Interview zum Crowdfunding von und für Rocket Beans TV

RocketBeansKlaus-Martin Meyer: Etienne, Du bist bei Rocket Beans TV aktiv. Könntest Du Rocket Beans bitte kurz vorstellen?

Etienne: Rocket Beans Entertainment ist eine Produktionsfirma, die ich mit meinen Kollegen Simon Krätschmer, Nils Bomhoff, Daniel Budiman und Arno Heinisch 2011 gegründet habe. Wir produzieren hauptsächlich Bewegbild-Content für TV Sender und Internet. Am bekanntesten ist wohl GAME ONE, eine Sendung die Berichterstattung zum Thema Videospiele und Comedy verbindet und seit 8 Jahren auf MTV (und mittlerweile auch auf VIVA und Comedy Central) läuft. Rocket Beans TV ist sozusagen ein Spin-Off und unser YouTube Channel. Alles was nicht in GAME ONE passt, findet dort statt.

Klaus-Martin Meyer: Laut Stern seid Ihr die ersten Youtuber hierzulande, die auf Crowdfunding setzen. Wie läuft die Kampagne und über welchen Kanal (Banküberweisung, Paypal, Flattr) läuft es am besten?

Etienne: Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich die Ersten sind, aber zumindest verknüpft mit dem Bekanntheitsgrad ist es zumindest zum ersten Mal richtig öffentlich wahrgenommen worden.
Die Kampagne hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Das Feedback was wir bekommen haben war einfach nur überragend. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir alle, das gesamte Team, teilweise gerührt waren, wie sehr unsere Fans hinter uns stehen und uns supporten, damit wir weitermachen.
Und damit meine ich nicht nur den finanziellen Aspekt. Das reicht von System-Administratoren die für uns Kabelverlegen wollen, bis hin zu Anwälten, die mit uns aufgewachsen sind und uns kostenlos vertreten wollen. Es ist einfach der Wahnsinn.
Am besten funktioniert PayPal, das scheint mittlerweile ziemlich etabliert zu sein und geht halt auch ruckzuck. Flattr hingegen wird eher weniger benutzt. Nicht zu unterschätzen ist aber z.B. auch der Support via Amazon-Affiliate Link. Da bekommen wir einen kleinen Prozentteil Marge, wenn jemand über unseren Amazon-Link was bestellt. Das Gute daran ist, dass es die Person keinen Cent kostet.

Klaus-Martin Meyer: Youtube hat in einigen Ländern ein eigenes Crowdfunding-Format ausgerollt. Wie beurteilt ihr die Option, würdet Ihr diese auch gern nutzen können?

Etienne: Nein ehrlich gesagt. Zwar ist das ein solides Feature, was Content-Erstellern helfen kann, aber man darf nicht vergessen, dass YouTube sich hier wieder ordentlich Geld abzwackt. Momentan sind es 21 Cent pro Spende plus 5% vom Gesamtbetrag. Zum Vergleich bei PayPal sind es 35 Cent + 1,2%. Auch nicht ideal, aber immer noch besser als das Fan-Funding von YouTube. Generell ist natürlich eine direkte Banküberweisung am besten, damit kein Dritter sich an dem Geld bereichert. Aber so ist ja mit fast allen Dingen, die man über „Dritte“ outsourced. Je mehr man komplett selber macht, desto mehr bleibt auch hängen.

Klaus-Martin Meyer: Habt Ihr auch über ein Crowdfunding über eine Plattform wie startnext nachgedacht?

Etienne: Ja, wir haben intern über so ziemlich alle Möglichkeiten von Crowdfunding diskutiert. Zum Startzeitpunkt der Kampagne konnten und wollten wir aber den Support nicht mit einem Content-Versprechen verknüpfen. Wir konnten damals überhaupt nicht absehen, wie sich diese Kampagne entwickelt und vor allem, wie wir uns als Produktionsfirma aufstellen für 2015.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend die Frage, inwieweit trägt das Crowdfunding möglicherweise positiv zur Community-Bildung bei?

Etienne: Ich denke schon, dass das helfen kann, da die Leute sich durch eine Spende noch mehr zu einem Projekt committen. Ich glaube das gerade wir auch eine sehr leidenschaftliche Fanbase haben, die sich entsprechend mit uns und unserer Entwicklung stark identifizieren. Wenn wir 2015 neuen Content anbieten können, dann liegt das eben auch an dem Support unserer Fans und darauf können sie genauso stolz wie wir sein.

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