Innovestment mit neuem Beteiligungsmodel – richtiger Schritt in Richtung Equity

InnovestmentInnovestment, eine der früh gestarteten aber in letzter Zeit weniger aktiven deutschen Plattformen für Crowdfundings, hat sein Beteiligungskonzept modifiziert, wie aus einer Pressemitteilung von heute morgen hervorgeht. Kern des neuen Modells bildet eine Rechtskonstruktion, die den Interessen von kapitalsuchenden Unternehmen und Investoren nach Angaben des Unternehmens besser gerecht werden soll. Dieses bietet Unternehmen demnach eine attraktive Option der Finanzierung und privaten Investoren die Chance, von der Wertsteigerung innovativer Unternehmen auch tatsächlich zu profitieren. Die Ausrichtung auf die Frühphasenfinanzierung vor allem technologieorientierter Unternehmen will Innovestment beibehalten.
Das neue Beteiligungsmodell von Innovestment will den Bedürfnissen der Marktteilnehmer nach einem ausgewogenen, auf Anschlussfinanzierungen ausgelegten und rechtssicheren Konstrukt gerecht werden: Innovestment stellt für jedes zu finanzierende Unternehmen eine eigene Gesellschaft als Emittentin zur Verfügung. Diese Gesellschaft begibt Genussrechte an die Investoren und bündelt sie. Das hierdurch eingeworbene Kapital wird wiederum durch eine Kapitalerhöhung als echtes Eigenkapital in das zu finanzierende Unternehmen eingebracht, wodurch die Investoren an der Wertsteigerung und Gewinnen partizipieren. Der von Innovestment mit Rechtsexperten und Marktteilnehmern gemeinsam erstellte Beteiligungsvertrag sorgt dabei für einen fairen Interessenausgleich zwischen Investoren und Unternehmen.
„Wir ermöglichen nicht nur Erstfinanzierungen über unsere Plattform, sondern wir schnüren mit den Unternehmen Gesamtfinanzierungsstrategien und bereiten diese durch unseren Prozess de facto auf Folgefinanzierungen vor“, betont Christin Friedrich, Geschäftsführerin der Innovestment GmbH und fügt hinzu: „Investoren bieten wir attraktive Investments, über die sie sich im virtuellen Datenraum ein umfängliches Bild machen können und selbst entscheiden, ob sie sich neben dem reinen Investment auch mit ihrem Know-how stärker involvieren möchten oder nicht.“
Als erstes Unternehmen, dass den neuen Weg bei Innovestment einschlägt, ist ab sofort das Investitionsprofil von Scolibri unter www.innovestment.de/scolibri einsehbar. Scolibri will eine einfache und sichere Kommunikation im Schulalltag ermöglichen. Das EdTech (gemeint ist Educational Technology)-Startup bietet das erste Learning Management System, das alle Bildungsangebote auf einer Plattform vereint. Lehrer, Schüler und Eltern von aktuell über 50 Schulen tauschen bereits täglich online und mobil Informationen und Lernmaterial über Scolibri aus. Das innovative Geschäftsmodell von Scolibri zielt auf den Schulmarkt, der allein in Deutschland ein Volumen von 15 Mrd. Euro umfasst. Am Dienstag, den 04.11.2014, um 8:00 Uhr startet die Finanzierungsrunde, in der Privatanleger bis zum 27.11.2014 die Möglichkeit haben ab einem Betrag von 1.000 Euro, in das innovative Bildungsunternehmen Scolibri zu investieren.

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10 Responses to Innovestment mit neuem Beteiligungsmodel – richtiger Schritt in Richtung Equity

  1. Carsten sagt:

    Und in welcher Hinsicht sind Genussrechte auch nur einen Hauch besser als die Nachrangdarlehen der Konkurrenz? In der Praxis ist in der Regel eher noch das Gegenteil der Fall.

    Und den im Topic genannten Schritt Richtung Equity sehe ich auch gar nicht, sondern vielmehr ein Pooling der Crowd in eine Zwischengesellschaft (deren laufende Gebühren und Geschäftsführung wollen auch irgendwie finanziert werden, nur mal so am Rande) unter Verwendung einer extrem unattraktiven Anlageform, die von echtem Equity noch weiter entfernt ist als die Partiarischen Nachrangdarlehen.

