Eignet sich Crowdfunding für die Altersvorsorge?

Crowdfunding Altersvorsorge?Man kann es sich einfach machen, so wie es viele bei dieser Fragestellung tun, und einfach nein sagen, weil Crowdfunding oft mit Startup-Finanzierung und daher mit Risikokapital gleichgesetzt wird. Genauso einfach könnte man es sich einfach machen und ja sagen, weil jede Form von Altersvorsorge – wenn sie intelligent genug umgesetzt wird – erfolgreich sein kann.

Aber wie immer im Leben ist eine gute Antwort differenzierter. Rufen wir uns die Definition von Crowdfunding noch einmal vor Augen, dann sollte man die Schwarmfinanzierung als “Crowdsourcing of Funds” definieren. Tut man dies, dann wird Crowdfunding nicht nur mit der Risikokapitalgewährung durch die Crowd für Startups gleichgesetzt, sondern es werden auch p2p-Kredite oder Immobilien-Finanzierungen mit dazu gerechnet.

Kriterien einer guten Altersversorgung

Das wichtigste Kriterium einer Altersversorgung ist vermutlich, dass man eine hat. Dann ist es wichtig, dass das Risiko breit gestreut wird. Ferner ist das Lebensalter des Anlegers zu berücksichtigen. Wer jung ist, kann aggressiver Renditechancen verfolgen. Wer schon kurz vor der Rente steht, wird – schon gar nicht wenn der Aktienzyklus auf einem Fünfjahreshoch steht – noch großartig in den Aktienmarkt investieren, sondern Aktien eher abbauen. Dennoch wird niemand in Zweifel ziehen, dass direkte Investitionen in Firmen über Aktien oder Anleihen, ein sinnvoller Bestandteil der Altersversorgung sind.

Gleiches gilt für Immobilieninvestitionen. Auch diese werden allgemein als sinnvoll für die Altersvorsorge betrachtet, obwohl viele Vermieter unter dem Strich keine oder sogar eine negative Rendite erzielen.

Zwischenfazit: Auch Crowdfunding kann nicht vorn vornherein als ungeeignet für die Altersvorsorge betrachtet werden.

Eine gute Altersvorsorge hat viele Bausteine, warum nicht auch Crowdinvestments?

Crowdfunding kann nicht ausschließlich mit Risikokapital und Startup-Finanzierung gleichgesetzt werden. Dies gilt für Immobilienfinanzierungen wie im Falle des Companisto-Projektes für das Touristikressort Weissenhaus oder die Investments, die in Kürze auf Bergfürst zu erwarten sind. Ferner gilt es im Wesentlichen für die Investments, die man auf Bettervest, Bankless24 oder via Mini-Bond auf Crowdcube tätigen kann. Darüber hinaus sind – ebenfalls bei einer ausreichenden Risikostreuung – Investments auf p2p-Plattformen durchaus als Baustein für die Altersvorsorge geeignet. In Bezug auf die letztgenannte Anlageform ist die Politik im UK kurz davor, p2p-Kredite für die Individual Saving Account (ISA) zuzulassen. Tritt dies ein, dürfte dies das stärkste Signal für die Kompatibilität von Crowdfunding und Altersvorsorge sein.

Startup-Finanzierung tendenziell eher etwas für jüngere Semester

Bei Crowdfundings für Startups ist die Sache natürlich schwieriger. Die Abbildung einer angemessenen Risikostreuung über Plattform-, Branchen-, Länder- und Währungsgrenzen hinweg ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe. Berücksichtigt man ferner, dass selbst die Samwers mit ihren Milliarden im Rücken für den Aufbau von eCommerce-Startups durchaus zehn Jahre als vernünftigen Zeithorizont betrachten und es darüber hinaus im Crowdfunding-Umfeld abgesehen von einen Fall bisher keinen vernünftige Exit gegeben hat, dann sollte man sicherlich mit den Crowdinvestments spätestens zehn bis fünfzehn Jahre vor dem Renteneintritt aufhören, es sei denn es liegen profunde Insiderkenntnisse in Bezug auf die konkrete Anlage vor. Aber hier wird der Markt Vehikel wie Fonds entwickeln, um dem Investor zumindest die oben genannten Risiken weitgehend abnehmen zu können. (Bei Crowdcube im UK gibt es ein erstes Fond-Produkt.)

Fazit: Man sollte nicht von vornherein Crowdfunding als Baustein der Altersvorsorge ausschließen. P2p-Kredite sollten – vernünftig eingesetzt – sicherlich auch noch im Rentenalter geeignet sein, das vorhandene Kapital aus ausgezahlten Lebensversicherungen hinreichend zu verzinsen.

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