. Diesem Trend versuchen wir mit CINEDIME ein innovatives Finanzierungstool entgegenzusetzen und so einen Beitrag und einer gesunden und florierenden Filmindustrie in Deutschland zu leisten.

Klaus-Martin Meyer: Vor einigen Jahren war oft darüber zu lesen, dass Hollywood über „stupid German money“ gelacht hat, welches via Filmfonds nach Amerika abfloss. Wird die Crowd heute intelligenter investieren?

Markus Brandmair: Klare Antwort: JA! Alle relevanten Informationen, wie Budget, Rückflusspläne, Besetzung und Inhalt sind für die Crowd online einsehbar. Es werden sogar komplette Businesspläne über die Filmprojekte veröffentlicht. Dadurch bekommt jeder die Möglichkeit, sich umfassend und tief über künstlerisches und wirtschaftliches Potential des Filmes zu informieren und ein wohl überlegtes Investment zu tätigen. Die Rendite-Chance bezieht sich ausschließlich auf eine Beteiligung aus Verwertungserlösen, sprich aus Kino, DVD, Video-on-Demand und Weltvertrieb. Dies war früher bei den Fonds anders. Dabei handelte es sich um reine Steuermodelle, die sich für die Fonds-Anleger im Augenblick des Investierens rechneten. Der Erfolg der mit diesen Geldern produzierten Filmes war zweitrangig. Dies ist bei CINEDIME komplett anders.

Klaus-Martin Meyer: Ein funktionsfähiger Marktplatz lebt von Angebot und Nachfrage und beides bedingt einander. Wie werden Sie das Hene-Ei-Problem lösen und interessante Filmprojekte mit einer lebendigen und anlagefreudigen Crowd zusammenbringen?

Markus Brandmair: Mark von Seydlitz und ich verfügen über ein über viele Jahre gewachsenes Netzwerk innerhalb der Filmbranche und sind daher ständig im Austausch mit Produzenten und den Projekte. Dadurch bekommen wir Zugang zu tollen angeboten und Filmvorhaben, die wir finanzieren können. Auf der anderen Seite übernehmen wir als Plattform Leistungen einer Markeitngagentur. D.h. wir planen und durchdenken die Kampagnen und die Zielgruppenansprache individuell maßgeschneidert für jedes zu finanzierende Filmprojekt. Denn die Zielgruppe, also unsere potentiellen Investoren sind oftmals von Projekt zu Projekt sehr unterschiedlich. Bei „LenaLove handelt es sich z.B. um einen Film der das Thema „Cybermobbing“ beinhaltet, dies spricht vor allem eine junge Zielgruppe an

Klaus-Martin Meyer: Was können wir in diesem Jahr noch auf cinedime.de an Filmprojekten erwarten?

Markus Brandmair: Jetzt konzentrieren wir uns voll auf die erfolgreiche Finanzierung von „LenaLove“, welche ab dem 21. Oktober beginnt. Danach wollen wir noch vor Ende des Jahres mindestens einen zweiten Film zur Finanzierung freigeben. Da sind wir gerade mitten im Planungsprozess und können deshalb noch nichts verraten. Aber soviel vorweg: Es kommt etwas Großes!

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2 Responses to „CINEDIME ist die erste Crowdinvesting-Plattorm Deutschlandsmit der Spezialisierung auf Filme.“ – Interview mit Markus Brandmair

  1. Carsten sagt:

    Natürlich aber wieder nur Nachrangdarlehen, und falls die Produktionskosten nach dem Funding nachträglich in die Höhe schiessen, ist man ebenfalls gelackmeiert, weil die Verträge – siehe FAQ auf der Seite – offenbar in der Regel eine Rangrücktrittsklausel enthalten.
    Im Endeffekt also heisst das: volles Risiko bei sehr limitierten Gewinnaussichten, weil vorher erst einmal alle möglichen anderen Investorenparteien ausgezahlt werden.
    Die Crowd wird hier also mit dem Ziel gemolken, das Risiko für eben jene ranghöheren Investoren zu reduzieren.

    Mal ein Gegenbeispiel, wie das im Ausland läuft: „A Private Story“ wurde Anfang letztes Jahr bei FundedByMe gefundet, es wurde echtes Equity verteilt, und die dortigen Investoren werden im Fall, dass der Film tatsächlich die Kinos erreicht, als Early Stage Investoren sogar bevorzugt ausgezahlt.
    Gut, ob der Film kommt, da kann man inzwischen Zweifel äussern, und die Kommunikation von Mirijam Johansson zu ihren Investoren hat vornehm ausgedrückt echtes Verbesserungspotenzial (lies: sie ist seit rund einem Jahr de fakto nicht vorhanden), aber immerhin war die Vertragsgestaltung im Unterschied zu dem, was ich hier nun auf cinedime lese, sehr fair und echt risikoadjustiert.

    Für mich bedeutet das, cinedime wird eine weitere Plattform, um die ich einen weiten Bogen mache.

  2. Lieber Carsten, vielen Dank, dass du dich so eingehend mit unseren Konditionen beschäftigst. Gerade die kritischen Stimmen sind oftmals die hilfreichen:)

    Zu deinem Einwand: Es ist richtig, dass eine Rangrücktrittsklausel in Kraft tritt, wenn im Rahmen einer notwendingen Nachfinanzierung z.B. eine Bank sich Vorrang einräumen lässt. Wenn von unserer Seite aus ein Rangrücktriit der Investoren ausgeschlossen wäre, würde dies in diesem Fall bedeuten, dass der Film nicht fertiggestellt werden kann. Das wäre der schlechteste Fall.

    Nun ist uns als Plattform die Risikominimierung für die Investoren das aller Wichtigste. Daher haben wir mit jedem Produzenten folgende Zusatzvereinbarung getroffen:

    „Überschreitet der Darlehensnehmer das Budget und verschlechtert sich dadurch der Rang der Darlehensrückzahlung, so erhöht sich die Erlösbeteiligung des Darlehensgebers um den Prozentsatz, um den das Budget überschritten wird.“

    Dies ist nun auch in den FAQs ersichtlich und auch in den Musterverträgen, die im Businessplan unter https://www.cinedime.de/medias/1/lenalove für registrierte User sichtbar ist.