Kann man ein Formel 1-Team per Crowdfunding finanzieren?

Formel1 CrowdfundingKürzlich wurde in der “German Crowdfunding Community”-Gruppe auf Facebook zu einem Brainstorming aufgerufen, was für spannende Dinge in Zukunft noch per Crowdfunding finanziert werden könnten. Eine Idee war, dass ein Formel1-Team mit Hilfe der Fan technische Features finanzieren könnte. Die Realität ist möglicherweise noch etwas spektakulärer. In einer Zeit, wo mitten in der Saison Formel1-Teams aufgrund finanzieller Schwierigkeiten das Handtuch werfen, versucht The Caterham F1 Team mit Hilfe der Fans rechtzeitige zum Saison-Finale in Abu Dhabi zurück auf die Rennstrecke zu kommen.

Mit Hilfe von Crowdcube sollen 2,35 Millionen GBP gesammelt werden. Obwohl das Formel1-Team das Funding auf Crowdcube durchführt, handelt es sich um ein reward based Funding. Unterstützer können ab einem Pfund spenden. Rewards gibt es ab 40 GBP (Basecap). Wer 200 GBP investiert, kann sein Logo auf den Rennwagen kleben. Und für 45000 GBP darf man zum Abu Dhabi Grand Prix und drei Tage mit dem Team und den Fahrern verleben. Das Funding endet bereits in sieben Tagen. Stand heute 19:30 Uhr haben bereits 316 Backer knapp 180.000 GBP zusammengebracht. Das ist kein schlechter Start für den ersten (halben) Tag.

Großartiges Marketing für Crowdcube

Für Crowdcube ist das Funding ganz sicher ein Mega-Erfolg in Sachen Marketing – egal ob die Schwarmfinanzierung ihr Ziel erreicht oder nicht. Denn die Formel1 ist eine derjenigen Medienevents, die die meisten Zuschauer weltweit erreichen. Da wird Crowdcube weltweit eine Media-Coverage erreichen, die mit Geld gar nicht zu bezahlen ist. Einen ersten Eindruck von der Breite des Interesses kann mit mit Hilfe des Hashtags #RefuelCaterhamF1 auf Twitter mitverfolgen. Und warum sollten andere Formel1-Teams im Erfolgsfall nicht dem Beispiel von Caterham folgen? Ganz nebenbei ist der UK schließlich so etwas wie das Heimatland vieler Teams, so dass Crowdcube einen Heimvorteil genießt gegenüber den großen reward based Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo.

Das einzige Fragezeichen an der Geschichte ist der Sachverhalt, dass Crowdcube eigentlich bisher keine reward based Crowdfunding-Plattform war. So gesehen wäre die Sache noch runder, würde diese auf Crowdfunder.co.uk abgewickelt werden, der Plattform die einst von den Crowdcube-Macher gegründet wurde.

Update: Vom Erfolg des Fundings sind übrigens auch Arbeitsplätze in Deutschland tangiert. Denn mit Caterham Composites existiert auch eine Tochterfirma in Köln mit 14 Mitarbeitern.

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