Der Crowdfunding-Sekundärmarkt funktioniert!

SekundärmarktHier im Blog gibt es seit einiger Zeit einen kleinen “Sekundärmarkt” für Crowdfunding-Anteile. Sekundärmarkt ist für diesen Kleinanzeigenmarkt zugegebener Maßen ein großes Wort. Aber der Proof of Concept wurde jetzt von der Redaktion einmal von A bis Z durchexerziert, denn es wechselten erfolgreich Anteile von Foodist den Besitzer. Die Foodist-Mannschaft mag es verzeihen, es ging von der Crowdstreet-Seite vor allem darum, den ganzen Prozess einmal nachzuvollziehen. Die Foodist-Mannschaft kann es also insbesondere nach den Ereignissen in der “Höhlen“-Sendung als eine Transaktion der Rubrik “sell on good news” verbuchen und muss es nicht persönlich nehmen…

Der Ablauf

Aufgrund eines Kaufgesuchs im Sekundärmarkt wurde dem Inserenten ein Angebot für die betreffenden Foodist-Anteile unterbreitet. Der Kaufpreis wurde ausgehandelt. Anschließend überwies der Käufer dem Verkäufer den ausgehandelten Betrag und avisierte Companisto vorab die bevorstehende Transaktion. Nach Eintreffen des Geldes kontaktierte der Verkäufer seinerseits Companisto und bestätigte, dass der Übertrag der Anteile sofort erfolgen könne. Bereits wenige Stunden später wurde der Übertrag von Companisto den Vertragspartner rückbestätigt. Die Transaktion verlief ergo vollkommen reibungslos und professionell.

Als Crowdstreet im Frühjahr 2013 bereits einmal einen Verkauf – damals von BluePatent-Anteilen – realisiert hatte, war der Übertrag etwas holpriger. Vielleicht kann jemand der Mitleser über die Kommentarfunktion einmal mitteilen, ob bei aktuellen Seedmatch-Anteilsüberträgen immer noch altmodischer Papierkram erledigt werden muss, wovon aber hoffentlich nicht auszugehen ist.

Wie wird sich der Sekundärmarkt entwickeln?

Das ist eine spannende Frage. Da aber in den letzten Wochen eine latente Dynamik, vor allem was das Anzeigenvolumen betrifft, eingetreten ist, kann man davon ausgehen, dass die Entwicklung zumindest “seitwärts aufwärts” gerichtet ist. Diese Hoffnung stützt sich vor allem darauf, dass es durchaus auch Kaufgesuche gibt.

Die Nachfrage nach Anteilen könnte ggf. befruchtet werden durch:

– Folgefundings mit signifikant höherer Bewertung, die Erstzeichner zum Ausstieg motivieren könnte.
– Wenn attraktive Perks monetarisiert wurden, könnte ggf. ein Ausstieg selbst mit einem Abschlag zu einem kleinen Gewinn für den Verkäufer führen bei einem gleichzeitig günstigeren Einstieg für den Käufer, der nicht an den Perks interessiert ist.
– Crowdfunding-Enthusiasten, die das Thema neu für sich entdecken, könnten über einen Sekundärmarkt den Portfolioaufbau beschleunigen.

Für die Entwicklung eines funktionierenden und halbwegs liquiden Sekundärmarkt ist vor allem die Nachfrage nach Anteilen wichtig. Gründe für den Verkauf wird es immer mal wieder geben, sei es ein Kapitalbedarf, eine kleine Gewinnmitnahme oder aber auch ein Erbfall. Der Engpass wird aber die Nachfrageseite sein in diesem Mikromarkt.

Sollte also jemand Interesse verspüren Anteile kaufen zu wollen, dann braucht man nicht zögern, sondern kann ein Gesuch im Sekundärmarkt inserieren.

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One Response to Der Crowdfunding-Sekundärmarkt funktioniert!

  1. Christian sagt:

    Hallo Klaus-Martin,

    den reibungslosen Übertrag von Antrilen bei Companisto kann ich, so wie Du ihn geschildert hast, bestätigen.

    Bei Seedmatch sieht das leider wesentlich komplizierter aus. Hier die Erklärung von Seedmatch:

    „Generell läuft die Anteilsübernahme direkt zwischen dem Übertragenden und dem Annehmenden ab.

    Für die Übertragung eines Vertrages sind
    eine unterschriebene Erklärung des Übertragenden und
    eine unterschriebene Annahmeerklärung des Annehmenden
    notwendig.

    Der ursprüngliche Investmentvertrag ist gemeinsam mit der Übertragungs- und der Annahme-Erklärung als Anlage gültig. Das Startup muss direkt nach der Übertragung unverzüglich von der Übertragung in Kenntnis gesetzt werden, um dem Vertrag zu entsprechen.

    Die Übertragungs- und Annahmeerklärung müssen jeweils unterschrieben in Papierform

    – dem Übertragenden,
    – dem Annehmenden und
    – dem Startup

    zugehen. Das heißt, diese Unterlagen müssten den Beteiligten jeweils per Post (oder persönlich) unterschrieben zugesendet werden. Dies ist notwendig, da ja der Vertragspartner und damit der Anspruchsinhaber sich ändert.

    Seedmatch muss schriftlich (per E-Mail ist ausreichend, anuebertragung@seedmatch.de) von der Übertragung in Kenntnis gesetzt werden. Folgende Unterlagen müssen Seedmatch in diesem Zusammenhang zugeschickt werden (ein Scan genügt):

    – die unterschriebene Erklärung des Übertragenden (diese muss der Plattform von dem Übertragenden zugesendet werden)
    – die unterschriebene Annahmeerklärung des Annehmenden (diese muss der Plattform von dem Annehmenden zugesendet werden
    – Sofern der ursprüngliche Vertrag auch auf der Plattform auf das neue Konto übertragen werden soll (was sinnvoll ist), müsste der neue Anspruchsinhaber ein Konto einrichten und Seedmatch Bescheid geben, dann lässt sich der Vertrag verschieben. So hat der neue Anspruchsinhaber dann auch Zugang zum Investor-Relations-Bereich des Startups.
    – Es entstehen dafür bei Seedmatch keine Gebühren.“