„Oneplanetcrowd kommt aus den Niederlanden und hat dort bereits über 11.000 Mikroinvestoren“ – Interview mit Egbert Hünewaldt zum Deutschlandstart von Oneplanetcrowd

oneplanetcrowdKlaus-Martin Meyer: Egbert, Du bis Countrymanager Germany der in den Niederlanden beheimateten (reward based) Crowdfunding Plattform Oneplanetcrowd, die am 4. November auch in Deutschland gestartet ist. Könntest Du dich und die Plattform bitte kurz vorstellen?

Egbert Hünewaldt: Oneplanetcrowd kommt aus den Niederlanden und hat dort bereits über 11.000 Mikroinvestoren, die seit Oktober 2012 schon über 3,3 Mio. € erfolgreich in 64 Projekte investiert haben. Oneplanetcrowd fokusiert sich auf nachhaltige, ökosoziale Projekte. In Deutschland kann man seit dem 04.11. in Unternehmen aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Mode, Energie und Wohnaccessoires investieren. Die Oneplanetcrowd Langzeitstrategie basiert auf der bekannten Investmentphilosopie „Investiere nur in das, was Du kennst und auch verstehst!” Die Crowd kommt über die Rewards in direkten Kontakt zu den Unternehmen und ihren Produkten. Im nächsten Jahr ist geplant, der Crowd die Möglichkeit zu bieten, mit klassischen Crowdinvestingmodellen in die bereits bekannten Projekte weiter zu investieren.

Egbert Hünewaldt: Ich bin Geschäftsführer von HM Media & Ventures GmbH. Als Beratung sind wir seit über 10 Jahren in der Green Economy aktiv, wir haben uns auf Green Business Development spezialisiert und waren in diesem Bereich u.a. für Multicity Carsharing, Öko-Test und im Green Business Angel Netzwerk GreenVenture.Net aktiv. Aktuell sind wir auch mit dem Countrymanagement von Oneplanetcrowd beauftragt.

Klaus-Martin Meyer: Warum seit Ihr so optimistisch, dass Deutschland reif ist für eine weitere Plattform, zumal auch die existierenden Plattformen (auch die internationalen) regelmäßig nachhaltige Themen präsentieren.

Egbert Hünewaldt: In den Niederlanden wurde in 24 Monaten 64 Projekte erfolgreich gefundet. Dort ist die Konkurrenzsituation noch stärker als hierzulande. Den Ausschlag für den Erfolg in einem stark wachsenden und dynamischen Markt gab hier die klare Positionierung als Qualitätsplattform für nachhaltige Projekte. Von der Bevölkerungszahl ist Deutschland 5x größer als die Niederlanden. Allerdings sind die Niederlanden in Sachen Crowdfunding deutlich voraus. Jeder Niederländer investiert in 2014 im Schnitt 5€ in Crowdfunding. In Deutschland kommt man auf ca. 0,80€/ Einwohner. Dafür ist die Affinität zu nachhaltigem Konsum in Deutschland größer als in den Niederlanden. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Positionierung auf nachhaltiges Crowdfunding in Deutschland an die niederländische Erfolgsstory anknüpfen wird

Klaus-Martin Meyer: Ihr seit VC finanziert. Habt Ihr auch über einen Markteinstieg im Wege der Akquisition einer deutschen Plattform diskutiert? Wenn nein, warum nicht?

Egbert Hünewaldt: Nein, den es existierte keine Plattform, die unserer spitzen Positionierung entsprach.

Klaus-Martin Meyer: Wichtig für einen funktionsfähigen Marktplatz ist ein hinreichendes Angebot und hinreichende Nachfrage. Wie zaubert ihr beides möglichst schnell auf die Seite?

Egbert Hünewaldt: Zaubern werden wir nicht, aber wir haben aktuell neun ausgezeichnete Projekte am Start. Geplant ist auch die Migration der Plattformen noch in diesem Jahr so, dass die 11.000 niederländischen Funder auch in deutsche Projekte investieren können und umgekehrt.

Klaus-Martin Meyer: Was sind die Meilensteine, die ihr im kommenden Jahr insgesamt und auf dem deutschen Markt erreichen wollt?

Egbert Hünewaldt: Wir wollen im nächsten Jahr in Deutschland Crowdinvestingmodelle einführen und möchten in weitere europäische Länder expandieren, so dass wir auch der deutschen Crowd eine Auswahl der spannendsten ecosocial Impact-Projekte aus Europa bieten können.

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