Hedge Fund Industrie entdeckt p2p-Lending (auch in Deutschland)

Crowdstreet ResearchNach einem ausführlichen Beitrag der Financial Times unter dem Titel “Hedge funds pursue alternative lending” entdeckt die Hedge Fund Industrie das Thema Crowdfunding in seiner Ausprägung von p2p-Krediten. Das Engagement in diesem Bereich erfolgt demnach in zwei Formen.

Hedge funds can now step in, either by using existing lending platforms to provide their own capital to lend out, or by taking stakes in the platforms themselves to profit from their growth as banks flounder.

Hedge Funds agieren auf den Marktplätzen und beteiligen sich an Plattformen

Ein Beispiel sei Marshall Wace, eine der ältesten Londoner Hedge Fund-Firmen, die einen 200 Millionen GBP-Fond aufgelegt habe, um sich auf p2p-Plattformen zu engagieren. Ferner habe man sich einen maßgeblichen Anteil an einer solchen Plattform gesichert – nämlich im April an Eaglewood. Die Firma Arrowgrass hat sich an Zopa beteiligt.

Interessant zur Einschätzung der Lage ist das folgende Zitat von Simon Champ von Eaglewood Europe: “New names like us are moving into disruptive lending for a simple reason; the big guys have left a big hole. The four UK banks collectively have reduced their balance sheets in a huge way, and this means there is a large amount of lending that was done before that is being done now. I see this as having the potential to have the impact that Ryanair had on British Airways.”

Auch Kleininvestoren können aktiv am Trend partizipieren

Wer als kleiner Investor auf diesen Märkten mitspielen möchte, kann dies übrigens in Form eines Aktieninvestments bei der Firma GLI Finance – beheimatet in Guernsey – tun. Der Geschäftszweck von GLI Finance sind Investments auf diversen p2p-Plattformen. Gehandelt werden die Aktien der Gesellschaft an der AIM (Alternative Investment Market) in London. Laut eigener Investmentstrategie will man weltweit mit einem Focus auf dem UK investieren. Bei einer globalen Anlagestrategie wird man auch am Euro-Raum nicht vorbeikommen. Im Februar diesen Jahres gab man eine 5%-Beteiligung an einem Crowdfunding Invoice Financing-Player bekannt (Dansk Faktura Børs). Zudem ging man eine Beteiligung an Finexkap in Frankreich ein. Allerdings findet man auf der Liste der Plattformen, über welche GLI Finance seine Finanzmittel platziert noch keine deutschen Plattformen.

Analoge Entwicklung auch in Deutschland erkennbar

Analoge Entwicklungen sind auf Nachfrage bei auxmoney auch in Deutschland erkennbar.

Professionelle Investoren entdecken Crowdlending immer stärker für sich. Wir erhalten vermehrt Anfragen von institutionellen Anlegern. Kein Wunder, schließlich stehen auch sie vor der Herausforderung, im aktuellen Zinsumfeld noch Anlageformen mit attraktiven Renditen zu finden.„, teilt Philipp Kriependorf – Mitgründer und Geschäftsführer bei der Düsseldorfer p2p-Plattform mit. Dabei handelt es sich bei den Investoren nicht nur um solche, die auf dem deutschen Heimatmarkt von auxmoney wohnhaftig sind: „Wir bekommen eine steigende Anzahl von Anfragen, nicht nur aus dem europäischen Ausland, sondern vor allem aus Übersee. Das sind insbesondere Investoren, die in den USA erfolgreich bei Lending Club anlegen„, so Kriependorf weiter.

Bei Lendico hat man bereits vor dem Start mit den genannten Playern gesprochen. Dies hat Crowdstreet von Dr. Dominik Steinkühler Gründer und Co-Geschäftsführer von Lendico erfahren: „Bereits vor Gründung von Lendico im Herbst 2013 haben wir mit Funds und Banken Gespräche geführt. In den USA hat Lending Club mehrere Jahre benötigt, um die ersten institutionellen Anleger für sich zu gewinnen. Diese werden auch in Deutschland investieren. Wann? Das hängt maßgeblich von der Qualität ab. Wenn die Qualität stimmt, werden solche Investoren an deutschen Kreditmarktplätzen nicht vorbeikommen.

Auch Zencap eröffnet institutionellen Investoren einen weltweiten Zugang zu einer neuen attraktiven Anlageklasse: „Über unseren Kreditmarktplatz bekommen diese wie auch private Anleger die Chance in mittelständischen Kreditprojekte mit einem interessanten Risk-Return-Profile zu investieren. Mit unserem Geschäftsmodell beenden wir zudem die Ära „too big to fail“. Bei uns türmen sich keine Risiken in einer zentralen Bankbilanz, sondern wir streuen das Risiko in einem dezentralisierten System aus institutionellen und privaten Anlegern.

Auch Bondora aus Estland bestätigt Phänomen

Auch von Bondora aus Tallin wird das Interesse von Seiten der Hedge Fund-Industrie bestätigt. “Bondora is seeing a lot of interest from the US, European and Asian hedge funds and asset managers. There are hundreds of funds looking to buy into this asset class, but only few peer lending platforms in the entire world have the necessary structure to accommodate institutional investors needs‘. We see that 2015 will be the year when we start working with a number of large funds to lend side-by-side with the 7600+ investors from 37 countries already on our marketplace.”, gibt Partel Tomberg CEO und Co-founder von Bondora bereitwillig Auskunft. Interessant der Hinweis auf die technischen Notwendigkeiten, die für solche Kooperationen notwendig sind. Hedge Funds werden nur mit Hilfe von APIs sinnvoll auf p2p-Kreditplattformen agieren können.

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