    Klaus-Martin, einer von uns beiden hat die Umgestaltung von Innovestment da falsch verstanden, und ich habe nicht den Eindruck, dass ich derjenige wäre 😉

    • klausmartin sagt:

      „Diese Gesellschaft begibt Genussrechte an die Investoren und bündelt sie. Das hierdurch eingeworbene Kapital wird wiederum durch eine Kapitalerhöhung als echtes Eigenkapital in das zu finanzierende Unternehmen eingebracht, wodurch die Investoren an der Wertsteigerung und Gewinnen partizipieren.“

      das sehe ich anders, da das Kapital als echtes Eigenkapital eingebracht werden soll und nicht nur ein gepooltes Genussrecht am Startup ist. Zudem sollte die Handelbarkeit von Genussrechten einfacher sein.
      Ich habe auf jeden Fall schon vor Jahrzehnten an der Börse ge- und verkauft habe.

      In Bezug auf mögliche Transaktionskosten hast Du natürlich recht, da liegen mir noch keine Infos vor. Es geht mir nur um das Konstrukt.

      • Carsten sagt:

        Mein Problem mit der Konstruktion ist, dass zwar die Pooling-Gesellschaft sich mit echtem Anteil am Startup beteiligt, die Crowd wiederum sich aber nur indirekt in Form der Genussrechte. Im Endeffekt ist die Konstruktion also mindestens so intransparent wie bei den bekannten Crowd Verdrängungen, nur dass ontop eben die noch rechtloseren Genussrechte kommen.

        • klausmartin sagt:

          Da es sich ja offenbar um reine Zweckgesellschaften handelt, kann man darüber aus meiner Sicht hinwegsehen. Natürlich ist es unter dem Strich ein Krücke, wenn auch aus meiner Sicht eine bessere als bisher.

  2. Claus sagt:

    Mir erschließt sich hier auch nicht wirklich der Vorteil für Investoren. Von „Equity“ ist das für mich aus Investorensicht noch ziemlich entfernt.

    • klausmartin sagt:

      Die – nennen wir es einmal – Zweckgesellschaft hält Equity am Startup. Das ist doch schon einmal ein Fortschritt auch wenn der Investor „nur“ Genussrechte an der Zweckgesellschaft hält. Das ist doch schon einmal ein Fortschritt.

      • Carsten sagt:

        Nein, genau genommen ist es praktisch das, was companisto treibt, nur mit minimal unterschiedlichen Vehikeln. Und Genussrechte sind gegenüber den Darlehen definitiv eine Verschlechterung.
        Fakt ist, mit dem Pooling ist man an IRGENDWAS beteiligt, aber nicht am Startup. Dieser Abstraction Layer führt ein zusätzliches Risiko in die Investition ein, mit zusätzlichen Kosten.
        Ist genau so nützlich wie ein Versicherungsmantel um einen Investmentfonds – und wie ein Kropf.

        Je mehr ich diese und ähnliche Entwicklungen in DE beobachten muss, desto weniger habe ich noch Lust in deutsche Startups über deutsche Plattformen zu investieren.

        • klausmartin sagt:

          Die wesentliche Gemeinsamkeit mit Companisto ist das Pooling. Pooling sehe ich grundsätzlich nicht negativ, aber das ist hier eher ein Nebenthema. Der wesentliche Unterschied ist die Beteiligungsform selber. Bei Innovestment ist es eben Equity bei Companisto ein Nachrangdarlehen.
          Transaktionskosten existieren natürlich schon, werden aber offenbar von Innovestment getragen (siehe: https://twitter.com/Innovestment/status/527874346506014720). Die Vehikel sind natürlich der unzureichenden Regulierung geschuldet. Da gibt es für in Deutschland aktive Plattformen aktuell nur zwei Optionen: Solche Vehikel oder immigrieren und sich z.B. der britischen Regulierung zu unterstellen und juristisch vom UK aus zu agieren (würde ich aktuell auch präferieren).

          • Carsten sagt:

            Für mich ist das Pooling ein riesiger Pferdefuss, da ich in solchen Dingen chronisch misstrauisch bin. Auf jeden Fall entwertet es die Equity-Beteiligung am Startup selbst, weil bei der Crowd von den damit verbundenen Rechten genau nichts ankommt.
            Und ich reden nicht von Transaktionskosten, sondern von so banalen Dingen wie den Gebühren für die Registrierung der Poolinggesellschaft, Eintrag ins HR, sowie den beim Pooling gern versteckten Agios (siehe Companisto).

            Ueber die einzige andere Alternative sind wir uns einig, wobei mir da noch nicht klar ist, ob dieser Trick für deutsche Startups überhaupt nutzbar wäre, einfach über eine formal „britische“ Plattform zu funden.