„Crowdinvesting, also das Einwerben von eigenkapitalähnlichen Mitteln, ist der logische nächste Schritt in der Ergänzung unseres Angebots.“ – Interview mit Nicolas Rädecke zum Start der Crowdfunding-Plattform auf DUB.de

Klaus-Martin Meyer: Herr Rädecke, Sie sind Geschäftsführer der Firma Deutsche Unternehmerbörse DUB.de GmbH. Könnten Sie sich und Aktivitäten Ihrer Firma bitte kurz vorstellen?

Nicolas Rädecke: Sehr gerne: DUB ist das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren. Wir bieten unseren Nutzern sowohl Marktplätze von einer Unternehmens- und Beraterbörse bis hin zu einer Praktikantenbörse, als auch Content, der Antworten auf die täglichen Fragen von Unternehmern liefert. Das ist unser Konzept. Wir bieten Wirtschaftsjournalismus 3.0. Bei uns kann man also nicht nur lesen, dass ein Unternehmen verkauft werden soll, man kann auch direkt den Verkäufer kontaktieren. Ziel ist es, Deutschlands größte Wirtschaftscommunity für Unternehmer und Gründer zu werden. Ich selber bin vor gut 1,5 Jahren als Geschäftsführer und Gesellschafter bei DUB.de eingestiegen und komme ursprünglich aus dem Beteiligungsgeschäft.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell erweitern Sie das Angebot auf DUB.de um eine Crowdfunding-Plattform. Wie kam es zu der Idee, die bereits jetzt kaum noch zu übersehende deutsche Crowdfunding-Landschaft um eine weitere Plattform zu bereichern?

Nicolas Rädecke: Crowdinvesting, also das Einwerben von eigenkapitalähnlichen Mitteln, ist der logische nächste Schritt in der Ergänzung unseres Angebots. Weitere Bausteine werden gewiss noch folgen. Bisher können Unternehmer bei uns nur ganze Unternehmen kaufen. Jetzt können sie sich auch an spannenden Geschäftsmodellen beteiligen. Den zu finanzierenden Unternehmen bieten wir daneben einen einmaligen Zugang zu unserer wachsenden B2B Community. Das Marketing spielt ja beim Crowdinvesting eine sehr große Rolle und da bieten wir eine ideale Plattform für Unternehmen, die den B2B Markt adressieren.

Klaus-Martin Meyer: Wie die meisten Plattformen setzen Sie auf partiarische Nachrangdarlehen. Viele Crowdinvestoren sehen dieses Instrument zunehmend kritisch. Gehen Sie hier einfach den Weg des geringsten Widerstandes, um sich nicht unnötig mit dem Thema Regulierung auseinandersetzen zu müssen?

Nicolas Rädecke: Nachrangdarlehen sind ja derzeit der einzige Weg, um für die kapitalsuchenden Unternehmen vernünftige Volumina einwerben zu können. Zum Glück für die Unternehmen und die Branche soll Crowdinvesting jetzt ja einen vernünftigen regulatorischen Rahmen bekommen. An diesem Prozess beteiligt sich DUB.de aktiv – wie alle anderen seriösen Crowdinvesting Plattformen. Investoren empfehle ich, nicht auf die Form der Finanzierung zu schielen, sondern sich auf die Chancen und Risiken der Unternehmen zu fokussieren. Es spielt keine Rolle, ob das Investment als stille Beteiligung, Genussrecht oder partiarisches Nachrangdarlehen getätigt wird. Crowdinvesting ist ein Investment mit hohem Renditepotential, aber auch entsprechendem Risiko. Wichtig ist, das das Geschäftsmodell funktioniert.

Klaus-Martin Meyer: Mit Pickawood starten Sie gleich mit einem ambitionierten Funding. Wie haben Sie es als Green Horn unter den Plattformen geschafft, das Startup zu motivieren, auf Ihrem Marktplatz die Finanzierungsrunde durchzuziehen?

Nicolas Rädecke: Den große Vorteil von DUB ist die einmalige Reichweite, die wir bieten können. Neben der gewachsenen Besucher- und registrierter Nutzerbasis auf dem Portal haben wir durch unser DUB UNTERNEHMER-Magazin die höchste Reichweite eines Wirtschaftsmagazins. Das Heft erscheint regelmäßig am Kiosk und als Supplement in Wirtschaftswoche und Handelsblatt. Die Auflage liegt bei über 250.000 Exemplare. Hinzu kommen regelmäßige Sonderveröffentlichungen bei unserem Joint Venture Partner Handelsblatt sowie im Oktober und November 68seitige Beilagen in den Blättern ZEIT und Welt am Sonntag mit einer zusätzlichen Auflage von knapp 1 Million Exemplaren. In allen Maßnahmen haben wir unseren neuen Service Crowdinvesting am Beispiel von Pickawood vorgestellt. Allein diese Medialeistung hätte das Unternehmen mehr gekostet als wir jetzt einsammeln wollen. Der September war bereits ein hervorragender Monat für das Unternehmen – wir sind gespannt, wie sich mit dem Medienrummel der Oktober entwickelt.

Klaus-Martin Meyer: Was ist Ihre Roadmap? Was können Anleger und Kapital suchende Unternehmen in der näheren Zukunft erwarten?

Nicolas Rädecke: Ein noch runderes Angebot: Wir sprechen mit weiteren Unternehmen, die Pickawood folgen wollen. Darunter sind nicht nur Start-ups, sondern auch kleinere Mittelständler, die Wachstumskapital suchen. Am 13. Oktober hat das Kanzleramt offiziell die Praktikantenbörse für Spitzensportler gestartet. Diese Initiative haben wir zusammen mit der Deutschen Sporthilfe und der Deutschen Bank angeschoben. Via DUB.de suchen Spitzensportler Praktika im Mittelstand. Dieser neue Service erhöht erheblich die Attraktivität des Portals. Die Publicity für diesen Marktplatz kommt auch dem Crowdinvesting und Pickawood zugute. Ende November starten wir dann eine große TV-Kampagne auf N-TV, um unser Portal und unseren Crowdinvesting-Service noch bekannter zu machen.

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