Crowdfunding Aktien – ja gibt`s die überhaupt schon?

Crowdfunding AktienBis jetzt gibt es kaum Möglichkeiten am Aktienmarkt in das Thema Crowdfunding zu investieren. Sieht man genauer hin, findet man erstaunlicherweise die ein oder andere (mit Vorsicht zu genießende) Möglichkeit. Zunächst aber ein paar Gedanken, was für Aktien man überhaupt als Crowdfunding Aktien definieren könnte. Wir haben vier verschiedene Arten von Papieren identifiziert, die man in diese Schublade schieben könnte.

Die reine Lehre: Aktien der Betreiber von Crowdfunding-Marktplätzen

Eine reinere Form einer Crowdfunding-Aktien als die Valoren einer Gesellschaft, die einen Crowdfunding-Marktplatz betreibt, kann es nicht geben. Natürlich gibt es diverse Plattformen, wo auch Kleinanleger im Rahmen einer Eigenfinanzierung Aktien erwerben konnten. Beispiele sind Crowdcube, Seedrs und FundedByMe. Bei Aktien, die an einer richtigen Börse gehandelt werden, da wird es schon schwieriger. Die p2p-Szene wartet gespannt darauf, dass mit Lending Club in Kürze ein erster relevanter Kandidat an die Börse gehen wird. Für diesen Börsengang kann man sein Pulver ruhig schon einmal trocken halten. Wer es ganz eilig hat und sich traut, kann am OTC Markt in den USA Aktien der niederländischen Crowdfunding-Plattform Symbid kaufen. Die Papiere kosten aktuell 0,37 $. Das ergibt eine Marktkapitalisierung von über 15 Millionen Dollar. Ein stolzer Preis für eine Plattform, auf der bis dato gerade einmal 5,6 Millionen Euro abgewickelt wurden. Da waren die vorbörslichen Einstiegsmöglichkeiten bei Seedrs und Crowdcube im UK deutlich günstiger. Die Crowdstreet-Redaktion würde mindestens eine Kurshalbierung abwarten, bevor der Einstieg interessant sein könnte. Dies gilt umso mehr, als das heute bekannt wurde, dass ein Investor die Crowd aus Companisto herauskaufen will mit einer Bewertung von lediglich 3,8 Millionen Euro.

Wer sich von Aktien am OTC-BB Markt nicht abschrecken lässt, kann sich auch die Papiere der Firma AutoChina ansehen. AutoChina ist eine Gesellschaft, die Finanzierungen auf dem chinesischen Transportsektor realisiert. AutoChina hat den Launch einer p2p-Plattform namens K-Lend bekannt gegeben. Die Plattform auf der bereits 2000 Anleger aktiv sein sollen, wird “short term working capital” für kleine und mittelgroße Unternehmen im Transportbereich vermitteln.

Aktien von Firmen, die auf Crowdfunding-Marktplätzen agieren

Wie gerade erst hier im Blog zu lesen war, ist der p2p-Markt so interessant, dass bereits Hedge Funds ihre Milliarden bei Lending Club abladen wollen. In diesem Zusammenhang wurde eine sehr interessante Firma auf Guernsey erwähnt, die als Fond an der Börse notiert und ihre Mittel in erster Linie auf den Crowdlending-Plattformen im UK anlegt. Darüber hinaus ist diese Gesellschaft namens GLI Finance aber auch eine Beteiligung an einer dänischen Crowdfunding-Firma sowie an einer französischen FinTech-Gesellschaft eingegangen. Damit ist GLI Finance sicherlich eine sehr interessante Wette auf die Crowdfunding-Zukunft. Einerseits sollten auf den p2p-Plattformen sehr interessante und vor allem sichere Renditen erzielt werden. Zudem könnte in den Beteiligungen zusätzliche “Zukunftsmusik” drin sein.

Aktien von Firmen, die als Dienstleister für Crowdfunding-Plattformen auftreten

Aktien von Firmen, die als Dienstleister/Kooperationsparter für Crowdfunding-Plattformen fungieren, könnte man ebenfalls als Crowdfunding-Aktien definieren. Hierbei ist freilich zu berücksichtigen, dass der Anteil am Gesamtgeschäft nicht automatisch besonders hoch sein muss. Eine solche Firma ist die Fidor Bank, die z.B. eng mit Leihdeinerumweltgeld.de kooperiert. Dabei werden nicht nur Zahlungen abgewickelt und das Treuhandkonto zur Verfügung gestellt. Auch in regulatorischer und vertrieblicher Hinsicht ist die Fidor Bank für den Partner und dessen Geschäftsmodell von Bedeutung. Auch die reward based Plattform startnext kooperieren mit Fidor. Die Aktien der Fidor Bank können ganz normal über Xetra gehandelt werden. Da Fidor auch im Bitcoins-Segment und bei virtuellen Währungen sehr aktiv ist, kommt das Wertpapier auch für “FinTech-Enthusiasten über das Crowdfunding-Thema hinaus” in Frage.

Aktien von Firmen, die zuvor auf Crowdfunding-Plattformen finanziert wurden

Im Zusammenhang mit Crowdfunding wird oft auf die Weisheit der Vielen – also auf wisdom of the crowd – verwiesen. Kommt eine Unternehmensfinanzierung mit Hilfe eines Crowdfundings zustande, dann könnte – so die Annahme – das Pleiterisiko geringer sein, als bei einem konventionellen Unternehmen, weil ja die Massenintelligenz die Finanzierung erst hat zustande kommen lassen. Zudem steht die Crowd ihrem Startup hoffentlich auch mit Rat und Tat zur Seite. Trifft dies zu, dann sollten Schwarm finanzierte Firmen auch langfristig erfolgreicher sein, als solche, denen die Unterstützung der Crowd fehlt. Unterstützt man diese These, dann macht es unter Umständen Sinn, in solche Firmen zu investieren. Da es bisher erst einen dokumentierten Fall eines solchen Startups gibt, kann man aktuell noch kein Portfolio zusammenkaufen, aber immerhin in einen Einzelwert investieren, nämlich in die Aktie von ReWalk. Diese wird an der Nasdaq gehandelt und war in diesem Jahr eine der erfolgreichsten Neuemissionen. Auch MedTech-Fans können sich den Wert einmal ansehen.

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