„Zwirbler ist wohl unser bisher ungewöhnlichstes Projekt.“ – Interview mit Simon Reiser (Kladdebuchverlag)

kladdebuchverlagKlaus-Martin Meyer: Simon, Du bist für Kladdebuchverlag.de aktiv. Wir hatten zu Eurem Start vor einiger Zeit ein Interview hier im Blog. Was ist seit dem passiert?

Simon Reiser: Es hat sich tatsächlich sehr viel getan. Mittlerweile haben wir einige Projekte gestartet und auch erfolgreich finanzieren können. Vor allem in der Buchbranche konnten wir an Reichweite gewinnen, nicht zuletzt durch unsere Präsenz auf der Buchmesse in Frankfurt, auf der wir ja auch bei dem „Big Ideas Panel“ des „Young Excellence Awards“ ausgezeichnet wurden.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell steht bei Euch das Projekt Zwirbler auf der Tagesordnung. Was hat es damit auf sich?

Simon Reiser: Zwirbler ist wohl unser bisher ungewöhnlichstes Projekt. Es handelt sich dabei um den ersten Facebookroman, der seit etwa vier Jahren und mit mittlerweile über 16.000 Lesern interaktiv entstanden ist. Das Ende des Romans soll es jedoch nicht online geben, sondern nur gedruckt. Dabei ist auch das Medium etwas ungewöhnlich, denn er wird nicht nur als hochwertiges kladde|buch erscheinen, sondern auch in einer Sonderedition auf WC-Papier. Ich finde allerdings, dass wohl nichts besser die Timeline im Social-Media darstellt als es Klopapier tut. Denn wie jeder Post als Teil des Romans verschwindet, verschwindet auch jedes perforierte Blatt von der Rolle.

Klaus-Martin Meyer: Das Crowdfunding wird über startnext abgewickelt. Warum habt Ihr Euch für startnext entschieden und nicht z.B. eine internationale Plattform gewählt?

Simon Reiser: Momentan kooperieren wir neben Startnext vor allem auch mit Visionbakery, führen jedoch bereits Gespräche mit Indiegogo. Grundsätzlich eignen sich jedoch für Projekte der deutschen Literatur unserer Meinung nach vor allem auch deutsche Plattformen. Wir wollen es hier aber auch den Projekten offen lassen, welche Plattform sich am besten für sie eignet. Durch die Präsenz auf verschiedenen Plattformen können wir agil auf die Bedürfnisse der Projekte reagieren und die bestmöglichen Resultate erreichen. Zwirbler hat Fans im gesamten deutschsprachigen Raum und hier ist Startnext äußerst präsent – deshalb war Startnext für dieses Projekt die richtige Wahl.

Klaus-Martin Meyer: Mit Wolfgang Gumpelmaier habt Ihr einen ausgewiesenen Experten im Team. Inwieweit hat Euch das bisher bei der Kampagne geholfen?

Simon Reiser: Auf jeden Fall: Wolfgang ist ein echter Gewinn. Er bringt die nötige Expertise mit und supportet unsere Projekte in der Planung und Umsetzung. Die Crowdfunding-Branche ist noch jung und teilweise schwer zu erschließen – Wolfgang gilt hier als einer der Pioniere – branchenübergreifend – und hat deshalb ein gutes Feingefühl für die Dynamik in den Kampagnen entwickeln können. Das kommt uns natürlich zu Gute.

Klaus-Martin Meyer: Vielleicht kannst Du noch etwas dazu sagen, was Ihr Euch bei der Konstruktion der Perks gedacht habt?

Simon Reiser: Gemeinsam mit unserem Autor TG haben wir uns bei Zwirbler natürlich auch als Ziel gesetzt, die Besonderheiten des Projekts auch bei der Perkgestaltung abzubilden. So ist für jeden etwas dabei, ob eingefleischter Zwirbler-Fan oder interessierte Zwirbler-Neuling. Eine Herausforderung war die Vermittlung zwischen Ernsthaftigkeit und Spaß. Denn beides ist in Zwirbler zu finden, es ist demnach nicht einfach nur ein Social-Media-Roman, der auf Klopapier als Scherzartikel dasteht, sondern auch ein Stück guter
Literatur, in Anlehnung an den traditionellen Feuilleton- bzw. Fortsetzungsroman. Daher ist für mich Klopapier keinesfalls ein Scherzartikel, sondern ein kunstvoller Hinweis auf das, was Literatur mittlerweile sein kann.

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